Hot Pots in Island: 6 Tipps für ein unvergessliches Badevergnügen!

Island

Schwimmen in Island
Die Isländer liebt es in heißen Quellen - Hot Pots - zu baden. Hier ist Schwimmen viel mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung - fast eine Religon!

Hot Pots: Thermalbad, Naturpool oder Schwimmbad? Ein Bad in den heißen Quellen hat in Island lange Tradition. Als Tourist dabei sein? Unbedingt! Aber bitte auch an die Regeln halten!

Islands „Hot Pots“ – ohne Baden geht es gar nicht!

Island wird nicht umsonst als das Land aus Eis, Feuer und Wasser bezeichnet. Da die Insel direkt auf einem der aktivsten vulkanischen Orte der Erde liegt, gibt es hier ziemlich viel geothermologische Energie. Das warme bis kochend heiße Wasser schießt daher praktisch überall aus dem Boden – sei es in Form von Geysiren, Seen oder Flüssen. Diese natürliche Wärme macht man sich im häufig sehr kalten Island seit Jahrhunderten zur Nutze. In warmen Naturpools – sogenannten „Hot Pots“ – haben mit großer Wahrscheinlichkeit damals schon die Wikinger gebadet.

Die Wikinger sind zwar Vergangenheit, aber auch die modernen Isländer pflegen die inländische Badekultur. Sei es in Hot Pots, die die Natur angelegt hat oder künstlichen Becken, die mit dem heißen Wasser der Thermalquellen gespeist werden. In fast jedem Dorf befindet sich ein Schwimmbad, überall auf der Insel befinden sich natürliche historische Becken oder dampfende Flüße und Seen.

Was macht die Hot Pots in Island so besonders? Wo darf man schwimmen? Und was sollte man beachten?

Hot Pots, Naturpools, Schwimmbad – wo kann man in Island alles baden?

Schild Schwimmbad 800m
Die Anzahl natürlicher und künstlicher Hot Pots in Island ist riesig. Fast überall kann man eine Badegelegenheit finden.

In der isländischen Badekultur unterscheidet man zwischen 3 Arten von Hot Pots:

Natürliche Hot Pots

Hier wird schon seit der Besiedlung Islands gebadet. Überall wo sich aus den Quellen das heiße Wasser in Teichen oder kleinen Seen sammelt, kann wohl auf die traditionellste Art gebadet werden. Hier hat der Mensch nicht selber Hand angelegt. Zumindest wenn es um die eigentliche Badequelle geht. An gut erreichbaren Badegelegenheiten wurden teilweise schon im Mittelalter Umziehmöglichkeiten oder auch Sitzgelegenheiten geschaffen. Diese historischen Pools sind oftmals kostenlos nutzbar. Die Ausstattung vor Ort dafür aber auch sehr simpel gehalten. Dafür hat man – je nach Ort – einen sehr natürlichen oder historischen Touch beim Entspannungsbad. Leider werden diese Orte oft vermüllt von Touristen und Einheimischen hinterlassen.

Naturpools, Thermalbäder, Badeseen

Auch diese Variante der Hot Pots haben einen natürlichen Ursprung. In der Nähe von geeigneten heißen Quellen, wurden teilweise künstliche Seen oder Tümpel angelegt. Das heiße Wasser wird mit ausreichend kühlem Wasser vermengt. Die Seen sind oft ansehnlich gestaltet und auch mit dem Auto einfach zu erreichen. Ebenso gibt es meistens moderne (und saubere) Umkleidekabinen, Toiletten und oft auch Gastronomie vor Ort. Dieser Luxus hat natürlich seinen Preis und so werden für einen Besuch schnell mal zwischen 10 und 25€ fällig.

Schwimmbäder

Da die Hot Pots meistens in der Natur liegen, man auf den Badespaß direkt in den Ortschaften aber nicht verzichten will, existieren in Island knapp 169 Schwimmbäder. Eine stolze Zahl, wenn man die überschaubare Einwohnerzahl von Island betrachtet. Bei ca. 360.000 Einwohnern kommen so gerade mal rund 2000 Menschen auf ein Schwimmbad. Der Großteil dieser innerstädtischen Bäder werden mit der vielerorts verfügbaren thermischen Energie geheizt. Neben großen Schwimmerbecken gibt es meistens auch mehrere kleine, oft runde Becken mit Sitzgelegenheiten und verschieden hohen Wassertemperaturen. Sozusagen ein natürlich erwärmter Whirlpool – ganz ohne Blubbern. Die Preise hier sind recht fair. Zwischen 3 und 10€ kann man beim Baden entspannen, ohne den Ort verlassen zu müssen

Isländische Badetradition: Diskussionen, Schach spielen und essen

Der Besuch eines Thermalbads ist in Island nicht nur ein schöner Zeitvertreib, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der isländischen Kultur. Bereits im Mittelalter wurden heiße Quellen zum Baden genutzt. Da auch der Schwimmunterricht an Schule verpflichtend dazugehört, kann quasi jeder Isländer schwimmen.

