Sousse in Tunesien: Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Küstenstadt

Reiseziel in Tunesien

Sousse in Tunesien / Sehenswürdigkeiten
Sousse liegt an der tunesischen Mittelmeerküste und ist nicht nur für die Strände, sondern auch guterhaltene Altstadt und deren Sehenswürdigkeiten bekannt.

Sousse ist eine Stadt, in der sich Tunesiens Geschichte nicht im Museum versteckt, sondern in Mauern, Innenhöfen und Gassen weiterlebt. Zwischen dem mächtigen Ribat, der UNESCO-geschützten Medina und dem Blick aufs Mittelmeer erlebt man hier kulturelle Sehenswürdigkeiten und sonnenverwöhnte Küste in einem. Und wer weiß, wo man hinschaut, entdeckt Sousse als eines der spannendsten Reiseziele an der Sahelküste.


Sousse liegt direkt am Mittelmeer und ist für viele Reisende zunächst „die Stadt am Strand“. Kein Wunder, denn rund um die Stadt finden sich zahlreiche Hotels mit direkter Lage an langen Sandstränden. Doch hinter dem Urlaubsimage verbirgt sich ein Ort mit Substanz: eine historische Altstadt, die zu den bedeutendsten Beispielen frühislamischer Küstenarchitektur zählt und als UNESCO-Welterbe geschützt ist.

Das Besondere an Sousse ist die Mischung. Vormittags erkundet man Festungen, Moscheen und Museen, am Nachmittag spaziert man an der Promenade oder springt ins Meer. Da viele Sehenswürdigkeiten nah beieinander liegen, fühlt sich Sightseeing hier nicht nach Stress an, sondern nach einem entspannten Stadttag am Wasser.

Die Geschichte von Sousse – vom Handelshafen zur Küstenfestung

Die Geschichte von Sousse ist untrennbar mit dem Meer verbunden. Schon in der Antike war die Stadt – damals unter dem Namen Hadrumetum – ein bedeutender Handelsplatz. Phönizier und später Römer nutzten den natürlichen Hafen, um Waren, Menschen und Ideen über das Mittelmeer zu transportieren. Sousse war keine Randstadt, sondern Teil eines weit verzweigten Netzwerks, das Nordafrika mit Europa und dem Nahen Osten verband.

Mit dem Einzug des Islams im 7. Jahrhundert begann eine neue Epoche. Sousse entwickelte sich zu einer strategisch wichtigen Küstenstadt im frühen islamischen Reich. Doch das Meer, das Wohlstand brachte, brachte auch Gefahr. Piratenüberfälle und feindliche Flotten machten Schutzmaßnahmen notwendig. So entstand das charakteristische Stadtbild: massive Mauern, der Ribat, die Kasbah – alles war auf Verteidigung ausgelegt.

Strassenszene in Sousse
Strassenszene in Sousse

Diese wehrhafte Struktur ist bis heute spürbar. Anders als in vielen anderen Städten ist die Medina von Sousse nicht organisch „gewachsen“, sondern bewusst geplant worden – kompakt, funktional und geschlossen. Jahrhunderte später, unter osmanischer Herrschaft und schließlich in der Kolonialzeit, blieb Sousse ein regionales Zentrum. Nach der Unabhängigkeit Tunesiens entwickelte sich die Stadt weiter, ohne ihre historische Substanz zu verlieren.

Heute ist Sousse ein Ort, an dem man diese Schichten der Geschichte fast beiläufig wahrnimmt: römische Mosaike im Museum, mittelalterliche Mauern im Alltag, moderne Cafés an der Promenade. Genau diese Gleichzeitigkeit macht die Stadt so besonders.


Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Sousse (+ Karte)

In der Region rund um Sousse kannst du einen tollen Strandurlaub verbringen. Jedoch solltest du dich mindestens auch einmal ins Taxi setzen, um die wirklich sehenswerte Stadt anzuschauen. Nachfolgend findest du die besten Sehenswürdigkeiten mit interaktiver Karte.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Medina von Sousse

Die Medina von Sousse
Die Medina von Sousse ist sowohl eine historische, als ebenso lebendige Sehenswürdigkeit. Mehrer noch erhaltene Toren führen in die Altstadt hinein.

