Batumi: Kleines Las Vegas am Schwarzen Meer?

Geschichte, Sehenswürdigkeiten & Tipps

Batumi Sehenswürdigkeiten
Kann man die georgische Küstenstadt Batumi nur lieben oder hassen? Man kann es auch differenzierter sehen.

Batumi ist kein Ort, den man einfach nur schön oder hässlich findet. Zwischen glitzernden Hochhäusern, historischem Zentrum, kilometerlanger Promenade und Schwarzem Meer wirkt Georgiens Küstenmetropole manchmal wie ein kleines Las Vegas – und manchmal wie eine Stadt, bei der hinter der spektakulären Fassade überraschend wenig steckt. Genau diese Gegensätze haben Batumi für uns aber so spannend gemacht.


Batumi liegt ganz im Südwesten Georgiens, nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, und ist die Hauptstadt der autonomen Region Adscharien. Früher spielte vor allem der Hafen eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Stadt. Inzwischen setzt man hier ganz offensichtlich auf den Tourismus. Überall entstehen neue Hotels, Apartments und Hochhäuser, die Batumi ein ziemlich ungewöhnliches Stadtbild verleihen. Mit dem Georgien, das wir von anderen Stationen unserer Reise kannten, hatte das teilweise nicht mehr viel gemeinsam.

Wohnkomplex mit Pool in Batumi
Wohnkomplex mit Pool in Batumi

Vor allem die modernen Viertel haben bei uns einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Manche Gebäude sind architektonisch wirklich interessant, andere wirken vor allem groß und protzig. Besonders abends sieht die beleuchtete Skyline spektakulär aus, tagsüber fällt dagegen stärker auf, dass zwischen den Hochhäusern nicht überall besonders viel los ist. Uns hat deshalb die ältere Seite von Batumi insgesamt besser gefallen.

Sonnenuntergang in Batumi
Gerade bei Stromausfall ist der Sonnenuntergang in Batumi natürlich richtig sehenswert.

Wie abhängig die Stadt von ihrer Beleuchtung ist, haben wir ausgerechnet bei einem Stromausfall erlebt. Eines Abends fiel in weiten Teilen von Batumi für mehrere Stunden der Strom aus. Ganze Wohnblöcke waren plötzlich komplett dunkel, während einzelne Werbetafeln und Gebäude offenbar dank Generatoren weiterleuchteten. Das sah zwischen den riesigen Hochhäusern schon ziemlich gespenstisch aus. Uns wurde erzählt, dass solche Stromausfälle durchaus vorkommen können. Ob das tatsächlich regelmäßig passiert, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Batumi (+ Karte)

Die meisten Sehenswürdigkeiten von Batumi liegen rund um die Altstadt, den Hafen und den nördlichen Abschnitt der Strandpromenade. Dort kannst du vieles bequem zu Fuß erkunden, ohne ständig auf öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi angewiesen zu sein. Anders sieht es aus, wenn du den gesamten Batumi Boulevard kennenlernen möchtest. Der zieht sich über rund sieben Kilometer am Schwarzen Meer entlang und reicht bis fast zum Flughafen. Gerade dort haben wir einige Orte entdeckt, mit denen wir vorher überhaupt nicht gerechnet hatten.

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Ali & Nino – das bekannteste Wahrzeichen von Batumi

Ali & Nino Statue in Batumi
Die Ali & Nino Statue in Batumi sollte man ein paar Minuten im Auge behalten. Langsam gleiten die beiden Verliebten aufeinander zu und verschmelzen miteinander.

Die Ali-&-Nino-Statue gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Batumi und steht direkt an der Küste. Die beiden rund acht Meter hohen Figuren bestehen aus zahlreichen Metalllamellen und sind ständig in Bewegung. Langsam nähern sie sich einander, verschmelzen für einen kurzen Moment und bewegen sich anschließend wieder auseinander. Hinter der Skulptur der georgischen Künstlerin Tamar Kvesitadze steckt die Liebesgeschichte von Ali und Nino, die für die Verbindung unterschiedlicher Kulturen und Religionen steht.

Auch wenn man die Geschichte dahinter nicht kennt, lohnt sich ein Besuch. Die langsam ineinander gleitenden Figuren sind ungewöhnlich und passen irgendwie ziemlich gut zu dieser Stadt. Besonders schön ist es hier am Abend, wenn die Sonne über dem Schwarzen Meer untergeht und ringsherum die Lichter angehen. Das Riesenrad und der Alphabetic Tower stehen ganz in der Nähe, sodass du gleich mehrere bekannte Wahrzeichen von Batumi auf einmal sehen kannst.

Batumi Boulevard – sieben Kilometer Promenade

Promenade in Batumi
Die Promenade in Batumi ist zweifelsohne das Aushängeschild der Stadt.

Der Batumi Boulevard war für uns einer der schönsten Teile der Stadt. Die kilometerlange Promenade verläuft direkt am Schwarzen Meer und wird von Grünanlagen, Palmen, Restaurants und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten begleitet. Zwischendurch gibt es immer wieder Spielplätze, Sportanlagen und Plätze, an denen man einfach sitzen und aufs Meer schauen kann. Der Boulevard gehört bereits seit dem 19. Jahrhundert zu Batumi, wurde aber im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut.

