Hisarja: Auf den Spuren der Römer durch Bulgariens Kurstadt

Reiseziel in Bulgarien

Hisarja Sehenswürdigkeiten
Hisarja war schon zu Zeiten der Römer für seine Heilbäder bekannt. Das hat sich bis heute auch nicht geändert.

Hisarja ist einer der charmantesten Kurorte Bulgariens, geprägt von römischen Mauern, warmen Mineralquellen und weiten Parkanlagen. Wer Kultur und Wellness kombinieren möchte, findet hier den perfekten Ausgangspunkt für Entdeckungen in Zentralbulgarien.


Hisarja hat mich bei unserer Reise durch Bulgarien wirklich überrascht. Nicht, weil hier eine einzelne spektakuläre Sehenswürdigkeit wartet, sondern weil sich die römische Vergangenheit durch den ganzen Ort zieht. Du läufst an alten Mauern entlang, durch ein antikes Stadttor, vorbei an Thermen und Gebäuderesten – und hast dabei fast das Gefühl, die römische Stadt nie wirklich verlassen zu haben.

Genau dieses Gesamtbild hat mir an Hisarja besonders gefallen. Dazu kommen große Grünanlagen und die warmen Mineralquellen, denen der Ort schon in der Antike seine Bedeutung verdankte. Wenn du dich für römische Geschichte interessierst und rund um Plowdiw unterwegs bist, lohnt sich der Abstecher meiner Meinung nach sehr.

Geschichte von Hisarja

Hisarja liegt rund 40 Kilometer nördlich von Plowdiw am Rand des Sredna-Gora-Gebirges. Du findest den Ort je nach Schreibweise auch als Hisarya oder Chissarja.

Schon lange vor den Römern wurden die Mineralquellen der Gegend genutzt. Seine große Blütezeit erlebte der Ort aber in der Antike. Unter Kaiser Diokletian wurde die Siedlung Ende des 3. Jahrhunderts als Diocletianopolis ausgebaut. Es entstanden Stadtmauern, Tore, Thermen, Wohnhäuser und öffentliche Gebäude.

Erstaunlich ist, wie viel davon bis heute erhalten geblieben ist. Die antiken Überreste liegen nicht in einem einzelnen abgesperrten Ausgrabungsgelände, sondern verteilen sich mitten im heutigen Hisarja.

Was erwartet dich in Hisarja?

Historische Stadtmauer von Hisarja
Von der historischen Stadtmauer von Hisarja ist erstaunlich viel erhalten geblieben.

Das wichtigste Bauwerk ist die römische Stadtmauer, die das antike Diocletianopolis auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern umgab. Teile davon stehen noch heute mehrere Meter hoch und begleiten dich immer wieder beim Spaziergang durch den Ort.

Besonders eindrucksvoll ist das südliche Stadttor Kamilite. Seinen Namen – „Die Kamele“ – verdankt es den beiden oberen Mauerteilen, die mit etwas Fantasie an zwei sich gegenüberstehende Kamele erinnern. Noch heute führt eine Straße durch den gewaltigen Torbogen. Genau hier wird besonders deutlich, wie eng das moderne Hisarja mit der antiken Stadt verbunden ist.

Ausgrabungen in Hisarja
Ausgrabung der römischen Thermen in Hisarja

Ein weiterer wichtiger Teil von Diocletianopolis waren die römischen Thermen. Hisarja besitzt zahlreiche warme Mineralquellen, deren Wasser bereits vor rund 1.700 Jahren für Badeanlagen genutzt wurde. Von den Thermen sind noch verschiedene Räume und teilweise erstaunlich hohe Mauern erhalten.

Zwischen Stadtmauer und Thermen stößt du immer wieder auf weitere Fundamente, Gebäudereste und Teile antiker Wohnviertel. Auch Reste eines Amphitheaters sind erhalten. Etwas außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung befindet sich außerdem ein römisches Grab mit erhaltenen Wandmalereien und einem Bodenmosaik.

