Zaamin Nationalpark: Die „Schweiz von Usbekistan“

Geschichte, Sehenswürdigkeiten & Tipps

Zaamin Nationalpark in Usbekistan
Der Zaamin Nationalpark liegt in der Grenzregion zu Tadschikistan im Südwesten von Usbekistan und ist als Sehenswürdigkeit (noch) ein Geheimtipp.

Der Zaamin Nationalpark liegt an der Grenze zu Tadschikistan und ist das älteste Naturreservat in Usbekistan. Zwischen schneebedeckten Gipfeln, kargen Steppenbergen und grünen Wacholderwäldern, trägt diese Region nicht umsonst den Beinamen „Die usbekische Schweiz“. In den letzten Jahren ist mit einer Seilbahn, einer atemberaubenden Hängebrücke und Wellness-Hotels viel unternommen worden, um diesen Geheimtipp auch bei internationalen Gästen bekannter zu machen.


Der Zaamin-Nationalpark (auch Zomin oder Zaamin geschrieben) gehört zu den schönsten Naturgebieten Usbekistans und liegt im Westen des Tien-Shan-Gebirges. Er wurde bereits 1926 zum nationalen Naturreservat erklärt und somit unter besonderen Schutz gestellt. Nur wenige Stunden von der Hauptstadt Taschkent entfernt erstreckt sich hier eine beeindruckende Berglandschaft mit dichten Wacholderwäldern, alpinen Wiesen und klarer Bergluft. Wegen seines milden Klimas wird die Region oft sogar als „Schweiz Usbekistans“ bezeichnet.

Besonders auffällig sind die uralten Wacholderbäume, die teilweise mehrere hundert Jahre alt sind und dem Nationalpark seinen charakteristischen Duft verleihen. Neben diesen Wäldern finden sich hier auch offene Hochgebirgslandschaften mit weiten Ausblicken über Täler und Bergketten. Wanderer und Naturfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten, denn die Landschaft wirkt deutlich ursprünglicher als in vielen anderen Regionen des Landes.

Auch die Tierwelt ist bemerkenswert. In den abgelegeneren Bereichen leben unter anderem (sibirische) Steinböcke, Füchse und verschiedene Greifvogelarten. Mit etwas Glück lassen sich diese Tiere beobachten, besonders in den frühen Morgenstunden.

Die Region Zaamin steht schon immer für Natur und Erholung

Natur im Zaamin Nationalpark
Die Vorschriften für Baumaßnahmen im Zaamin Nationalpark sind strikt, wodurch auch heute noch weite Gebiete völlig unbebaut sind.

Der Nationalpark liegt in der Region Jizzakh, genauer gesagt im Gebiet Zaamin, das seit Jahrzehnten als Erholungsgebiet für Menschen aus ganz Usbekistan gilt. Schon zu Sowjetzeiten entstanden hier Sanatorien und Kurorte, da die saubere Bergluft als besonders gesund gilt.

Die Landschaft rund um Zaamin unterscheidet sich deutlich von den bekannten Städten der Seidenstraße wie Samarkand oder Buchara. Statt Moscheen und historischen Bauwerken stehen hier Berge, Wälder und weite Täler im Mittelpunkt. Gerade deshalb ist die Region ein spannender Kontrast für Reisende, die nach den klassischen Kulturhighlights auch einmal die Natur des Landes erleben möchten.

Viele Besucher kommen für Wanderungen, Picknicks oder einfach zum Entspannen in den Bergen hierher. Besonders im Sommer ist das Klima deutlich angenehmer als in den heißen Städten des Landes.

Neue Investitionen in den Tourismus

In den letzten Jahren wurde rund um den Zaamin-Nationalpark stark in den Tourismus investiert. Ziel ist es, die Region stärker als Natur- und Erholungsdestination zu etablieren – vorallem auch bei internationalen Gästen. Neue Straßen, Besucherzentren und touristische Einrichtungen sollen den Zugang zu den Bergen erleichtern und gleichzeitig neue Angebote für Reisende schaffen.

Ein besonders auffälliges Projekt ist eine moderne Seilbahn, die Besucher bequem in höhere Lagen des Gebirges bringt. Die Anlage wurde Anfang der 2020er-Jahre eröffnet und ermöglicht spektakuläre Ausblicke über die Berglandschaft des Nationalparks. Gerade für Reisende, die nicht unbedingt lange Wanderungen unternehmen möchten, ist die Seilbahn eine attraktive Möglichkeit, die Natur aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Luxus in den Bergen dank neuer Hotels

Parallel zur touristischen Entwicklung entstehen rund um  den Nationalpark auch neue Hotels und Resorts. Einige dieser Anlagen setzen bewusst auf Komfort und Luxus, um sowohl internationale Besucher als auch wohlhabendere Gäste aus Usbekistan anzuziehen. Moderne Hotels mit Panoramablick auf die Berge bieten heute Spa-Bereiche, Pools und Restaurants mit regionaler Küche. Dadurch entwickelt sich die Region zunehmend zu einem Ziel für Wochenendtrips und Natururlaub – ein Konzept, das man in Usbekistan bisher nur selten findet.

