Karlsbad in Tschechien gehört zu den tradionsreichsten und berühmtesten Kurorten der Welt. Hier im Egertal sprudelt nicht nur heilendes Wasser aus dem Boden. Ein gewisser Josef Vitus Becher stellte hier auch erstmals einen Likör mit einer bis heute geheim gehaltenen Rezeptur aus verschiedenen Kräutern und Gewürzen her: Becherovka. Das soll aber nicht die einzige Sehenswürdigkeit hier gewesen sein, wie du in diesem Artikel sehen wirst.
Nach Karlsbad treibt es jedes Jahr unzählige Touristen. Selbst bis nach Asien hat sich der tschechische Kurort in Nähe der deutschen Grenze schon rumgesprochen. Besonders zieht es Ruhe- und Erholungsuchende Kurgäste in die fast 50.000 Einwohner zählende Stadt.
Die Geschichte von Karlsbad – vom legendären Fund zur Kurstadt von Weltruf
Karlsbad (tschechisch Karlovy Vary) blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte als Kurort zurück. Bereits im 14. Jahrhundert soll Kaiser Karl IV. während einer Jagd die heilende Wirkung der warmen Quellen entdeckt haben. Der Legende nach war es ein verletzter Hirsch, der den Kaiser auf das heiße Wasser aufmerksam machte – ein Motiv, das bis heute eng mit der Stadt verbunden ist.
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Karlsbad zu einem der bedeutendsten Kurorte Europas. Adelige, Künstler und Staatsmänner aus ganz Europa reisten zur Kur an die Teplá, darunter Johann Wolfgang von Goethe, Ludwig van Beethoven und Zar Peter der Große.
Besonders im 19. Jahrhundert erlebte Karlsbad seine Blütezeit. Prunkvolle Kolonnaden, elegante Hotels und weitläufige Parkanlagen prägen bis heute das Stadtbild. Viele der heutigen Sehenswürdigkeiten gehen direkt auf diese Epoche zurück.
Die besten Sehenswürdigkeiten in Karlsbad (+ Karte)
In diesem Artikel findest du die besten Sehenswürdigkeiten in Karlsbad, damit du mit deiner Reiseplanung beginnen kannst. Alle erwähnten Orte sind in der interaktiven Karte markiert.
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Mehr InformationenKolonnaden in Karlsbad
Die historischen Kureinrichtungen in Karlsbad sind bis heute hervorragend erhalten. Die berühmten Kolonnaden prägen das Stadtbild und entstanden überwiegend im 18. und 19. Jahrhundert. In ihnen befinden sich mehrere Heilbrunnen, deren Wassertemperatur teilweise über 60 °C liegt.
Das Thermalwasser wird bei zahlreichen medizinischen Anwendungen eingesetzt. Es soll unter anderem bei Störungen des Verdauungssystems, Diabetes, Gicht und Stoffwechselerkrankungen helfen. Das Wasser ist auch zum Verzehr geeignet und gehört fest zur Kurtradition der Stadt.
Die bekannteste und stärkste Quelle befindet sich in der Sprudelkolonnade (Vřídelní kolonáda). Sie erreicht Temperaturen von bis zu 72 °C und schießt bis zu 14 Meter in die Höhe. Pro Minute treten hier rund 2.000 Liter Thermalwasser an die Oberfläche. Trotz der leicht trüben Färbung gilt das Wasser als gesund. Empfindliche Personen wie Kinder oder Schwangere sollten den Verzehr jedoch nur in Maßen genießen.
Kulinarisches Karlsbad: Oblaten und Becherovka
Ein Produkt aus Karlsbad hat es aber wirklich zum weltweiten Verkaufsschlager gebracht: Der Apotheker Josef Vitus Becher erfand Anfang des 19 Jahrhunderts einen Magenbitterlikör aus verschiedenen Kräutern und Gewürzen aus den britischen Kolonien: Becherovka!
Dieser Magenbitter wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts ein Verkaufserfolg und verbreitete sich schnell über ganz Österreich-Ungarn. Viele schreiben dem Likör ebenfalls heilende Kräfte zu. Zeitweise wurde das Kultgetränk sogar ironisch zu 13. der 12 Heilquellen Karlsbad ernannt.
Heute ist das Getränk überall in der Stadt allgegenwärtig und wird in Größen von 5 cl bis zu 4,5l Flaschen angeboten. In einem Becherovka-Museum kann man sich über die Herstellung und Vertrieb von Becherovka genauer informieren.
Wer es lieber etwas süßer mag, sind die Karlsbader Oblaten ans Herz gelegt. Das Gebäck wurde um das Jahr 1865 von Barbara Bayer erfunden und wird seitdem von etlichen Klein- und Großbäckern in der Stadt hergestellt.
Heute gibt es die Oblaten mit diversen Füllungen in süß, herzhaft, ohne Zucker für Diabetiker oder mit Alkoholaroma in Karlsbad zu kaufen. Viele Reisende nehmen das ein oder andere Paket als Souvenir mit nach Hause.