Die Altstadt von Sousse ist kompakt genug, um sie ohne Stress zu erkunden – und gleichzeitig so dicht an Geschichte, dass man ständig anhalten möchte. Hinter den Toren beginnt ein Labyrinth aus Gassen, Werkstätten, kleinen Läden und Innenhöfen. Der besondere Reiz: Die Medina wirkt vielerorts erstaunlich „echt“ – weniger auf Show getrimmt, mehr Alltagsraum. Dass sie UNESCO-Welterbe ist, merkt man nicht an Absperrbändern, sondern daran, wie geschlossen das historische Ensemble wirkt: Stadtmauer, religiöse Gebäude, Befestigungen – alles greift ineinander.

Tipp: Wer Orientierung sucht, läuft einmal bewusst am Rand entlang: Mauern und Tore helfen, die Medina „zu lesen“, statt sich nur treiben zu lassen.

Statue „Märtyrer von Sousse“

Statue "Märtyrer von Sousse"
Statue „Märtyrer von Sousse“

Die Statue der Märtyrer von Sousse ist ein Denkmal, das an die Opfer des Widerstands gegen die französische Kolonialherrschaft erinnert. Sie steht symbolisch für Tunesierinnen und Tunesier, die während des Unabhängigkeitskampfes – insbesondere in den 1950er-Jahren – ihr Leben verloren haben. Der Begriff „Märtyrer“ wird in Tunesien dabei nicht religiös verstanden, sondern politisch und historisch: als Menschen, die für Freiheit, Selbstbestimmung und nationale Würde starben.

Das Denkmal selbst ist bewusst schlicht gehalten. Es setzt weniger auf monumentale Größe als auf Symbolik und Präsenz im Stadtraum. Viele Einheimische nehmen es im Alltag kaum bewusst wahr, doch an nationalen Gedenktagen oder bei offiziellen Zeremonien wird es zu einem wichtigen Ort der Erinnerung.

Ribat in Sousse

Ribat in Sousse
Der Ribat in Sousse ist eines der wichtigsten und besterhaltensten Gebäuden in der Altstadt.

Der Ribat ist das Wahrzeichen von Sousse – und eines dieser Bauwerke, die sofort erklären, warum diese Küste strategisch so wichtig war. Er gilt als einer der am besten erhaltenen Ribats der Region und wurde in der Aghlabidenzeit im 8./9. Jahrhundert geprägt. Innen wirkt der Ribat fast meditativ: Innenhof, Arkaden, schmale Treppen, dicke Mauern.

Aussicht Ribatturm Sousse
Der Aufstieg auf den Turm der Ribat lohnt sich für diesen Ausblick.

Dann kommt der Moment oben auf dem Turm: Der Blick über Medina, Meer und moderne Stadt ist genau dieses „Aha“, das man in Sousse sucht – Vergangenheit und Gegenwart in einem Bild.

Große Moschee von Sousse

Blick auf die große Moschee von Sousse
Blick auf die große Moschee von Sousse

Die Große Moschee von Sousse unterscheidet sich von vielen Moscheen, die man aus Reisefotos kennt: Sie wirkt eher wie eine Festung als wie ein filigranes Schmuckstück. Genau das ist Teil der Geschichte. Der Bau wird auf das Jahr 851 in der Aghlabidenzeit datiert. Wenn man davorsteht, versteht man sofort: Diese Moschee ist nicht nur religiöser Ort, sondern Ausdruck einer Zeit, in der Küstenstädte sich schützen mussten. Massivere Mauern, klare Formen – weniger Ornament, mehr Funktion.

Kasbah & Khalef-Turm

Kasbah Sousse
Oberhalb der Medina thront die Kasbah von Sousse.

Am höchsten Punkt der Medina liegt die Kasbah – mit dem markanten Khalef-Turm, der über Sousse wacht. Lonely Planet beschreibt sie als auf die Stadtmauer gesetzte Anlage aus dem 11. Jahrhundert. Der Besuch lohnt sich vor allem für eine Perspektive, die man sonst kaum bekommt: Von hier oben lässt sich die Struktur der Medina viel besser verstehen. Plötzlich erkennt man, warum Sousse als „Küstenfestung-Stadt“ so konsequent gebaut wurde.

