Trencin: Ein (fast) geheimer Tipp für die Slowakei-Reise!

Trencin in der Slowakei
Über Trencin thront die Burg. Sie ist das Markenzeichen und Aushängeschild der slowakischen Stadt.

Trencin in der Slowakei zählt als Reiseziel noch zu den Geheimtipps. Urlauber finden hier eine bezaubernde Kleinstadt mit einer malerischen Altstadt und mittelalterlicher Atmosphäre vor.

Ein Tag in Trencin geht (viel zu) schnell vorbei. Denn auch wenn die Stadt recht klein ist (ca. 55.000 Einwohner), gibt es hier einiges an Sehenswürdigkeiten zu sehen und zu entdecken.

Die Burg Trencin wacht über die Stadt

Die Burg Trencin ist das Wahrzeichen und der markanteste Punkt der Stadt. Auf einem Felsen thront sie über der Altstadt. Von hier oben hat man einen guten Ausblick über ganz Trencin.

Burg Trencin
Die Burg Trencin ist das Wahrzeichen der Stadt. Gebaut wurde sie im 11. Jahrhundert.

Die Burg Trencin (oder in Landessprache Trenciansky hrad) wurde im 11. Jahrhundert auf einem steilen Felsen gebaut. Von Beginn an war sie dem König vorbehalten. Das einfache Volk siedelte sich zum Fuß der Burg an.

Im Laufe der Geschichte war sie im Besitz verschiedener Adelsfamilien. Am bekanntesten ist wohl Matus Cak Trenciansky, der neben dieser Burg noch viele weitere in der heutigen Slowakei besaß. Nicht ganz umsonst nannte man ihn deshalb wohl auch den „Herrscher über Váh und Tatra“.

Blick von der Burg Trencin
Von der Burg Trencin hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und den Fluß Waag.

Die dunkelste Stunde erlebte die Trenciner Burg im Jahr 1790. Ein großer Brand zerstörte viel von dem majestätischen Gebäude. Eine umfangreiche Rekonstruktion lässt ihr dieses Unglück aber heute nicht mehr anmerken.

Im Inneren der Burg findet man heute verschiedene Ausstellungen (u.a. mit Funden die während der Rekonstruktion ans Tageslicht kamen). Die diversen Türme können bestiegen werden und bieten dem Besucher eine fantastische Aussicht über Trencin und das Umland. Auch finden hier regelmäßig Konzerte, Mittelalterspiele und Mitmachprogramme für Besucher statt. Zu den Highlights gehört eine Greifvogelshow.

Greifvogelshow
Im Innenhof der Burg finden tägliche Greifvögelshows statt.

Das bekannteste – und bei Touristen auch beliebteste – Objekt auf dem Burgareal ist aber der 80m tiefe Liebesbrunnen. Der Legende nach nahm einst der Burgherr Stefan Zapolya die schöne Fatima in der Burg gefangen. Damit der türkische Prinz Omar seine große Liebe zurückgewinnen konnte, mußte dieser zunächst einen Brunnen in den Felsen graben, der Wasser fördern konnte. Ganze 4 Jahre sollte diese Aufgabe dauern. Aber schlußendlich war Omar erfolgreich und er wurde zusammen mit seiner Fatima freigelassen.

Unter den vielen sehenswerten Burgen in der Slowakei zählt die in Trencin zu den bedeutendsten. Ein Besuch in der Stadt lohnt sich für Burgenfans alleine schon dafür. Übrigens zählt sie auch zu den größten Burgen in ganz Europa.

Ein Bummel durch die Altstadt von Trencin

Unterhalb der Burg wird es nicht weniger sehenswert. Die Altstadt von Trencin erzählt auf ihren Plätzen und in ihren Gassen von damals. Der Besucher hat Gelegenheit diese mittelalterliche Atmosphäre ganz ohne Hektik und Touristenmassen auf sich wirken zu lassen. Da Trencin noch zu den unbekannteren Schönheiten in östlichen Europa gehört, fallen die Busladungen an Menschen bislang (zum Glück) hier noch nicht ein.

Gassen in Trencin
In den Gassen von Trencin findet man kleine Läden, urige Cafes und schmackhafte Restaurants.

Zu den markantesten Gebäuden in Trencin zählen das gelbe Rathaus und der weiße Stadtturm. Zu ihren Füßen liegt die breit angelegte Fußgängerzone, die größenteils verkehrsbefreit ist. Dadurch gibt es viele Möglichkeiten bei gutem Wetter das deftige slowakische Essen auf einer der Terrassen der anliegenden Restaurants zu genießen oder auch bei einem Kaffee und Stück Kuchen den Nachmittag entspannt ausklingen zu lassen.

