Selber Autofahren in Jordanien

Wie fährt es sich mit dem eigenen Wagen in Jordanien?

Autofahren in Jordanien
Abseits von befestigten Straßen sollte man nur mit einem guten Plan und 4-Rad-Antrieb unterwegs sein.

Jordanien im Nahen Osten ist ein Land voller Sehenswürdigkeiten, Geschichte und traumhafter Landschaften. Viele Hotspots liegen dabei natürlich entfernt von den großen Städten und Orten. Das Leihen eines Mietwagens zu Erkundung von Jordanien liegt daher nahe. Doch wie läuft es mit dem Autofahren in Jordanien?

Viele schrecken vor der Anmietung eines Autos ab. Der teils wusselige und gefühlt regelfreie Verkehr in den großen Städten wie Amman oder Aqaba verunsichert viele Touristen.

Doch wie fährt es sich in dem arabisch geprägten Land wirklich so? Wird das Autofahren wirklich zur Geduldsprobe oder ist es doch eine enorme Erleichterung für die Reise? Und was sind überhaupt die Alternativen?

Ein Auto zu mieten ist einfach

Die gängigen internationalen Vermietungsfirmen sind in den großen Städten und Flughäfen ansässig. Es lohnt sich das Auto bereits von Deutschland aus zu buchen. So bekommt man meist einen günstigeren Preis und spart sich die Suche und eventuellen Ärger auf seiner Reise.

Wichtig ist ein umfassender Versicherungsschutz. Die Wege und Straßen abseits der modernen Highways, sind in Jordanien nicht immer in gutem Zustand. Daher ist mit Schlaglöchern, brüchigen Abschnitten und auch großen Steinen, in bestimmten Regionen, auf der Fahrbahn zu rechnen. Eine Unterboden- und zusätzliche Glasversicherung sollte also Bestandteil der Versicherungspolice sein, um späteren Ärger zu vermeiden.

Achtung: Kommt es zu einem Unfall mit Personenschaden kann auch ein nur mutmaßlich schuldiger Autofahrer für ein paar Tage in jordanischer Untersuchungshaft landen, bis der Sachverhalt aufgeklärt wurde.

Im Verkehr der jordanischen Städte benötigt man Durchsetzungsvermögen

Im Grunde gelten die selben Verkehrsregeln wie auf deutschen Straßen in Jordanien. In der Realität werden sie aber häufig recht frei umgesetzt oder beachtet.

Beim Verkehr in den großen Städten wie Amman oder Aqaba gilt daher häufig das Gesetz des Stärkeren. In den zu Rushhour verstopften Straßen will schließlich jeder schnell sein Ziel erreichen. Daher sollte man sich nicht darauf verlassen, dass ein Abbieger die Vorfahrtsregeln akzeptiert oder nur ausgewiesene Parkplätze nutzt um sein Auto abzustellen oder Passagiere abzuladen.

Die Blechkarawane schiebt sich quasi selbstregulierend durch die verstopften Straßen. Wer da bremst, hat verloren und wird nicht voran kommen. Ein entspanntes Mitfließen im Verkehr ist der beste Rat, auch wenn man häufig glaubt, dass jemand gleich so nah auffährt, dass er den Mietwagen rammt.

Der Jordanier ist trotzdem kein durchweg egoistischer Fahrer. Augenkontakt und Selbstsicherheit sind häufig besser, um Unfälle zu vermeiden, als rote Ampeln zu beachten oder die Vorfahrt zu gewähren.

Doch Vorsicht: Auch beim Autofahren in Jordanien muß man die offiziellen Verkehrsregeln beachten und z.B. an der roten Ampel stehen bleiben. Auch wenn es so scheint, als täten dies die wenigsten, sind Polizeibeamte unterwegs und verteilen Strafzettel.

Autobahn in Jordanien
Autobahnabschnitt im Grenzgebiet zu Syrien: Die jordanischen Autobahnen sind meistens in gutem Zustand.

Vorsicht vor Entschleunigungshügeln

Völlig aus dem Nichts tauchen auf den oft schnurrgeraden Autobahnen Entschleunigshügel auf. Leider weisen auch nur selten entsprechende Verkehrschilder daraufhin.