Aussichtsturm Diana: Karlsbad zu Füßen
Einen der schönsten Blicke auf Karlsbad bekommt der Besucher wohl vom Aussichtsturm Diana. Seit 1914 steht dieser Turm auf der „Freundschaftshöhe“, direkt über dem bekannten Grandhotel Pupp.
Wer mag kann den gut 1-stündigen Aufstieg auf Waldpfaden zum Turm durchführen. Als Alternative gibt es jedoch auch einen Standseilbahn, die für einen erschwinglichen Preis die Auffahrt auf den Berg innerhalb von nur 3 Minuten erledigt.
Der finale Aufstieg zum Aussichtsbalkon des Diana-Turms ist dann, egal wie man sich entschieden hat, für alle kostenlos. Nur noch 150 Stufen und 25m Höhenunterschied trennen einen nun vom fantastischen Ausblick über Karlsbad, die Umgebung und das Erzgebirge.
Der Ausflug abseits der touristischen Promenade Karlsbads lohnt sich aber definitiv. An guten Tagen ist eine Sicht bis in 70km Entfernung vom Diana-Balkon möglich.
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Weitere Reisetipps für Karlsbad
Beste Reisezeit für Karlsbad
Karlsbad ist grundsätzlich ein ganzjähriges Reiseziel, doch die angenehmsten Monate sind Frühling und Herbst. Zwischen April und Juni sowie von September bis Oktober zeigt sich die Stadt von ihrer schönsten Seite: milde Temperaturen, weniger Andrang und ideale Bedingungen für Spaziergänge entlang der Kolonnaden oder durch die umliegenden Wälder.
Der Sommer kann vor allem in der Hauptsaison recht belebt sein, da viele Kurgäste und internationale Besucher in die Stadt kommen. Im Winter hingegen wirkt Karlsbad ruhiger und fast nostalgisch – besonders reizvoll, wenn Schnee die Dächer der Kurhäuser bedeckt. Auch die Weihnachtszeit hat ihren eigenen Charme, wenn die Stadt festlich beleuchtet ist.
Anreise nach Karlsbad
Karlsbad liegt im Westen Tschechiens, nahe der deutschen Grenze, und ist gut erreichbar. Mit dem Auto erreichst du die Stadt bequem über gut ausgebaute Straßen, insbesondere aus Richtung Bayern oder Sachsen. Parkmöglichkeiten gibt es sowohl im Zentrum als auch in Hotelnähe, wobei viele Unterkünfte eigene Parkplätze anbieten.
Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist unkompliziert. Von Prag aus verkehren regelmäßig Züge und Busse nach Karlsbad, die Fahrzeit beträgt etwa drei Stunden. Innerhalb der Stadt selbst lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erkunden, da sich vieles entlang des Flusses Teplá konzentriert.
Unterkunft & Kurhotels
Karlsbad bietet eine beeindruckende Auswahl an Unterkünften – von luxuriösen Grandhotels mit eigener Kurabteilung bis hin zu kleineren Pensionen und modernen Apartments. Wer das klassische Karlsbad-Erlebnis sucht, sollte ein traditionsreiches Kurhotel in der Nähe der Kolonnaden wählen. Viele dieser Häuser verbinden historische Architektur mit modernen Wellness- und Spa-Angeboten.
Für Individualreisende oder kürzere Aufenthalte eignen sich Boutiquehotels oder Ferienwohnungen, die oft etwas abseits des Trubels liegen, aber dennoch gut angebunden sind. Unabhängig von der Unterkunft lohnt es sich, frühzeitig zu buchen, insbesondere während der Hochsaison oder bei internationalen Veranstaltungen.
Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Karlsbad
Nicht nur die Stadt selbst, sondern auch die Umgebung von Karlsbad hält zahlreiche sehenswerte Ausflugsziele bereit. Besonders beliebt ist das nahegelegene Schloss Loket, das malerisch auf einem Felsen über dem gleichnamigen Ort thront. Die mittelalterliche Altstadt von Loket zählt zu den schönsten in Böhmen und ist ideal für einen halbtägigen Ausflug.
Naturfreunde kommen im Egertal und im umliegenden Erzgebirge auf ihre Kosten. Zahlreiche Wanderwege führen durch bewaldete Hügel, vorbei an Aussichtspunkten und kleinen Kurorten. Ebenfalls lohnenswert ist ein Besuch der Kurstadt Marienbad (Mariánské Lázně), die für ihre klassizistische Architektur und ihre berühmten Singenden Fontänen bekannt ist.
Wer noch mehr entdecken möchte, findet in der Region weitere kleinere Kurorte, Burgen und Naturdenkmäler, die sich gut mit einem Aufenthalt in Karlsbad kombinieren lassen.

Karlovy Vary ist schon seit Kindheitstagen eine meiner Lieblingsstädte. Charme, Kultur und Gastronomie ziehen hier in den Bann. Hoffentlich schafft es Karlsbad nun, mit den aktuellen Herausforderungen umzugehen und weiter seine Magie zu behalten.
Ja, für mich hatte dieser Ort auch eine gewisse Magie und kam anmutig rüber. Allerdings war ich jetzt auch schon länger nicht mehr da.
Welche Herausforderungen meinst du denn genau?