Stadtturm Trencin
Der markante weiße Stadtturm kann gegen ein kleines Eintrittsgeld bestiegen werden.

Fotomotive findet man in der Altstadt eigentlich überall. Doch ein guter Tipp ist es, den alten Stadtturm zu besteigen. Der Aufstieg ist relativ schnell erledigt und von hier oben hat man nochmal einen ganz anderen Blick in die Altstadt.

Blick vom Stadtturm
Der Aufstieg auf den Stadtturm lohnt sich: Von hier oben hat man einen guten Blick in die Gassen von Trencin.

Der Wassermann-Brunnen (Vodnik) ist nicht nur für Kinder

Auf dem großen Marktplatz in Trencin steht ein ganz besonderer Brunnen. Der Wassermann-Springbrunnen Vodnik ist besonders im Sommer, nicht nur ein großer Spaß für Kinder. Hier schaut er mit seinem Zylinder heraus und spritzt ungehemmt Wasser aus seinem Mund, dass mehrmals den Boden berührt und wieder hochzuspritzen scheint.

Vodnik Brunnen Trencin
Der Wassermann-Brunnen in Trencin ist nicht nur für Kinder ein lustiger Zeitvertreib.

Zur Abkühlung kann man also hier gerne eine kleine Dusche nehmen. Aber auch wenn das Wetter gerade nicht passt oder man einfach trocken bleiben will, macht es Spaß diesen Brunnen zu beobachten. Weltweit gibt es bestimmt nur wenige Brunnen, die mit einer solchen Aufbau die gesamte Aufmerksamkeit eines ganzen Platz für sich vereinahmen können.

Die alte Synagoge bringt den orientalischen Touch nach Trencin

Ein Gebäude am Rand der Altstadt mag beinahe gar nicht in das Bild passen. Die Trenciner Synagoge wirkt weniger mittelalterlich – fast schon ein wenig orientalisch.

Synagoge in Trencin
Die Synagoge in Trencin wurde 1912/13 errichtet.

Verglichen mit den anderen Gebäuden, zählt sie hier schon fast zu den „Jungspunden“. Erst 1912/1913 wurde sie erbaut und diente einst dem jüdischen Teil der Bevölkerung als Gotteshaus. Heute leben leider nicht mehr viele Juden in der Stadt. Das Gebäude wurde aber erhalten und gut gepflegt. Derzeit dient es für Ausstellungen und wird auch für Kulturveranstaltungen genutzt.

Es lohnt sich auch mal ins Innere zu schauen. Die liebevoll verzierten Fenster, der große Kronleuchter und die Ränge sind durchaus sehenswert.

Synagoge Trencin
Im Inneren der Trenciner Synagoge finden heute wechselnde Kunstausstellungen statt.

Römische Inschriften im Felsen

Das Hotel Elisabeth ist mit seinen 4-Sternen nicht nur das beste in der ganzen Stadt. In seinem Inneren findet sich auch gar historisches.

Das Hotel wurde direkt an den Felsen gebaut, so dass Teile des großen Hotels nicht über eine eigene Wand verfügen, sondern mit dem Felsen abschließen. An manchen Stellen lassen sich wahrhaftig Inschriften wiederfinden, die zu Zeiten des antiken Roms entstanden sein müssen. Ein Indiz dafür, dass Trencin schon weit vor dem Mittelalter bevölkert gewesen sein muß.

Wer nicht gerade im Hotel residiert, kann sich schnell hinschmuggeln um sich davon selber zu überzeugen. Ein Aufenthalt im Hotel soll aber auch lohneswert sein – leider habe ich das nicht selber getestet ;-).

Trencin ist (noch) ein Geheimtipp!

Wenn die Slowakei verglichen mit dem Nachbarn Tschechien noch ein touristischer Geheimtipp ist, dann ist Trencin noch ein kleines Juwel in diesem Teil Europas. Wer die Städte in Tschechien, Ungarn oder auch Wien liebt, wird es auch in Trencin toll finden. Hier braucht man auf nichts zu verzichten – außer auf große Menschenmassen! 😉

Marktplatz Trencin
Besonders im Sommer findet das Leben auf den Plätzen Trencins statt.

Ausnahme bilden vielleicht die häufig stattfindenen Veranstaltungen auf den Plätzen und Straßen statt. Das Leben im Sommer spielt sich nämlich hier gerne im Freien ab. Man trifft Freunde oder verbringt den Tag mit der Familie. Es ist ein Leichtes mit den Einwohnern so in Kontakt zu kommen.

Wer eine Slowakei-Reise plant, sollte nicht Trencin auf seiner To-Do-Liste vergessen!

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