Die Isländer lieben besonders heiße Bäder. Temperaturen über 36 Grad, teilweise sogar 40 und mehr, sind hier üblich. Der Begriff „Hot Pots“ ist daher wirklich wörtlich zu nehmen. Ausgedehnte Bäder in solch heißem Wasser sind besonders gesund. Daher ist der Eintritt für Senioren auch in den meisten Schwimmbädern und Naturpools kostenlos.

Das regelmäßige Bad ist für Einheimische auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Nach Feierabend und am Wochenende trifft man sich hier mit Familie und Freunden, unterhält sich und diskutiert. Sogar das ein oder andere Firmenmeeting soll schon in einem warmen Pool abgehalten worden sein. Egal wie das Wetter ist, ob die Sonne scheint oder es – wie das ganze Jahr so häufig – regnet und vernebelt ist: Es gibt kaum Gründe, dass Schwimmen ausfallen zu lassen.

Vieles was auch bei Bekannten im Wohnzimmer oder Garten möglich wäre, wird in ein Bad ausgelagert. So wird hier auch gepicknickt oder Schach gespielt. Erlaubt ist was niemanden anderen stört. Wer es sich leisten kann, zapft auch gerne heiße Quellen in der Nähe des eigenen Gartens an und baut sich einen eigenen Naturpool im Garten. Besonders im Winter wird so ein heißes Bad besonders gerne angenommen – nur sehr wenige Bäder sind übrigens überdacht!

Keine Ausnahme: Baderegeln in Island

In Island gelten strenge Hygiene- und Baderegeln. Was für die Einheimischen schon ganz normal ist, wird den Touristen zunächst vielleicht etwas verwirren. Glücklicherweise werden an touristischen Hot Spots diese Regeln meistens mit entsprechenden mehrsprachigen Hinweistafeln noch einmal aufgelistet. Inzwischen sind neben der unglaublichen Natur auch „Hot Pots“ zu einem Hauptziel von Island-Reisenden geworden.

Hygienregeln Island
Die Isländer legen viel Wert auf eine ordentliche Hygiene in Schwimmbädern und Naturpools.

Bei ausgebauten Schwimmbädern und Thermalseen, werden in einem seperaten Raum zunächst die Schuhe ausgezogen und abgestellt. Enorm praktisch – so gelangt kein Straßendreck in die eigentlichen Umkleideräume.

Bevor man dann aber seine Badesachen anzieht, muß ausgiebig geduscht werden. Und das nackt und nicht nur oberflächlich. Für all die Touristen, die dabei etwas lasch zur Tat schreiten, gibt es extra Hinweisschilder, auf welche Körperregionen man achten sollte. Besonders da, wo selten die Sonne hinscheint ;-). In dem ein oder anderem großen Bad gibt es sogar eine Art „Duschpolizei“. Ein Mitarbeiter überwacht, dass die Gäste, bevor sie ins Wasser gehen, erst richtig duschen. Wer dabei Stellen übersieht, wird vom Duschmeister zurück zum Waschen geschickt.

Bei natürlichen „Hot Pots“ oder Orten mitten in der Natur, gibt es diese Kontrolle natürlich nicht. Doch man kann sich gewiß sein: Wenn Isländer vor Ort sind, werden sie einen darauf hinweisen. Außerdem ist es auch eine Frage des Respekts sich an diese verkraftbaren Regeln zu halten.

6 Tipps für einmalige „Hot Pots“ in Island

Die Anzahl von Hot Pots in Island weiß wohl niemand ganz genau. Es sind einfach so viele. Damit du ein paar Anregungen hast, habe ich dir eine Auswahl von 6 wunderschönen und doch so verschiedenen Pools an Heißen Quellen zusammengestellt. Viel Spaß beim Island-Bad!