Archäologisches Museum Sousse

Eingang zum Archäologisches Museum Sousse
Das Archäologisches Museum ist nicht nur in Sousse bedeutend, sondern auch ein wichtiges Museum in ganz Tunesien.

Wer nur eine „Indoor-Sehenswürdigkeit“ in Sousse mitnimmt, sollte das Archäologische Museum einplanen. Es befindet sich in der Kasbah der Medina und ist besonders für seine Mosaiken bekannt – laut Beschreibung besitzt es die zweitgrößte Mosaiksammlung nach dem Bardo-Museum in Tunis.Hier spürt man, wie viele Schichten Tunesien hat: punisch, römisch, byzantinisch, frühchristlich – alles an einem Ort. Gerade wenn draußen Mittagslicht und Hitze drücken, ist das Museum ein perfekter „kultureller Ruhepol“.

Mosaike im Museum Sousse
Die Mosaike im Museum erzählen von antiken Zeiten.

Die Mosaiken erzählen von früher, als die Römer nach Nordafrika waren. Die Bilder zeigen die ersten Begegnungen mit Tieren, die man vorher nicht kannte oder auch einen Menschenschlag der zuvor noch völlig unbekannt war. Es ist wie ein Geschichtsbuch, nur ganz ohne Text und auch für Laien wirklich spannend anzusehen.

Dar Essid Museum

Das Dar Essid Museum bietet einen stillen, sehr persönlichen Kontrast zu den wehrhaften Bauwerken von Sousse. Untergebracht in einem ehemaligen Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, zeigt es, wie wohlhabende Familien in der Medina einst lebten. Statt großer Ausstellungsflächen betritt man hier echte Wohnräume: Innenhof, Schlafräume, Küche und Salons sind originalgetreu eingerichtet und vermitteln ein Gefühl für den Alltag vergangener Jahrhunderte.

Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre des Hauses selbst. Dicke Mauern, Holzdecken, Keramikfliesen und schattige Innenhöfe zeigen, wie Architektur auf Klima und Lebensweise abgestimmt war. Vom Dach aus bietet sich zudem ein schöner Blick über die Medina bis zum Meer – ein ruhiger Moment abseits des Trubels. Das Dar Essid Museum eignet sich perfekt für alle, die Geschichte nicht nur sehen, sondern spüren möchten.

Port El Kantaoui

Port El Kantaoui
Foto: Jorge Franganollo via Flickr / CC BY 2.0

Port El Kantaoui liegt rund zehn Kilometer nördlich von Sousse und ist auf den ersten Blick ein kompletter Gegensatz zur historischen Medina. Der Ferienort wurde in den späten 1970er-Jahren gezielt als touristisches Zentrum geplant – mit Marina, Hotels, Restaurants, Golfplatz und autofreien Zonen. Architektonisch orientiert sich Port El Kantaoui bewusst an traditionellen Formen: weiße Fassaden, Rundbögen, kleine Plätze und Gassen sollen an eine idealisierte Medina erinnern. Im Unterschied zu Sousse ist hier jedoch alles von Anfang an auf Urlaub ausgelegt – übersichtlich, sauber, leicht zugänglich.

Für viele Reisende ist Port El Kantaoui genau deshalb attraktiv. Man bekommt Strand, Yachthafen, Cafés und Souvenirläden auf engem Raum, ohne sich orientieren zu müssen. Abends ist die Marina besonders beliebt, wenn Restaurants ihre Tische nach draußen stellen und das Licht sich im Wasser spiegelt.

Gleichzeitig ist Port El Kantaoui ein gutes Beispiel dafür, wie sich Tunesien dem internationalen Tourismus geöffnet hat – mit allen Vor- und Nachteilen. Wer authentisches Stadtleben sucht, wird in Sousse selbst mehr Tiefe finden. Wer dagegen einen entspannten, gut organisierten Urlaubstag verbringen möchte, ist hier richtig.

Am besten funktioniert Port El Kantaoui als Ergänzung: ein halber oder ganzer Ausflug von Sousse aus, um Strand, Marina und Urlaubsatmosphäre zu genießen – und danach zurückzukehren in die geschichtsträchtige Altstadt.

