Monastir: Tunesiens unterschätze Küstenstadt

Reiseziel in Tunesien

Monastir in Tunesien
Monastir in Tunesien ist nicht nur ein Reiseziel für Strandliebhaber, sondern auch eine lebendinge Kleinstadt mit einigen Sehenswürdigkeiten.

Monastir in Tunesien vereint Geschichte und Meer auf besonders harmonische Weise. Das mächtige Ribat, das Bourguiba-Mausoleum und die ruhige Medina erzählen von der Vergangenheit, während Promenade und Strände zum Durchatmen einladen. Eine Küstenstadt, die Sehenswürdigkeiten ohne Hektik erlebbar macht.


Monastir liegt an der sogenannten tunesischen Sahelküste, etwa 20 Kilometer südlich von Sousse. Diese Region war schon in der Antike ein wichtiges Bindeglied zwischen Mittelmeerhandel, Nordafrika und dem Landesinneren. Heute ist Monastir sowohl Küstenstadt als auch historischer Erinnerungsort – und damit ein spannender Zwischenstopp für Reisende, die mehr als nur Strand suchen. Die Stadt ist überschaubar, gut organisiert und deutlich ruhiger als viele bekannte Ferienorte. Genau das macht sie für Individualreisende, Kulturinteressierte und entspannte Badeurlauber gleichermaßen attraktiv.

Geschichte von Monastir

Die Geschichte von Monastir beginnt lange bevor die heutigen Mauern und Promenaden das Stadtbild prägen. Schon in der Antike legten hier Schiffe an, als das Mittelmeer noch wichtigste Handelsroute der bekannten Welt war. Die Römer nutzten die Küste, bauten Siedlungen und hinterließen Spuren, die heute nur noch erahnt werden können – verborgen unter späteren Schichten der Geschichte. Wenige Überreste des antiken Hafen kann man heute noch oberhalb des Yachthafens sehen.

Mit dem Einzug des Islams im 7. und 8. Jahrhundert veränderte sich Monastir grundlegend. Die Stadt wurde zu einem Ort des Schutzes und der Andacht. Das Ribat, das bis heute über dem Meer thront, war damals Zuflucht, Gebetsstätte und Verteidigungsanlage zugleich. Mönchskrieger blickten von seinen Türmen hinaus auf das Wasser, immer wachsam, immer zwischen Spiritualität und Pflicht.

Ausblick auf die Altstadt von Monastir
Ausblick auf die Altstadt von Monastir vom Turm der Ribat aus

Jahrhundertelang blieb Monastir ein ruhiger, aber bedeutender Küstenort – geprägt von wechselnden Herrschern, vom Rhythmus des Meeres und vom Leben hinter dicken Mauern. Erst im 20. Jahrhundert trat die Stadt wieder ins nationale Rampenlicht, als hier Habib Bourguiba geboren wurde und Tunesien in die Unabhängigkeit führte.

Heute ist Monastir kein Ort der großen Umbrüche mehr, sondern einer der leisen Übergänge. Antike, islamische Geschichte und moderne tunesische Identität liegen hier dicht beieinander – spürbar in den Mauern des Ribats, im Mausoleum, aber auch im entspannten Alltag einer Stadt, die gelernt hat, mit ihrer Vergangenheit zu leben, ohne von ihr erdrückt zu werden.

Monastir als Reiseziel für Badeurlauber

Monastir ist kein Ort für laute Strandpartys oder endlose Hotelburgen – und genau darin liegt sein Reiz. Entlang der Küste ziehen sich helle Sandstrände, die sanft ins Mittelmeer abfallen und viel Raum für Ruhe lassen. Das Meer ist meist klar und ruhig, die Wellen bleiben dezent, und selbst in der Hochsaison fühlt sich der Strand selten überfüllt an. Viele Strandabschnitte liegen etwas außerhalb des Stadtzentrums und wirken fast privat, besonders am frühen Morgen oder in den späten Nachmittagsstunden.

Strandpromenade von Monastir
Strandpromenade von Monastir

Hier geht es weniger um Animation und mehr um Entschleunigung. Ein Bad im warmen Wasser, ein Spaziergang am Ufer, der Blick auf das offene Meer – Monastir eignet sich ideal für Reisende, die Strandurlaub mit Gelassenheit verbinden möchten. Die Nähe zur Stadt, zu Cafés und historischen Sehenswürdigkeiten sorgt dafür, dass der Strand nie isoliert wirkt, sondern Teil eines entspannten, authentischen Küstenalltags ist.

Die größeren Hotels befinden sich außerhalb des Stadtkerns und in unmittelbarer Nähe zum internationalen Flughafen. Hier gibt es gepflegte Hotelanlagen, häufig mit All-Inclusive-Angeboten, die alles für einen entspannten Entspannungsurlaub bieten. Die feinen Sandstrände und großen Poolanlagen sind perfekt für den Badeurlaub geeignet. Besonders Briten haben Monastir und die Umgebung schon lange als schnell erreichbares Urlaubsziel für sich entdeckt. Aber auch Anrainer aus Algerien sind häufige Gäste hier.

