Budapest: Von der Ruine zur Trend-Bar

Ruinenbars in Budapest

Ruinenbar Szimpla Kert
Szenen aus der Ruinenbar Szimpla Kertmozi im jüdischen Viertel in Budapest. Besonders junge Gäste feiern hier am Wochenende.

Wenn man in Budapest ganz besonders feiern gehen will, bietet es sich an den Abend in einer „Ruinenbar“ zu verbringen. Diese halb verfallenen Gebäude sind heute nämlich zum absoluten Party-Hotspot für junge Leute geworden.

Kurz vorm Abriss oder Party-Hotspot?

In der Ruinenbar Szimpla Kert in der ungarischen Hauptstadt Budapest geht es bunt und schrill zu. Der Laden ist in einer alten Ruine im jüdischen Viertel der Stadt untergebracht. Von außen erkennt man seine Existenz eigentlich nur an einem kleinen Leuchtschild und dem mit Lichterketten behangenen Balkon in der zweiten Etage.

Schon früh nutzten Kneipen und Cafés günstige leerstehende Wohnungen und Häuser in Budapest, um ebenfalls vom aufkeimenden Wirtschaftshoch im Land zu profitieren. Diese Läden stellten nicht nur äußerlich das gewohnte Erscheinungsbild in Frage, sondern nutzten diese Abnormalität auch im Inneren. Die Inneneinrichtung vieler der heute so genannten „Ruinenbars“ setzt sich aus alten Möbeln, Kitsch und viel Retro zusammen.

Ruinenbar Budapest
Die Mischung aus Schrott, Antiquitäten und Skurrilitäten macht den Charme einer Ruinenbar aus.

In den Ruinenkneipen wird Trash zur Kunst

Die Ruinenbar Szimpla Kert war im Jahr 2003 die erste ihre Art. Eingezogen wurde in ein Gebäude, das im 19. Jahrhundert noch eine Ofenfabrik gewesen war. Als 1867 die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie entstand, setzte man eine Etage drauf, kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde ein Innenhof eingerichtet. Zu Sowjetzeiten verstaatlichten die Kommunisten das Gebäude und stellten hier Schuhe her. Nach der Wende stand es leer, verfiel immer mehr und stand kurz vor dem Einzug. Dann entschied man sich aber waghalsig genau diesen verfallenen Charme zu nutzen: Der Szimpla Kert („Simpler Garten“) war geboren!

Heute kann man im weitläufigen Gebäude viel entdecken. Im Ladeninneren gibt es bei schummrigen bis farbig leuchtenden Licht vieles aus vergangenen Zeiten zu sehen. Die Wände sind mit Grafitti und Signaturen versehen.

In vielen Räumen finden sich antike Möbel oder Vintage-Schränke, Tische und Stühle. Alte Fernseher, Mikrowellen und vieles mehr geben der Bar zugleich ein ausgefallenes und unverwechselbares Ambiente, während es sich auch vom reinen „Müll-Chaos“ abhebt.

Skurril ist cool: Ein Trabi mit Skiern steht im Innenhof

Ein Highlight im Szimpla ist die Karosserie eines alten Trabis, der im Biergarten des Lokals als Sitzecke dient. Der Boden des Wagens wurde mit alten Skiern ausgelegt und der Lack bunt aufgepeppt. Erlaubt ist alles, was auffällt!

Wenn gleich auch besonders bei den Jugendlichen beliebt, erwartet einem in dieser Bar doch eher ein gemischtes Publikum. Dies liegt vielleicht daran, dass hier jeder etwas entdecken kann, was einem gefällt oder zumindest ein Lächeln hervorruft.

 

Am Wochenende wird in dieser und den anderen Ruinenbars der Stadt bis in den Morgen gefeiert. Innerhalb der Woche kann ebenfalls gemütlich ein Bier getrunken werden. Hin und wieder finden auch Konzerte und Lesungen in den alten Gemäuern statt.

Wer bei seinem Besuch in Budapest Lust aufs Feiern hat, findet in den Ruinenbars ein ganz besondere Atmosphäre. Ein absoluter Urlaubstipp!

Ruinenbar Budapest
Der Innenhof des Szimpla kert lockt besonders an lauen Sommerabenden Besucher an.

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