Mall of Sousse

Indoor-Spielplatz in der Mall of Sousse
Indoor-Spielplatz in der Mall of Sousse

Ebenfalls etwas außerhalb vom Stadtzentrum entfernt liegt die „Mall of Sousse“. Dieses Einkaufszentrum gehört zu den modernsten seiner Art in ganz Tunesien und ist nicht wirklich von einer europäischen Mall zu unterscheiden. Es gibt hier die üblichen internationalen Fastfood-Ketten, Modellabels und einen außergewönlich großen Supermarkt, der zwar höhere Preise hat, dafür aber keinen Wunsch offen lässt.

Sollte es mal zu einem der wenigen Regentage kommen, kann man hier gut ein paar Stunden verbringen. Für die Kleinen gibt es ein großes Kidsland mit Arcade-Attraktionen aber auch einem tollen Indoor-Spielplatz, um ein wenig Energie abzubauen.


Weitere Reisetipps für Sousse

Planst du einen Urlaub in Sousse? Gute Wahl! Hier sind noch ein paar abschließende Tipps für deine Traumreise nach Tunesien.

Anreise nach Sousse

Innenhof der Kasbah
Innenhof der Kasbah

Am schnellsten erreichst du Sousse über den internationalen Flughafen in Monastir, etwa 30-40 Autominuten entfernt. Alternativ wird auch häufig der Flughafen in Enfidha angeflogen. Von hier sind es auch gerade mal 50 Minuten mit dem Mietwagen, Hoteltransfer oder Taxi. In der Nebensaison oder aus Kostengründen, lohnt sich eventuell auch ein Flug in die Hauptstadt Tunis. Von hier aus musst du allerdings mit bis zu 2 Stunden für den Transfer in die Region um Sousse rechnen.

Gute Hotels in Sousse

Sousse ist ein sehr populäres Urlaubsziel in Tunesien. Besonders Briten und Franzosen machen hier häufig und gerne Urlaub. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es eine riesige Auswahl von Hotelanlagen gibt, besonders rund um den Touristenort Port El Kantaoui. Hier gibt es luxuriöse bis einfachere All-Inclusive-Anlagen, häufig mit großen Poollandschaften und direktem Meerzugang. Das ist besonders im Sommer entscheidend, wenn die Temperaturen auch mal jenseits der 40 Grad steigen können. In Sousse selber findest du hingegen eher einfachere Hotels, oder auch recht hübsche Boutique-Hotels.

Sicherheit in Sousse

Viele Reisende verbinden Sousse noch immer mit den Ereignissen des Jahres 2015. Damals kam es in der Nähe von Port El Kantaoui zu einem schweren terroristischen Anschlag, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Dieses Ereignis hat die Stadt und das gesamte Land tief geprägt und das Sicherheitsbewusstsein nachhaltig verändert. In den Jahren danach wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Sousse deutlich ausgebaut. Besonders in touristischen Bereichen wie Hotels, Stränden, Sehenswürdigkeiten und der Marina sind heute kontrollierte Zugänge, geschultes Sicherheitspersonal und eine sichtbare, aber unaufdringliche Präsenz von Sicherheitskräften selbstverständlich.

Für Besucher bedeutet das: Sousse wirkt heute organisiert und aufmerksam, nicht angespannt. Wer sich tagsüber in der Medina bewegt oder abends an der Promenade unterwegs ist, erlebt eine lebendige Küstenstadt mit normalem Alltag. Viele Reisende berichten, dass sie sich vor Ort sicherer fühlen, als sie es vor der Reise erwartet hatten.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Von Sousse aus ist es nur ein Katzensprung (ca. 50 Minuten Autofahrt) bis nach Monastir. Eine weitere sehenswerte Küstenstadt, wenn auch wesentlich kleiner. Als Tagesausflüge solltest du dir auch nicht das Amphitheater in Ej Djem und die heilige Stadt Kairouan (jeweils ca. 1 Stunden entfernt) entgehen lassen. Für einen ausgedehnten Tagesausflug kann sich auch durchaus die Hauptstadt Tunis (mit den Überresten des historischen Karthagos), Hammamet oder das hübsche Dorf Sidi Bou Said anbieten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*