Accra: Die Hauptstadt des westafrikanischen Ghanas ist laut, trubelig, chaotisch und für Touristen schwierig zu durchschauen. Dabei lohnt sich eine Tour durch die Stadt durchaus, wenn man das „echte“ Afrika kennenlernen möchte.
Accra, die Hauptstadt Ghanas, ist laut, lebendig, chaotisch – und genau deshalb so faszinierend. Für viele Reisende wirkt die Millionenmetropole auf den ersten Blick schwer zugänglich. Doch wer sich Zeit nimmt und genauer hinschaut, entdeckt eine Stadt voller Geschichte, Energie und kultureller Tiefe.
Accra ist oft der erste Berührungspunkt mit Ghana, denn hier landen die meisten internationalen Flüge. Viele Reisende ziehen schnell weiter zu den Stränden oder ins Landesinnere. Dabei lohnt sich ein Aufenthalt in der Hauptstadt ganz besonders, um das moderne und historische Ghana gleichermaßen kennenzulernen. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Geschichte der ghanaischen Hauptstadt, deren Sehenswürdigkeiten und weitere Reisetipps.
Die Geschichte von Accra – vom Küstenhandel zur Hauptstadt Ghanas
Die Geschichte Accras ist eng mit dem europäischen Kolonialhandel und der späteren Unabhängigkeit Ghanas verbunden. Ursprünglich war die Region von verschiedenen ethnischen Gruppen besiedelt, bevor europäische Mächte im 17. Jahrhundert entlang der Küste Handelsstützpunkte errichteten.
Briten, Niederländer und Dänen bauten Festungen und Handelsplätze, die Accra schrittweise zu einem wichtigen Zentrum machten. Im Jahr 1877 erklärten die Briten Accra schließlich zur Hauptstadt der damaligen Goldküste.
Mit der Unabhängigkeit Ghanas im Jahr 1957 begann eine neue Ära. Accra wurde zum politischen und symbolischen Zentrum des ersten unabhängigen Staates südlich der Sahara. Noch heute ist die Stadt stark geprägt vom Freiheitsgedanken und dem Stolz auf diese historische Rolle.
Die besten Sehenswürdigkeiten in Accra (+ Karte)
Nachfolgend findest du die besten Sehenswürdigkeiten in Accra, damit du mit deiner Reiseplanung beginnen kannst. Alle erwähnten Orte sind in der interaktiven Karte markiert.
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Mehr InformationenMausoleum von Kwame Nkruma
Das Mausoleum von Kwame Nkrumah gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Accras. Es erinnert an den Unabhängigkeitskämpfer und ersten Präsidenten Ghanas, der das Land 1957 in die Freiheit führte.
Kwame Nkrumah war nicht nur Politiker, sondern auch eine der zentralen Figuren der panafrikanischen Bewegung. Er setzte sich für die Zusammenarbeit afrikanischer Staaten ein und spielte eine wichtige Rolle während der Dekolonialisierung Afrikas in den 1960er-Jahren.
Nkrumah verstarb 1972 im Exil in Bukarest. Heute befinden sich seine sterblichen Überreste im Mausoleum in Accra, das von einem weitläufigen Gedenkpark und einem Museum umgeben ist. Der Ort bietet einen guten Einstieg in die moderne Geschichte Ghanas.
Platz der Unabhängigkeit (Independence Square)
Der Independence Square ist einer der größten öffentlichen Plätze Westafrikas. Meist wirkt er leer und weitläufig, doch zu besonderen Anlässen füllt er sich mit Zehntausenden Menschen.
Hier finden nationale Feierlichkeiten, Militärparaden und große religiöse Veranstaltungen statt. Besonders eindrucksvoll ist der Platz am Unabhängigkeitstag oder in der Neujahrsnacht, wenn hier der größte Gottesdienst des Landes abgehalten wird.
Direkt angrenzend steht der Independence Arch, ein Triumphbogen mit dem Datum der Unabhängigkeit und den nationalen Symbolen Ghanas. Auch wenn der Platz architektonisch schlicht ist, besitzt er eine enorme symbolische Bedeutung.
