Hydra: Keine Autos, keine Party – eine besondere griechische Insel!

Insel Hydra Griechenland
Keine Autos, keine Partys, keine Hotelanlagen - für Reisende auf der Suche nach etwas besonderem, ist Hydra vielleicht der Geheimtipp unter den griechischen Inseln.

Unter den unzähligen Urlaubsinseln in Griechenland, gehört Hydra zu den unbekanntesten. Hier findet man keine Autos, keine Partys und keinen Massentourismus. Dafür aber beste Entspannung!

Von Piräus mit dem Schnellboot nach Hydra

Vom Hafen in Piräus am Rande von Athen geht die Reise los. In der Hauptsaison gibt es täglich mehrere Fahrten zu den Saronischen Inseln, zu denen auch Hydra gehört. Verschiedene Firmen haben ein eigenes Liniennetz geschaffen. Wie beim Bus- und Bahnverkehr ist es eine wichtige Verkehrsverbindung, nur dass sie in diesem Fall übers Wasser führt.

Die Fahrt nach Hydra dauert ungefähr 1,5 Stunden. Ein Schnellboot macht es möglich. Ungefähr 65km trennen die Insel und das griechische Festland. Auf dem Weg passiert man weitere Inseln. Flachenmäßig sind z.B. Poros oder Methana deutlich größer als Hydra. Aber Hydra ist was besonderes, weshalb es hierhin auch viele Tagesurlauber treibt.

Hydra war einst äußerst fruchtbar und wasserreich

Hydra gelangte zu ihrem Namen, als die Insel noch äußerst fruchtbar und wasserreich war. Heute ist das allerdings Geschichte. Besonders die Versorgung mit Trinkwasser ist für die knapp 2.000 Einwohner sehr kompliziert geworden. Bis 2014 mußte das wertvolle Gut sogar noch täglich mit einem Schiff geliefert werden. Mittlerweile betreibt aber eine private Firma eine Entsalzungsanlage auf der Insel, die nun die Bewohner Hydras mit wertvollem und reinem Trinkwasser versorgen kann.

Hafen von Hydra
Blick auf den Hafen von Hydra. Das Leben spielt sich hier direkt an der Promenade ab.

 

Die Insel ist etwa 20 km lang, 4 km breit und kommt auf eine Gesamtfläche von fast 50 km². Besiedelt ist Hydra eigentlich ausschließlich im Osten und Süden. In der Vergangenheit war die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig gewesen. Heute spielt sie eigentlich keine Rolle mehr. Den Wirtschaftsmotor halten nun die Fischerei, das Kunstgewerbe und der Tourismus am Laufen.

Keine Autos, keine Partys, keine Hotelanlagen

Bis auf ein Feuerwehrauto, gibt es auf Hydra quasi keine motorisierten Fahrzeuge. Und das hat seinen Grund: Um das Traditionelle zu wahren, wurden hier nie richtige Straßen gebaut. Und die Bewohner der Inseln sind stolz auf diese Entscheidung. Wenn man doch mal was transportieren muß, greift man auf Esel und Kutschen zurück. So war es schon immer und so soll es bleiben!

Für einen Tagesausflug vom Verkehrschaos und Lärm in der Hauptstadt Athen, macht diese Tatsache die Insel nicht nur bei ausländischen Touristen sondern auch Hauptstädtler für ein entspanntes Wochende äußerst beliebt. Hydra will auch gar nicht die Urlaubsinsel mit Massentourismus werden. Große Partys in Großraumdiskos sind hier untersagt. Außerdem setzten sich die Hydräer auch immer wieder gegen den Bau großer Hotelanlagen zu Wehr.

Daran konnte auch der Hollywood-Schauspiele Richard Branson nichts ändern. Er hat einen Zweitwohnsitz auf der Insel und versuchte immer wieder mit langwierigen Werbeaktionen die Anwohner davon zu überzeugen, die Insel touristisch besser zu vermarkten. Erfolglos!

Pferde auf Hydra
Da es keine Autos gibt, müssen bei schweren Transporten Esel, Pferde und Kutschen eingesetzt werden.

Auch Luxushotels mit gepflegten Poolanlagen wurden hier nie gebaut. Man will auch nicht der Hotspot für den gut betuchten Jetset werden. Schwimmen gehen kann man hier aber hervorragend. Manche traumhaften Strandabschnitte sind so versteckt gelegen, dass man sie am besten mit dem „Wassertaxi“ erreichen kann.

Um das Gesamtbild nicht zu beschädigen, ist sogar die Benutzung von Plastikstühlen in den Cafés und Restaurants untersagt. Ebenso darf man keine Antennen oder Satellitenschlüsseln an seinem Haus anbringen. Leuchtreklame ist auch ungern gesehen.

Genau diese Restriktionen machen den Reiz der Insel aus: Hier findet man noch echte und ursprüngliche Erholung. Wer das Treiben im Hafen von der gleichnamigen Hauptstadt lange genug verfolgt hat, kann auf Wanderrung um die Insel oder ins Hinterland gehen. Hier befinden sich noch viele sehr alte Kloster, die aber nur umständlich zu erreichen sind.

Hydra ist in der Tat ein kleines Paradies im griechischen Mittelmeer. Es verwundert daher kaum, dass die Immobilienpreise hier zu den höchsten in ganz Griechenland gehören.

Ein Tag auf Hydra

Ein Urlaubstag auf Hydra läuft gemütlich ab. Das stellt man bereits bei der Ankunft im Hafen fest. Touristen und Einheimische hängen gemütlich mit einer Tasse Kaffee auf den Terassen ab, lassen den Blick über das Meer schweifen. Hier und da sieht man Fischer auf kleinen Booten bei der Arbeit.

Steile Treppen hoch entlang der schmalen Gassen kann man dann den Charme der alten Häuser und Kirchen geniessen. Viele Kunstateliers haben sich auch hier angesiedelt. Wer auf den Suche nach einem kreativen Mitbringsel ist, wird mit Sicherheit fündig werden.

Wer genug vom Hauptort gesehen hat, kann sich auf eine kleine Rundwanderung um die Insel machen. Der Weg führt durch die kleinen Orte Kamini, Mandraki und Vlychos. Wenn schon der Hauptort Hydra als ruhig und beschaulich verstanden sein will, wird es in diesen Orten noch leerer und entspannter.

Kamini / Insel Hydra / Griechenland
Der kleinen Hafen von Kamini ist ausschließlich für Fischerboote vorgesehen. Große Yachten sucht man (noch) hier vergebens.

Kleine Buchten entlang des Weges laden auch durchaus zum Schwimmen ein. Wem das nicht zusagt, findet auf jeden Fall unzählige Spots um eine kleine Pause einzulegen, den Blick schweifen zu lassen und natürlich den ein oder anderen Urlaubsschnappschuß zu machen.

Wer bereit ist mehr zu Wandern, sollte sich auch durchaus mal ins Hinterland der Insel wagen. Hier gibt es nur noch schmale Wanderwege, die entlang von Schafswiesen und Klostern führen, die wirken, als hätte der Lauf der Zeit sie beinahe komplett vergessen.

Die schönsten Orte wird man übrigens mit Hilfe der Einwohner finden. Diese sind sehr freundlich und hilfsbereit. Sie wollen die Schönheit ihrer Insel zeigen. Den Grund warum sie sich keinen anderen Ort zum Leben mehr vorstellen können. Erklären warum es ein kleines Paradies ist und das auch gerne mit Reisenden teilen. Sei es auch nur für einen Tag!

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