Um sich nicht die Achse und den Unterboden seines Fahrzeugs dadurch beschädigen zu lassen, ist eine vorrausschauende Fahrweise angebracht. Oftmals genügt es die Autos und LKWs, die vor einem fahren, zu beobachten. Die ortskundigen Fahrer wissen oft, wann es besser ist auf die Bremse zu treten.

Auch beim Autofahren in Jordanien lauern Blitzer

Besonders an den stark frequentierten Autobahnen und Landstraßen wie den King’s Highway lauern Polizisten mit Radarpistolen auf zu schnelle Fahrer. Kein Wunder: Schließlich laden die guten Straßen mit einer weiten Sicht über die Wüstenlandschaft von Jordanien zum schnellen Fahren ein. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt aber auch hier konsequent 100 km/h.

Die Toleranz ab der man geblitzt wird, ist dabei recht niedrig. Wurde man beim zu schnellen Autofahren erwischt, wird man direkt von der Polizei angehalten und muß direkt vor Ort eine hohe Geldstrafe bezahlen.

Das Verhandeln mit den Beamten sollte man lieber lassen. Sie nehmen ihre Aufgabe ernst und lassen sich nicht bestechen.

Fahrten abseits der Straßen ortskundigen Fahrern überlassen

Mag es auch noch so reizvoll sein, beim Autofahren in Jordanien einfach mal in die Wüstenlandschaft abzubiegen, kann nur davon abgeraten werden.

Das sandige und felsige Terrain dort ist zu gefährlich für ein normales Auto. Und selbst wenn man über einen dafür vorgesehenen Jeep mit Allradantrieb verfügt, ist die Wüste zu groß. Man kann sich sehr leicht verfahren und so die Orientierung verlieren. Immerhin besteht der Großteil von Jordanien aus Wüste.

Da sich ein Ausflug in die Weiten der Wüste, z.B. dem Wadi Rum, natürlich durchaus lohnt, sollte man hier auf einen ortskundigen Fahrer und sein Fahrzeug setzen.

Landstraße auf Berg Nebo
Diese Landstraße führt über den Berg Nebo unweit von Amman.

Und wie komme ich ohne eigenes Auto durch Jordanien?

Wie du siehst, gibt es beim Autofahren in Jordanien ein paar Dinge zu beachten. Aber es ist definitiv machbar, wenn man mit Selbstvertrauen an die Sache geht.

Solltest du jedoch lieber auf das eigene Fahren verzichten wollen, gibt es in Jordanien natürlich auch einen öffentlichen Busverkehr. Diese Buslinien verbinden eigentlich alle größeren oder touristisch interessante Ortschaften des Landes.

Leider fahren sie aber nur ein paar mal am Tag. Haltestellen sind nicht immer direkt erkennbar, wenn es nicht wie z.B. in Amman oder Aqaba einen großen Busbahnhof gibt. Dafür sind die Preise für Überlandfahrten angenehm günstig.

Ein Wehrmutstropfen: Sehenswürdigkeiten in der Wüste sind mit dem öffentliche Fernverkehr nur schwierig zu erreichen. Außerdem ist es natürlich ein großes Plus beim eigenen Autofahren in Jordanien dort anzuhalten, wo man möchte. Einfacher geht Individual-Reisen nicht.

Ob mit Bus oder Auto – hauptsache man sieht viel vom Land

Eine große Tour durch Jordanien lohnt sich aber auf jeden Fall. Nur so kann man während seines Urlaubs die historisch bedeutenen Stätten von Petra oder Jerash und die beeindruckende Natur wie das tote Meer oder die mars-ähnliche Wüste von Wadi Rum sehen.

Wart ihr schon mal mit dem eigenen Auto in Jordanien unterwegs? Was sind eure Tipps? Erzählt es in den Kommentaren!

2 Kommentare

  1. Hallo, war 2015 mit dem Mountainbike im Norden Jordanien unterwegs und es war Traumhaft.
    Das mit dem Autofahren da kann ich nur zustimmen, ist nicht so einfach für jemanden aus Deutschland da muss man sich wirklich erst daran gewöhnen,yalla beeb 😉

    • Mit dem Fahrrad stelle ich es mir in Jordanien aber auch spannend vor. Zumindest wenn man mit den anderen Verkehrsteilnehmern auf der Straße fahren muß. Wurde dort denn dann auf die schwächeren Radfahrer Rücksicht genommen?

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