Die besten Sehenswürdigkeiten in Monastir (+ Karte)

Monastir ist eine übersichtliche, kleine Stadt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich kompakt im alten Teil der Stadt und lassen sich gut zu Fuß erkunden. Damit ihr nicht den Überblick verliert, folgt eine Übersicht inklusive interaktiver Karte.

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Der Ribat von Monastir

Ribat von Monastir
Der Ribat von Monastir wurde bereits im Jahr 796 errichtet und ist die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt.

Viele Orte entlang der tunesischen Mittelmeerküste besitzen einen Ribat – eine Festung aus der Zeit der arabischen Eroberung, die meist zur Verteidigung oder auch als Gefängnis genutzt wurde. Der Ribat in Monastir ist jedoch der älteste seiner Art im gesamten Maghreb und damit eine besondere Sehenswürdigkeit.

Der erste Bau begann bereits im Jahr 796 und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert und umgebaut. Die wichtigste Rekonstruktion fand im Jahr 966 statt. Ursprünglich war die Anlage quadratisch gestaltet: Vier Hauptgebäude waren durch eine Festungsmauer verbunden und bildeten einen großen Innenhof. Der markanteste Teil ist heute der große Aussichtsturm, der über eine enge, spiralförmige Treppe bestiegen werden kann. Von hier oben eröffnet sich ein herrlicher Blick auf das Meer, nahezu ganz Monastir und bei guter Sicht auch auf andere Orte entlang der Küste.

Blick vom Wachturm der Ribat in Monastir
Blick vom Wachturm der Ribat in Monastir

Wenn dir dieser Ort bekannt vorkommen sollte, hat das einen besonderen Grund: Hier wurden mehrere Szenen des Monty-Python-Klassikers „Das Leben des Brian“ gedreht. Eine der bekanntesten Szenen – die Steinigung wegen der Aussprache des Namens Jehova – entstand ebenfalls an diesem Ort.

Habib Bourguiba Mausoleum und Museum

Habib Bourguiba Mausoleum
Mit dem Mausoleum in Monastir wurde dem ersten Präsidenten des modernen Tunesien – Habib Bourguiba – nicht nur ein Ruheort sondern auch ein Museum erbaut.

Habib Bourguiba wurde 1903 in Monastir geboren und war von 1957 bis 1987 erster Präsident der Tunesischen Republik. Schon in jungen Jahren engagierte er sich politisch und setzte sich mit seiner Partei für die Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich ein. Dies führte zu mehreren Haftstrafen durch die französische Kolonialmacht. Während seiner letzten Haft verhandelte er jedoch bereits inoffiziell mit der französischen Regierung über die Unabhängigkeit Tunesiens. 1955 kehrte er unter dem Jubel der Bevölkerung aus der Haft zurück.

Am 20. März 1956 entließ Frankreich Tunesien schließlich in die Unabhängigkeit. Bourguiba wurde zum ersten Staatspräsidenten ernannt. Sein Regierungsstil war autoritär; 1975 ließ er sich sogar auf Lebenszeit bestätigen. Gleichzeitig waren seine politischen Ansichten stark westlich geprägt. Er strebte eine klare Trennung von Staat und Religion an und betrachtete fundamentalistische Strömungen als Bedrohung. 1987 wurde er durch Ben Ali entmachtet, für dement erklärt und unter Hausarrest gestellt. Habib Bourguiba starb am 6. April 2000 in seiner Geburtsstadt Monastir.

Sarg von Habib Bourguiba
In der Mitte des imposanten Mausoleums steht der Sarg von Habib Bourguiba. Durch die bunten Fenster fällt warmes Licht durch die Kuppeldecke.

Bereits zu Lebzeiten ließ Bourguiba eine Moschee und ein Mausoleum mit großem Vorplatz errichten. Besonders angesichts der Größe Monastirs ist dieser weitläufige, weiß geflieste Platz kaum zu übersehen. Das Mausoleum ist von einem Friedhof umgeben, wirkt selbst jedoch deutlich schlichter als der monumentale Vorplatz.

Das Habib-Bourguiba-Mausoleum kann kostenfrei besichtigt werden. Unter der Kuppel liegt sein Sarkophag aus weißem Marmor. Durch die bunten Fenster fällt ein weiches Licht in den Innenraum. In den Nebenräumen befinden sich die Grabstätten weiterer Familienmitglieder. Ein Besuch lohnt sich auch wegen des kleinen Museums, in dem persönliche Gegenstände, Fotografien und Dokumente aus Bourguibas Leben ausgestellt sind.

Habib Bourguiba Museum
Jede Menge historische Fotos zeigen im Museum des Mausoleums den politische Werdegang von Habib Bourguiba.

Für viele Tunesier ist dieser Ort ein wichtiger Platz des Gedenkens. Trotz anfänglicher Kritik an den Kosten des Mausoleums ist es heute ein akzeptierter und gut besuchter Ort. Besonders die enge Verbindung Bourguibas zu seiner Heimatstadt spielt dabei eine große Rolle.