Das Viertel Georgetown
Georgetown gehört zu den lebendigsten Vierteln Accras. Hier zeigt sich das alltägliche Leben der Stadt in seiner rohesten und ehrlichsten Form: Straßenverkauf, spielende Kinder, improvisierte Werkstätten und dichtes Gedränge prägen das Bild.
Berühmt wurde Georgetown auch durch seine Boxtradition. Zahlreiche international bekannte Boxer stammen aus diesem Viertel. Selbst Muhammad Ali trainierte hier zeitweise und pflegte eine enge Beziehung zu Kwame Nkrumah.
Ein Spaziergang durch Georgetown ist intensiv, manchmal herausfordernd – aber extrem eindrucksvoll. Wer Accra verstehen will, sollte diesen Stadtteil nicht auslassen.
Ghanaische Küche
Accra ist ein Paradies für alle, die die ghanaische Küche kennenlernen möchten. Typische Gerichte wie Fufu, Banku oder Waakye gehören zum Alltag der Stadt. Dazu kommen Eintöpfe aus Blattgemüse, Erdnuss- oder Palmölsoßen sowie gegrillter Fisch und Fleisch.
Straßenstände und einfache Restaurants versorgen Millionen Menschen täglich mit frisch zubereiteten Speisen. Gegessen wird oft mit den Händen, die Gerichte sind mal mild, mal sehr scharf – aber fast immer sättigend und aromatisch.
Wer mutig ist, sollte sich durch verschiedene Street-Food-Stände probieren. Sie gehören zu den authentischsten kulinarischen Erlebnissen in Accra.
Das neue, moderne Accra
In der Nähe des Flughafens und in Stadtteilen wie Airport City zeigt sich Accra von seiner modernen Seite. Hochhäuser, internationale Hotels, Einkaufszentren und Bürokomplexe prägen hier das Bild.
Trotz der starken Gegensätze zwischen Arm und Reich gilt Accra als vergleichsweise sichere Großstadt. Die Kriminalität ist für westafrikanische Verhältnisse niedrig, dennoch ist gesunde Vorsicht – wie in jeder Metropole – ratsam.
Der dichte Verkehr, Abgase und das scheinbare Chaos gehören zum Alltag. Wer sich jedoch darauf einlässt und sich unter die Menschen mischt, erlebt eine Stadt voller Lebensfreude und Dynamik.
Weitere Reisetipps für Accra
Accra ist keine Stadt, die sich sofort erschließt. Doch wer sich auf den Lärm, das Chaos und die Energie einlässt, wird mit authentischen Einblicken in das moderne Afrika belohnt. Hier noch ein paar abschließende Reisetipps für einen gelungenen Aufenthalt.
Beste Reisezeit für Accra
Die beste Reisezeit ist die Trockenzeit von November bis März. Dann ist es heiß, aber vergleichsweise wenig feucht. Die Regenzeit bringt kurze, heftige Schauer, die den Alltag aber selten vollständig lahmlegen.
Anreise & Fortbewegung
Der internationale Flughafen von Accra ist das wichtigste Drehkreuz Ghanas. Innerhalb der Stadt bewegt man sich meist mit Taxis oder sogenannten Trotros – kleinen Minibussen, die günstig, aber oft sehr voll sind.
Sicherheit & Alltag
Accra gilt als relativ sicher, dennoch sollte man auf Wertsachen achten und nachts eher auf Taxis zurückgreifen. Freundlichkeit und Offenheit erleichtern den Kontakt mit Einheimischen enorm.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Accra
Auch außerhalb der Stadt gibt es lohnende Ziele. Besonders sehenswert sind die Küstenfestungen von Cape Coast und Elmina, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und eindrucksvoll an die Geschichte des Sklavenhandels erinnern.
Für Naturfreunde bietet sich ein Ausflug zum Aburi Botanical Garden an, der etwas Abkühlung vom Stadttrubel verspricht. Auch die Strände rund um Accra laden zu Tagesausflügen ein.




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