Kriegssouvenirs und „Rosen“ in Sarajevo

Im vom Jugoslawienkrieg (1992 - 1995) betroffenen Bosnien, geht man auf eine ganze eigene Art mit dem Trauma um.

Von 1992 bis 1995 herrschte im heutigen Bosnien und Herzegowina Krieg. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den drei großen Volksgruppen wurden von den jeweiligen nationalistischen Gruppierungen angeheizt und von so genannten ethnischen Säuberungen begleitet.

Rund 20 Jahre später findet man in der Hauptstadt Sarajevo noch einige Spuren der vergangenen Auseinandersetzungen. Bemerkenswert ist aber, wie die Bevölkerung damit heute umgeht.

Noch heute sichtbare Bomben- und Granateneinschläge sind im gesamten Stadtgebiet mit roter Farbe markiert. Sie sollen als Mahnmal dienen und den Konflikt und deren Opfer nicht vergessen lassen. Die Menschen in Sarajevo nennen sie daher „die Blüten von Sarajevo“.

An den Touristenständen werden Kriegssouvenirs verkauft. Alte Patronen- und Granathülsen wurden umfunktioniert und werden jetzt als Kugelschreiber, zusammengebaute Panzer oder Kampfjets angeboten. Zum einen scheint es den Markt bei den nun zurückkehrenden Touristenmassen zu geben. Allerdings ist es den Menschen in Sarajevo wichtig zu erwähnen, dass es sich auch um die Vergangenheitsbewältigung in einer, wenn auch kontroversen, künstlerischen Form handeln soll.

 

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