Bourguiba Moschee

Bourguiba-Moschee in Monastir
Die Bourguiba-Moschee in Monastir bietet Platz für bis zu 1000 Gläubige.

Die Bourguiba-Moschee liegt direkt an einem der zentralen Plätze der Stadt und wurde zwischen 1963 und 1965 erbaut. Die Moschee ist der Hammuda-Pascha-Moschee in Tunis nachempfunden. 86 Säulen aus rosafarbenem Marmor tragen das Dach der Gebetshalle. Der Mihrab ist reich mit Goldmosaiken verziert.

Auch wenn offiziell nur Muslimen der Zutritt gestattet ist, ist es außerhalb der Gebetszeiten in der Regel möglich, zumindest den Innenhof zu besichtigen.

Medina Monastir

Wie jede größere Stadt in Tunesien besitzt auch Monastir eine kleine, aber sehenswerte Medina. In den engen Gassen nahe dem Ribat bieten Händler ihre Waren an. Das Angebot richtet sich heute größtenteils an Touristen: Souvenirs, Textilien, kleine Imbisse und Lebensmittelstände prägen das Bild. Wer Freude an einem übersichtlichen, aber dennoch lebendigen orientalischen Markt hat, wird hier sicher fündig.

Große Moschee

Große Moschee in Monastir
Die große Moschee ist die älteste Moschee in Monastir und liegt direkt neben dem Ribat.

Die Große Moschee ist die älteste Moschee Monastirs und liegt direkt neben dem Ribat. Sie stammt aus dem 10. Jahrhundert. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Grabmoschee Saida. Als Sehenswürdigkeit dient die Große Moschee eher als Fotomotiv, doch direkt dahinter liegt ein besonderer Ort: das Hafenbecken mit den vorgelagerten kleinen Inseln Ile Sidi el Gadamsi und Ile el Oustania. Auch ohne klassischen Strand wird hier im Sommer häufig im Meer gebadet.

Yachthafen von Monastir (Cap Marina)

Yachthafen Monastir (Cap Marina)
Der Yachthafen in Monastir (Cap Marina) zeigt das moderne Tunesien und ist ein beliebter Touristenmagnet.

Der Yachthafen Cap Marina zeigt das moderne Gesicht Monastirs und ist ein beliebter Anziehungspunkt für Besucher. Nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt erstreckt sich eine Anlage aus weißen Gebäuden mit Aparthotels, Restaurants und Cafés. Im Hafen liegen zahlreiche Boote, auch wenn die ganz großen Luxusyachten eher selten sind.

Auf einer kleinen Halbinsel vor dem Hafen lassen sich zudem Überreste des antiken Hafens entdecken. Schon damals war Monastir ein wichtiger Anlaufpunkt für Handels- und Kriegsflotten.

Weitere Reisetipps für Monastir

Wie du siehst, kannst du in Monastir weit mehr erleben als nur am Strand zu liegen. Ich freue mich, sollte mein Artikel deine Lust auf eine Reise geweckt haben. Abschließend habe ich daher noch ein paar gutgemeinte Tipps für dich.

Anreise nach Monastir

Monastir mit Flugzeug
Monastir lässt sich gut über mehrere internationale Flughäfen in der Nähe erreichen.

Monastir verfügt mit dem Habib-Bourguiba-Airport über einen eigenen internationalen Flughafen, der sich offiziell im Ortsteil Skanes befindet. Von dort sind es nur wenige Taximinuten ins Stadtzentrum. Zudem verbindet eine günstige Bahnlinie regelmäßig Sousse, Monastir und Mahdia.

Alternativ ist die Anreise über den Flughafen Enfidha nahe Hammamet möglich. Die Transferzeit beträgt etwa eine Stunde. In der Nebensaison oder bei günstigen Angeboten kann auch der Flughafen Tunis eine Option sein – von dort aus sind allerdings noch zwei bis drei Stunden Fahrtzeit einzuplanen.

Gute Hotels in Monastir

Hotel Kuriat Palace in Skanes
Die Hotels in direkter Nähe haben meist direkten Strandzugang und große Poolanlagen. Hier sieht man das Kuriat Palace, welches uns sehr gut gefallen hat.

In Monastir selbst gibt es vor allem kleinere Gästehäuser und Boutiquehotels, besonders im Bereich der Cap Marina. Die großen Hotelanlagen liegen meist in Skanes, nahe dem Flughafen. Sie reichen von einfachen bis sehr luxuriösen Resorts, verfügen über große Poollandschaften und direkten Zugang zu den Sandstränden des Mittelmeers. All-Inclusive-Angebote sind hier weit verbreitet.

Weitere Reisetipps in der Umgebung

Dank seiner Lage eignet sich Monastir hervorragend als Basis für Ausflüge in die Umgebung. Die nahegelegene Stadt Sousse (40 Minuten), die heilige Stadt Kairouan (1:15 Stunde) oder auch das Amphitheater von El Djem (1 Stunde) lassen sich gut als Tagesausflüge erreichen.

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