Als besonderes Prestigeobjekt ist das Zamindor Resort hier zu nennen. Das 5-Sterne-Hotel wurde erst 2024 eröffnet und wirbt mit Vollpension und einem für usbekische Verhältnisse sehr großen Spa- und Wellnessbereich. Neben einem großen Schwimmbecken, gibt es eine finnische Sauna, ein türkisches Hamam, Whirlpool und eine Salzgrotte. Die Zimmer sind sehr modern und großzügig. Die Lage ist perfekt und beinahe direkt an der Talstation der neuen Seilbahn. Von der Dachterasse und den Balkons hast du einen super Blick über den Nationalpark. Insgesamt hat mir persönlich der Aufenthalt nicht ganz so gut gefallen. Mit ca. 150€ – 200€ pro Nacht muss man – vorallem in Usbekistan – etwas mehr erwarten. Daher war das Hotel bei meinem Besuch auch relativ leer.

Dieser sehenswerte Beitrag von Euronews stellt den Nationalpark und die Region vor und setzt einen besonderen Fokus auf die neuen Investitionen für den internationalen Tourismus:

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Die besten Sehenswürdigkeiten im Zaamin Nationalpark (+ Karte)

Genau so abwechslungsreich und spannend wie die verschiedenen Ausblicke in die freie Natur, sind die zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten im Nationalpark Zaamin. Diese Highlights solltest du nicht verpassen und sind in der interaktiven Karte eingetragen.

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Zaamin Water Reservoir – Optisch reizvoller Stausee

Zaamin Reservoir
Das Zaamin Reservoir befindet sich am nördlichen Eingang des Nationalparks und ist für Besucher häufig die erste Sehenswürdigkeit.

Das erste Highlight sieht man, kurz bevor man den Zaamin Nationalpark aus nördlicher Richtung erreicht. Beim Zaamin-Reservoir handelt es sich um einen künstlich angelegten Stausee, der seit 1987 als Wasserspeicher dient, um in den trocken Sommermonaten die nicht-alpinen Gebiete in der Region Jizzakh zu bewässern. Das ist unerlässlich für die Landwirtschaft. Besonders Baumwolle wird in diesem Gebiet häufig angebaut und ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in ganz Usbekistan.

Ein massiver Damm auf einer Länge von 408m kann einen künstlichen See anstauen, der bis zu 51 Millionen Liter Wasser beinhalten kann. Bei blauem Himmel erscheint das Wasser türkisfarben und bildet mit der gelben, kahlen Hügeln der Turkestan Pamir-Alai-Gebirgskette ein wunderschönes Panorama und perfekten ersten Fotostopp bei deiner Anreise. Am Aussichtspunkt sind auch mehrere fliegende Händler ansässig, die Nüsse, Obst und weitere regionale Snacks verkaufen.

Moderne Seilbahn – Zomin Ropeway

Seilbahn im Zaamin Nationalpark
Die moderne Seilbahn im Zaamin Nationalpark wurde 2023 eröffnet.

Im Prinzip kannst du von der Talstation bis zur Bergstation der neuen Seilbahn auch innerhalb weniger Minuten mit dem Auto fahren. Oder du gehst ein paar Stunden wandern. Komfortabler und netter ist allerdings mit der Zaamin Gondelbahn. Hierbei handelt es sich um die allererste Gondelbahn in ganz Usbekistan, die im Herbst 2023 eröffnet wurde. Sie wurde in der Schweiz produziert. Zukünftig soll sie auch den Wintertourismus in der Region, inklusive Skifahren, ankurbeln.

Steigung Zaamin Ropeway
Besonders zu Beginn geht es mit der „Zomin Ropeway“ steil bergauf.

Die Fahrt mit der Gondel dauert etwa 10 Minuten und bietet traumhafte Ausblicke über die verschiedenen Hochebenen und in der Ferne liegenden hohen Berggipfel. Oben gibt es einen Kinderspielplatz, ein Restaurant und eine Kartbahn. Wer noch weiter die Umgebung erkunden will, kann sich hier auch einen Golfcart samt Fahrer mieten.

Zaamin Sanatorium aus Sowjettagen

Zaamin Sanatorium
Das Zaamin Sanatorium wurde bereits in den 1970er-Jahren unter den Sowjets gegründet. Noch heute werden hier medizinische Behandlungen durchgeführt.

