Kejetia in Kumasi: Der größte Markt Westafrikas

Kejetia Markt in Kumasi
Der Markt Kejetia in Kumasi ist der größte Markt in Ghana und vermutlich der größte in ganz Westafrika. Man schätzt, dass es hier 45.000 Händler und Dienstleister gibt.

Der Marktplatz Kejetia in Kumasi ist auf jeden Fall der größte Markt in ganz Ghana. Höchstwahrscheinlich sogar der größte Markt in Westafrika. Man sagt, dass man hier alles bis auf Flugzeuge und Schiffe kaufen kann.

Nähert man sich dem Zentrum von Kumasi kann man Großteile des Markts Kejetia zunächst überhaupt nicht erkennen. Von weitem sieht er aus wie eine riesige Lagerhalle. Die vielen Wellblechdächer lassen auch von einem erhöhten Standort nur wenige Blicke auf das rege Treiben unter ihnen zu.

Dabei liegt hier zwischen dem größten Krankenhaus und dem Kulturzentrum der Millionstadt in Ghana der wahrscheinlich größte Marktplatz in ganz Westafrika.

Der größte Open-Air-Laden in ganz Ghana ist er auf jeden Fall.

Mehr als 45.000 Händler verkaufen auf dem Kejetia

Schätzungen zufolge bieten hier zu Stoßzeiten bis zu 45.000 Händler ihre Waren oder auch Dienstleistungen an. Die gesamte Marktfläche beträgt 12 Hektar, was in etwa der Fläche von 17 Fußballfeldern entspricht. Die Anzahl der Marktstände läßt sich auch nur erahnen. Es könnten aber bis zu 15.000 sein.

Besonders für den Europäer ist dies ein spektakulärer Ort. Die Gassen sind so eng, dass es häufig unmöglich ist ohne Körperkontakt andere Menschen zu passieren. Es gibt keine klaren Wege und unzählige Abbiegungen. Das ganze wird schnell zum Labyrinth und, wenn man nicht gut auf seine Mitreisenden achtgibt, kann man auch schnell im Gewirr verloren gehen.

Doch es ist nicht nur diese Menschenmenge, die den Markt schon als solches zu einem wahren Erlebnis macht. Man sagt, es gibt beinahe nichts, was man auf dem Markt in Kumasi nicht kaufen kann.

Und wenn man mal selbst da war und die Mischung aus den unterschiedlichsten Gerüchen in der Nase hat, glaubt man dies bestimmt sofort. Von sämtlichen vorstellbaren Gewürzen, über Gemüsesorten bis zu einer riesigen Auswahl an Fisch- und Fleischprodukte findet man allein im Bereich Lebensmittel wohl mehr, als die riesigen Supermärkte in Europa auf Lager haben können.

Die Lautstärke auf dem Markt ist erheblich: Überall wird geschrien! Die Händler preisen ihre Ware an, halten sie einem direkt vors Gesicht oder rufen einem laut zu, mal einen genaueren Blick in ihre kleine Hütte oder auch nur der ausgebreiteten Decke auf dem Boden zu werfen.

Doch es sind nicht nur Lebensmittel, die man auf dem Markt Kejetia in Ghanas zweitgrößter Stadt finden kann. Sprichwörtlich heißt es, dass man hier alles findet, außer vielleicht Flugzeuge und Schiffe – und selbst dabei sollte man sich nicht so sicher sein.

Hier gibt es Fernseher und weitere Elektronikartikel, Spielzeug und feine Stoffe, Kosmetikartikel und Benzin, Haustiere und Hühner zum Selberschlachten. Und diese Liste läßt sich beliebig erweitern.

Kejetia Markt in Ghana (Kumasi)
Dieser Händler hat sich auf „Afrika-Versionen“ von modernen Sportuhren spezialisiert. Es gibt überall keine Festpreise sondern nur eine Verhandlungsbasis.

Selbst ein Zug fährt mitten durch den Markt

Es gibt einen weiteren Titel, den der Kejetia Markt in Ghana problemlos gewinnen würde. Man könnte ihn durchaus auch als engsten Markt Westafrikas prämieren. Frauen und Männer tragen ihre Einkäufe direkt auf dem Kopf und drängen sich durch die engen Gassen hindurch.

Und genau wegen dieser Enge, weichen einige Markststände dahin aus, wo ab und zu Züge fahren!

Direkt an den Gleisen (oder teilweise auch einfach mal direkt auf ihnen) probieren viele Menschen mit ihrem Obst und Gemüse etwas zu verdienen. Sollte dann dennoch ein Zug kommen, sind nicht nur die Händler sondern auch die Lokführer bestens darauf vorbereitet.

In Sekundenschnelle räumen die Marktleute die Gleise wieder frei. Der Lokführer erledigt seinen Teil, indem er möglichst langsam und vorsichtig zwischen den Menschen herfährt.

Ein Feuer zerstörte den Markt zuletzt 2001

Aufgrund schlampig verlegter Stromkabel, kam es zuletzt im Jahr 2001 zum einen verherrenden Brand auf dem Markt. Man geht davon aus, dass dabei rund 150 Marktstände zerstört wurden. Ein wirtschaftlicher Schaden konnte nie beziffert werden.

Unter anderem aus diesem Grund, gibt es nun eine Polizeistation im Herzen des Markts. Außerdem patrouliert eine Stadtwache über das Gelände. Zum einen soll der Kriminalität damit Einheit geboten werden, allerdings muß auch das friedliche Zusammenarbeiten der etliche Händler und Dienstleister überwacht werden.

Besonders am Abend, wenn die meisten Händler den Marktplatz verlassen, muß man administrativ einschreiten, damit so eine massenhafte Abreise überhaupt ohne größere Schäden vonstatten gehen kann.

Doch die Ruhe auf dem Kejetia Markt in Ghana ist nur von kurzer Zeit: Der größte Markt Westafrikas wird wie jeden Tag auch am nächsten Morgen wieder mitten in Kumasi lebendig werden.

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