Das Wunder von Medjugorje: Was treibt unzählige Pilger nach Bosnien?

Medjugorje in Bosnien-Herzegowina
Der Ort Medjugorje ist der wichtigste Pilgerort in der Herzegowina. Von der katholischen Kirche wurden die angeblichen Mariensichtungen aber nie anerkannt.

In Medjugorje in Bosnien-Herzegowina soll den Einwohnern mehrmals Mutter Maria erschienen sein. Seit der ersten Sichtung ist der Ort das beliebteste Pilgerziel in ganz Bosnien. Der Vatikan bezweifelt dieses Wunder aber bis heute.

Medjugorje („zwischen den Bergen“) ist eine kleine Ortschaft im Südwesten von Bosnien und Herzegowina mit nicht viel mehr als 2.000 Einwohnern. Die kleine Gemeinde liegt etwa 30km von Mostar und 16km von der kroatischen Grenze entfernt. Soweit nichts aufregendes – aber seit hier die Mutter Maria leibhaftig erschienen sein soll, pilgern Besucher von überall her in dieses kleine Dorf.

Die erste Marienerscheinung geschah 1981

Am Abend des 24. Juni 1981 geschah es. Auf dem Hügel Crnica am Dorfrand, heute besser bekannt als Podbro, sahen die Kinder Ivanka, Mirjana, Vicka, Ivan und Milka eine unglaublich schöne und junge Frau. Sie hielt ein kleines Kind in ihren Armen und sagte nichts. Mit Gesten deutete sie den Kindern aber an, dass sie näher kommen sollten. Es muss die Mutter Gottes, die heilige Maria, sein – das stand für die Kinder direkt fest. Vor lauter Angst flüchteten sie aber überstürzt.

Die Erscheinung machte in dem kleinen Dorf natürlich direkt die Runde. Und in den darauffolgenden Tagen erschien Maria den Kindern erneut an verschiedenen Orten. Ihre Botschaft sprach vom Beten und Vergeben, vom Fasten und den Besuch der heiligen Messe. Seit diesem Tag soll es keinen Tag gegeben haben, an denen mindestens einem der sogenannten Seher, die Gottesmutter nicht erneut erschienen ist. In den letzten Jahren ergibt das summiert wohl an die 36.000 Erscheinungen.

Fragt man die Leute in Medjugorje was an der Geschichte dran ist, wird man wohl nur spärlich Zweifler finden können. Die Erscheinungen gelten als gesichert und in dem frommen Ort ist auch jedem klar, warum sie gerade hier erschienen ist.

Altar Medjugorje
Auf dem zentralen Platz in Medjugorje finden regelmäßig Messen und Andachten statt. Aufgrund des Besucheransturms und dem meist sonnigen Wetter, entschied man sie für eine Lösung unter freiem Himmel.

Der Vatikan erkennt das Wunder von Medjugorje nicht an

Bis heute hat die höchste Instanz Gottes auf Erden, der Vatikan in Rom, dieses Wunder jedoch nicht anerkannt. Jedoch verurteilten sie es auch nie als Lüge. Für die Anerkennung fehlen einfach die handfesten Beweise. Gegen eine Ablehnung spricht aber der religiöse Nutzen, den diese Geschehnissen seit beinahe 40 Jahren ausgelöst haben.

Medjugorje ist nämlich mittlerweile zum wichtigsten Pilgerort in ganz Bosnien und Herzegowina geworden. Jedes Jahr kommen tausende von Gläubigen in die kleine Stadt. Dabei hört der Ruf Gottes nicht an den Landesgrenzen aus, sondern ist weltweit in aller Munde. Kurz gesagt: Was den christlichen Glauben stärkt, kann ja so falsch nicht sein. Daher hat man nach zwischenzeitlichen Verbot nichts mehr dagegen, wenn gläubige Christen den Ort als Wallfahrtsort nutzen. Insgesamt machen sich jährlich um die 2,5 Millionen Menschen auf den Weg nach Medjugorje.

Die Untersuchungen durch den Vatikan laufen natürlich stetig weiter. Aber so ein göttliches Wunder ist natürlich nur schwierig mit weltlichen Mitteln auf die Probe zu stellen. Zumindest aus der Sicht eines rationalen Menschen.

Eine Pilgerfahrt nach Medjugorje

Der durchschnittliche Pilger sollte mindestens einen Tag in dieser bosnischen Stadt verbringen. Als allererstes steht natürlich der Besuch des Hügels Crnica auf dem Tagesprogramm. Schließlich nahm hier die ganze Geschichte ihren Lauf. Heute steht dort ein große Marienstatue aus Marmor. Menschen beten vor ihr und knien nieder.

Generell braucht es keine wunderhaften Erscheinung um die Gottesmutter hier zu finden. Überall in der Stadt stehen Marienstatuen, Souvnierhändler bieten Maria in sätmlichen Formen zum Kauf an und auch in den Kirchen ist Maria die wichtigste biblische Persönlichkeit geworden.

Sehr gefragt sind außerdem die Beichtkabinen in den angrenzenden Kirchen. Viele Gläubige versprechen sich hier von ihrer seelischen Last befreit zu werden. Auf dem großen zentralen Platz wurde ein Altar und Bühne gebaut. Auf den Sitzplätzen finden mehrere hunderte von Besuchern Platz bei regelmäßig stattfindenden Messen und Andachten.

Skulptur des Auferstandenen Jesus in Medjurgorje (Bosnien und Herzegowina)
Die „Skulptur des Auferstandenen Jesus“ gehört ebenfalls zu den Sehenswüridgkeiten in Medjugorje.

Medjugorje ist eine Erlebniswelt für Christen

Über die Jahrzehnte ist Medjugorje zu einer wahren Erlebniswelt für Christen geworden. Doch auch wer nicht gläubig ist, sollte einen Besuch bei seiner Bosnien-Reise hierher einplanen. Den gebotenen Respekt vorrausgesetzt hat man hier die Möglichkeit einen echten Pilgerort selber zu erleben.

Die Mischung aus kommerziellen Nutzen, wahren tiefen Glaubens und nicht zuletzt auch dem Charme dieses kleines bosnischen Dorfes, rechtfertigen auf jeden Fall die Reise nach Medjugorje.

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