 

Die Blaue Lagune – der Urlaubs-Klassiker

Blaue Lagune Island
Die blaue Lagune ist der absolute Badeklassiker für die Island-Reise. | Foto: Heather R. via Flicker (CC BY-SA 2.0)

Die Blaue Lagune ist der absolute Island-Klassiker. Das liegt vorallem an seiner Größe. Nur wenige Naturpools sind so groß wie diese Schwimmanlage, die nur unweit von Reykjavik liegt und daher sogar mit dem Bus schnell erreichbar ist. Die Umkleiden sind hier 1A und insgesamt gibt es nichts, auf das man bei einem Besuch verzichten müßte. Sogar eine eigene Poolbar kann man schwimmend erreichen – ohne das warme Nass verlassen zu müssen.

Das ganze hat allerdings auch einen stolzen Preis. Ab 55€ (Stand 2019) bekommt man hier das Komfort-Paket, dass einen ganztägigen Aufenthalt ermöglicht. Etwas sparen kann man übrigens, wenn man nur die letzte Stunde des Tages vorbeischaut.  Dann gibt es nämlich einen Rabatt!

 

Seljavallalaug – nur zu Fuß erreichbar

Seljavallalaug
Das historische „warme Becken“ Seljavallalaug ist erst nach einem kurzen Fußmarsch zu erreichen.

Deutlich günstiger – nämlich gratis – ist ein Bad im Selijavallaug. Dafür muß man zunächst aber eine kleine Wanderung unternehmen. Nach wenigen Kilometern durch die unberührte Natur Islands bist du an dem historischen Becken am Rande des Hochlands angelangt. Der Wanderweg liegt direkt an der Rungstraße im Süden des Landes zwischen den berühmten Wasserfällen Seljalandsfoss und Skogafoss. Also perfekt für einen kleinen Zwischenstopp geeignet. Vom Parkplatz sollte man je nach Lauftempo nicht mehr als 15 oder 20 Minuten brauchen.

Der kleine Pool wurde 1923 erbaut und diente damals vorallem Schülern aus der Region für den Schwimmunterricht. Heute existiert aber darüber hinaus auch ein großer Pool, der erst 1993 entstand und näher am Parkplatz liegt. Es gibt hier zwar Umkleidekabinen, diese sind jedoch – häufig von Touristen – so mit Müll und anderen Hinterlassenschaften zurückgelassen worden, dass sie häufig unnutzbar sind.

 

Secret Lagoon (Gamla Laugin) – natürlich und schnell erreichbar

Secret Lagoon Island
Kein Geheimtipp mehr – aber schnell erreichbar und natürlich gehalten: Die Secret Lagoon

Auch wenn der Name was anderes verspricht: Geheim ist diese Lagune mit Sicherheit nicht mehr! Dafür bietet sie aber auch bei großem Andrang genügend Platz für alle. Sie wurde direkt neben einen kleinen Geysir gebaut und künstlich vergrößert. Die alte Umkleide nutzt heute niemand mehr, dafür erinnert sie gut an frühere Zeiten dieses Hot Pots. Das isländische „alte Schwimmbad“ („Gamla Laugin“ wörtlich übersetzt) ist einfach gehalten. Im dazugehörigen Gebäude befinden sich aber ein Café, Umkleiden und Duschen.

Das einzige Becken der Secret Lagoon ist nicht gekachelt, sondern von Natursteinen eingefasst. Außerdem besteht der Boden aus schwarzen Kieseln. Diese wirst du aber beim Schwimmen nicht sehen können. Dafür ist das Wasser zu trüb. Je näher man an die eigentliche heiße Quelle schwimmt, umso wärmer wird die Temperatur durch einströmendes kochendes Wasser.

Der reguläre Eintrittspreis ist mit 22 Euro (Stand 2019) zwar recht hoch, aber deutlich günstiger als bei der (noch) bekannteren „Blauen Lagune“.

 

Gudrunarlaug – klein aber fein!

Naturpool Gudrunarlaug
Der Naturpool Gudrunarlaug liegt im Westen Island und wird bereits in alten Sagen erwähnt.

Der kleine, runde Hot Pool Gudrunarlaug ist nichts für große Reisegruppen. Mit ein bißchen Quetschen passen vielleicht 6 Leute hinein. Benannt wurde es übrigens nach einem großen Held der isländischen Sagenwelt: Guðrún Ósvífursdóttir

Eigentlich müßte er uralt sein, jedoch wurde er wahrscheinlich im 19. Jahrhundert durch einen Landrutsch völlig zerstört. 2009 hat man ihn aber getreu den Erzählungen wieder aufgebaut. Eine kleine Wikingerumkleide, sorgt für die perfekte historische Stimmung.