Auf einer Höhe von 2.000 Meter über dem Meeresspiegel befindet sich mitten im Nationalpark auch ein Sanatorium. Die reine Bergluft und die Wacholderpopulation hier oben sind schon seit Sowjetzeiten als erprobtes Mittel für Atem- aber auch weitere Beschwerden bewährt. Noch heute ist das Zaamin Sanatorium in Betrieb. Es verfügt über eine moderne medizinische Ausstattung und bietet verschiedene Anwendungen durch zertifiziertes Fachpersonal an.

Auch der Wellnessfaktor ist vorhanden, wobei es sich hier nicht um eine Hotel handelt. Es gibt 2 Schwimmbäder, eine Sauna und es werden Massagen angeboten. Auch das Wasser aus einer der vielen Quellen im Nationalpark wird als Heilwasser für medizinische Anwendungen genutzt.

Hängebrücke mit Glasböden – „Bridge of Happiness“

Hängebrücke im Zaamin Nationalpark
Diese Hängebrücke soll ein neuer Anziehungspunkt im Zaamin Nationalpak werden und mit gläsernen Böden für den gewissen Hauch von Andrenalin sorgen.

Eine der neuesten Aktivitäten im Zaamin Nationalpark macht besonders in den sozialen Netzwerken von sich Reden. Bei der „Bridge of Happiness“ handelt es sich um eine über 300m lange Hängebrücke, die eine tiefe Schlucht auf dem Suffa-Plateau überspannt. Das Highlight sind verschiedene Abschnitte, an denen man über einen gläsernen Boden läuft – ein absoluter Andrenalinkick.

Gläserner Boden auf der "Bridge of Happiness"
Gläserner Boden auf der „Bridge of Happiness“: Ein kleiner Nervenkitzel!

Darüberhinaus gibt es natürlich den perfekten 360-Grad-Ausblick auf die Umgebung, die überraschend unverbaut ist. Der Eintritt kostet umgerechnet ca. 5€ Eintritt und darf von Kindern ab 6 Jahren – in Begleitung der Eltern – betreten werden.

Wer noch mehr „Abenteuer“ sorgt kann sich in unmittelbarer Nähe auch mit einer Zipline über die Schlucht schicken lassen oder den Bungeesprung in mehrere 100m Tiefe wagen.

Radioteleskop auf dem Suffa-Plateau – Unvollendet seit den 80ern

Suffa-Observatorium mit Radioteleskop
Der Bau des „Suffa-Observatorium“ mit Radioteleskop wurde bereits 1981 begonnen und ist bis heute unvollendet.

Unter anderem auch von der Hängebrück aus, ist ein skurilles, unvollendetes Gebäude zu sehen. Das Suffa-Observatorium ist ein multinationales Radioastronomie-Projekt, dessen Bau bereits 1984 begonnen wurde. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden 1992 sämtliche Arbeiten auf Eis gelegt. Es gibt wohl Pläne zwischen Usbekistan und Russland das Projekt zu Ende zu bringen, bislang scheint sich dort aber wenig zu tun.

Eigentlich schade, denn die Position eignet sich hervorragend für astrophysikalische Studien. Derzeit ist es aber nur ein außergewöhnliches Fotomotiv aufgrund seiner Erscheinung und besonderen Lage.


Weitere Reisetipps für den Zaamin Nationalpark

Der Zaamin Nationalpark liegt zwar nicht auf der Hauptreiseroute der meisten Usbekistan-Besucher, sollte aber bei genügend Zeit mit eingeplant werden. Abschließend habe ich hier noch ein paar weitere Tipps für deinen Besuch.

Wie komme ich besten in den Zaamin Nationalpark?

Die Anreise ist am besten von Taschkent oder Samarkand möglich, wobei du etwa 4 Stunden mit dem Auto benötigst. Alternative: Du planst den Ort Jizzakh auf deiner Route mit ein. Von hier aus brauchst du nur noch 1,5 Stunden zum Zaamin Nationalpark.

Wie lange sollte ich im Zaamin Nationalpark bleiben?

Theoretisch kannst du alles wichtige an 1 Tag sehen. Das wäre aber ziemlich stressig, wenn man die lange Anreise bedenkt. Daher solltest du mindestens 1 Nacht im Nationalpark bleiben. Wenn du Wanderungen zu einem der vielen Wasserfälle planst, solltest du natürlich deinen Aufenthalt dementsprechend verlängern.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Region

Die Region Jizzakh ist für ihre Somsa landesweit bekannt. Diese gefüllten Teigtaschen, häufig mit Fleisch oder Kürbis, sind nirgendwo anders so groß wie hier. Mir persönlich gefiel die Würzung hier auch am allerbesten. Der Ort Jizzakh ist sowieso einen Stopp wert. Die Einwohner behaupten zumindest, dass zeitweise auch im Gespräch war, diese Stadt zur Hauptstadt zu krönen.

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