Für mich liegt genau darin die Stärke von Hisarja. Nicht jede einzelne Ruine wäre für sich genommen ein Grund für die Reise. Zusammen ergeben sie aber ein ungewöhnlich geschlossenes Bild einer antiken Stadt.

Hisarja zu Fuß entdecken

Ich würde Hisarja deshalb nicht mit einer langen Sehenswürdigkeitenliste abarbeiten. Stell das Auto ab und erkunde den historischen Bereich zu Fuß.

Mal führt der Weg direkt an der alten Stadtmauer entlang, wenig später gehst du durch eines der antiken Tore und danach durch einen Park zu den nächsten römischen Überresten. Gerade die Wege dazwischen haben mir besonders gefallen, weil ständig irgendwo wieder ein Stück des alten Diocletianopolis auftaucht.

Dadurch bekommt man ein viel besseres Gefühl für die Größe der ehemaligen Stadt, als wenn man einzelne Ausgrabungen nur nacheinander anfährt. Hisarja ist für mich eher ein großer historischer Spaziergang als eine Sammlung einzelner Sehenswürdigkeiten.

Mineralquellen und Kurort

Momina Banya
An der Quelle Momina Banya könnt ihr warmes, frisches Thermalwasser zapfen.

Die Mineralquellen gehören bis heute zu Hisarja. Im Stadtgebiet gibt es zahlreiche Quellen mit warmem Mineralwasser, das sowohl in öffentlichen Brunnen als auch in Hotels und Badeanlagen genutzt wird.

Damit setzt sich eine Tradition fort, die bereits die Römer nach Diocletianopolis lockte. Wenn du mehr Zeit mitbringst, kannst du den historischen Rundgang deshalb gut mit einem Thermalbad oder einem Spa-Besuch verbinden.

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

Für den historischen Bereich würde ich etwa drei bis vier Stunden einplanen. Damit kannst du die Stadtmauer, das Kamilite-Tor, die Thermen und die wichtigsten archäologischen Bereiche entspannt anschauen.

Mit einem Besuch des römischen Grabes, des Museums oder einer längeren Pause in den Parks lässt sich problemlos ein halber Tag füllen. Eine Übernachtung lohnt sich vor allem dann, wenn du zusätzlich die Thermalbäder nutzen möchtest.

Anreise nach Hisarja

Hisarja liegt etwa 40 Kilometer nördlich von Plowdiw und eignet sich deshalb sehr gut als Tagesausflug oder Zwischenstopp auf einer Rundreise durch Zentralbulgarien. Mit einem Mietwagen bist du am flexibelsten.

Auch mit Bus und Bahn ist Hisarja von Plowdiw erreichbar. Vor Ort brauchst du dagegen kein Auto mehr: Der interessante historische Bereich lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden.

Für wen lohnt sich Hisarja?

Römisches Grab in Hisarja
Nicht verpassen: Das römische Grab in Hisarja

Hisarja lohnt sich besonders, wenn du dich für Römer, Archäologie und historische Orte interessierst. Gleichzeitig ist der Ort angenehm ruhig und eignet sich auch dann, wenn du keine Lust auf eine überfüllte Sehenswürdigkeit hast.

Wer spektakuläre Einzelbauwerke sucht, könnte Hisarja zunächst etwas unscheinbarer finden. Seine Stärke liegt nicht in einem einzigen Monument, sondern im Zusammenspiel der vielen erhaltenen Teile.

Lohnt sich Hisarja?

Für mich eindeutig ja. Ich hatte vorher mit ein paar römischen Ruinen gerechnet, aber nicht damit, dass sich die antike Stadt noch so deutlich im heutigen Ort erkennen lässt.

Du gehst durch ein römisches Stadttor, läufst an der alten Befestigung entlang, stehst wenig später vor den Thermen und entdeckst dazwischen immer wieder weitere Gebäudereste.

Genau das ist mir von Hisarja in Erinnerung geblieben: Man besucht nicht einfach mehrere römische Sehenswürdigkeiten – man bewegt sich gefühlt noch immer durch die alte Stadt.

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