Der Pool liegt in Laugar im Nordwesten Islands. Am besten parkst du dein Auto am Hotel Edda und läufst von dort den kleinen Hügel gegenüber hinauf. Mit ein bißchen Glück kannst du diesen Ort ganz für dich alleine haben. Und der Eintritt ist sogar kostenlos!

 

Laugardalslaug – Erholung mitten in Reykjavik

Zwar kein Naturpool, dafür aber direkt in der Stadt: Schwimmbad Laugardalur in Reykjavik
Zwar kein Naturpool, dafür aber direkt in der Stadt: Mitten in Reykjavik lädt das Schwimmbad im Stadtteil Laugardalur zum Baden ein. | Foto: Laugardalur von (rinse) via Flickr (CC BY-ND- 2.0)

Du bist in Reykjavik und willst auch in der Stadt etwas entspannen? Insgesamt gibt es dort 7 städtische Schwimmbäder – empfehlen würde ich dir das Schwimmbad im Stadtteil Laugardasslaug.

Hier findest du alles, was das Herz begehrt: Es gibt ein großes (ungeheiztes) Schwimmerbecken, Rutschen und Kinderbereich. Eine Besonderheit sind gleich mehrere (künstlich angelegte) Hot Pots. Diese haben verschiedene Temperaturen, wobei der heißeste auf 42 Grad hoch geht – nicht Jedermanns Sache! Entspannung bietet auch das eigene Dampfbad. Die angrenzende Zuschauertribüne des Sportbads wird eigentlich selten von Zuschauern belegt. Vielmehr trainieren hier Jogger beim Treppenlauf ihre Ausdauer.

Mit 7,50€ Eintritt ist dieses stadteigene Bad auch noch recht erschwinglich.

 

Jarðböð am See Mývatn – Islands Nordtipp

Jarðböð am Myvatn See in Island
Das beliebte Thermalbad Jarðböð am Myvatn See ist im Norden Islands ein beliebter Hot Pot, in dem man entspannt baden und schwimmen gehen kann.

Jarðböð heißt das Thermalbad am See Mývatn und ist wohl eines der beliebtesten Bäder im Norden von Island. Von hier kann man in leuchtenden blauen Wasser eingetaucht in die Weite des Hochlandes schauen. Umkleiden und Duschen sind natürlich auch vorhanden.

Nach einer umfassenden Renovierung 2004 ist das Thermalbad wieder im neuen Glanz eröffnet worden. Bei ca. 40 Grad und einer Seefläche von 5.000 m² kommt hier sogar im Winter karibisches Feeling auf. Einpacken sollte man auch Mückenschutz – übersetzt heißt Mývatn nämlich Mückensee – und das nicht ganz grundlos ;-).

Der Eintritt in Jarðböð kostet – je nach Saison – zwischen 33 und 39 Euro.

 

Hot Pots sind immer gut für einen Zwischenstopp!

Die isländischen Hot Pots solltest – und kannst du eigentlich auch gar nicht – auf einer Island-Reise auslassen. Wenn das Wetter mal schlecht ist, eignen sie sich perfekt zum Aufwärmen und wenn die Füße vom vielen Laufen mal weh tun, findest du in ihnen die perfekte Erholung. Baden gehört in Island einfach zur Kultur dazu und sollte daher ein fester Bestandteil bei deinen Planungen sein.

Die Liste an empfehlenswerten Hot Pots lässt sich mit Sicherheit noch erweitern:

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4 Kommentare

  1. Island ist sicher ein tolles Reiseziel. Mich würden vor allem auch die Vulkane interessieren. Die heißen Quellen sind sicher auch toll. Am besten gefällt mir Seljavallalaug. Das sieht mir am wenigsten überlaufen aus. Schöner Artikel, gerne gelesen.

    • Hallo Röttchen

      Ja, das stimmt. Aber insgesamt ist Island inzwischen so beliebt, dass es nur noch wenig menschenleere Ecken gibt. Ein Tipp: In der absoluten Nebensaison reisen. Das Wetter spielt eh das ganze Jahr über verrückt ;-).

  2. So ein wunderbarer Artikel, da komme ich richtig ins Schwelgen. Ich war im Juni in Island und gerade die Hot Pots sind bei dem rauen Wetter eine ganz tolle Abwechslung. Besonders hat mir auch der heiße Fluss bei Tal Reykjadalur nahe der Ring Road gefallen. Es ist nicht weit von Reykjavík und man hat auch eine tolle Wanderung dabei. Einige deiner Hot Pot Hotspots kannte ich noch gar nicht. Aber es wird sicher bald wieder eine Gelegenheit dafür geben! Danke für deine Tipps.

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