Sieben Kilometer hören sich zunächst gar nicht so wahnsinnig weit an. Wenn man allerdings irgendwann am südlichen Ende der Promenade steht und eigentlich wieder zurück zum Hafen möchte, sieht die Sache schon anders aus. Wir haben uns deshalb irgendwann Leih-E-Scooter genommen, die man in Batumi ganz unkompliziert per App entsperren kann. Die Preise fanden wir vollkommen in Ordnung und gerade auf den langen Wegen entlang der Küste machte das richtig Spaß. Außerdem konnten wir jederzeit anhalten, wenn wir unterwegs etwas Interessantes entdeckt hatten. Für mich ist das eine der besten Möglichkeiten, den Boulevard zu erkunden.

Plane Spotting Point – Flugzeuge direkt über dem Strand

Ganz im Süden des Boulevards wartet eine Sehenswürdigkeit, die ich vor unserem Besuch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Der Flughafen von Batumi liegt unmittelbar an der Küste und ankommende Flugzeuge fliegen teilweise erstaunlich niedrig über Strand und Promenade hinweg. Das erinnert ein bisschen an den berühmten Maho Beach auf Sint Maarten, wo Flugzeuge direkt über den Köpfen der Strandbesucher landen. Ganz so spektakulär ist der Flugverkehr in Batumi natürlich nicht, aber interessant fanden wir den Ort trotzdem.

Bei unserem Besuch standen dort überraschend viele Menschen mit Handys und Kameras und warteten auf das nächste Flugzeug. Wir haben uns einfach dazugestellt und ebenfalls Ausschau gehalten. Man sollte allerdings etwas Geduld mitbringen, denn am Flughafen von Batumi ist längst nicht so viel los wie an großen internationalen Flughäfen. Wer nicht unnötig lange warten möchte, sollte vorher einen Blick in eine Flugradar-App werfen und nachsehen, wann die nächste Maschine zur Landung ansetzt. Gerade für Flugzeugfans ist der Plane Spotting Point ein schöner Zwischenstopp.

Der Skatepark – ein bisschen Miami am Schwarzen Meer

Skatepark in Batumi
Besonders am Abend kommt am Skatepark ein bißchen Miami-Feeling auf.

Einen weiteren Ort, an dem wir länger hängen geblieben sind als ursprünglich geplant, haben wir ebenfalls am Boulevard entdeckt. Direkt an der Promenade befindet sich ein großer Skatepark, in dem Skater und BMX-Fahrer ihre Runden drehen. Mit den Halfpipes, den Palmen und dem Schwarzen Meer im Hintergrund fühlten wir uns hier fast ein bisschen an Miami erinnert. Vor allem am späteren Nachmittag ist in diesem Bereich einiges los.

Man muss selbst überhaupt nichts mit Skateboards oder BMX-Rädern anfangen können, um hier eine interessante Zeit zu verbringen. Wir haben uns einfach eine Weile hingestellt und den Leuten bei ihren Tricks zugeschaut. Gerade solche Orte gefallen mir auf Reisen, weil sie zeigen, wie eine Stadt abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten funktioniert. Und der Skatepark passt mit seiner Lage direkt am Meer einfach hervorragend zu Batumi.

Alphabetic Tower – Georgiens Alphabet als Hochhaus

Alphabetic Tower in Batumi
Der Alphabetic Tower in Batumi ist was für Architekturfans.

Den Alphabetic Tower kannst du bei einem Spaziergang entlang der Küste eigentlich kaum übersehen. Der rund 130 Meter hohe Turm gehört zu den auffälligsten Bauwerken von Batumi und ist schon von Weitem zu erkennen. Seine Konstruktion erinnert an eine DNA-Spirale, an der die Buchstaben des georgischen Alphabets angebracht sind. Damit soll der Turm die Bedeutung der georgischen Sprache und Schrift symbolisieren.

Architektonisch ist das Gebäude durchaus interessant und ein gutes Beispiel dafür, wie ungewöhnlich in Batumi teilweise gebaut wurde. Ob man unbedingt hinauffahren muss, würde ich dagegen offenlassen. Schon von unten ist der Turm ein Blickfang und zusammen mit dem benachbarten Riesenrad und der Ali-&-Nino-Statue eines der bekanntesten Fotomotive der Stadt. Alle drei Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten auseinander und lassen sich deshalb problemlos miteinander verbinden.

Der Hafen von Batumi

Hafen Batumi
In Batumis Hafen starten auch Ausflugsschiffe ins Schwarze Meer.

Direkt neben den modernen Wahrzeichen beginnt der Hafen von Batumi. Für mich gehört dieser Bereich unbedingt zu einem Stadtrundgang, denn hier bekommt man noch einmal einen ganz anderen Eindruck von der Stadt. Statt auffälliger Hochhäuser bestimmen plötzlich Schiffe, Hafenanlagen und ältere Gebäude das Bild. Der Hafen war schon im 19. Jahrhundert für die Entwicklung Batumis von großer Bedeutung und spielt bis heute eine wichtige Rolle.

Mir hat vor allem der Übergang zwischen dem modernen Boulevard und dem älteren Teil der Stadt gefallen. Gerade noch steht man zwischen Riesenrad und Alphabetic Tower, wenige Minuten später sieht Batumi schon wieder ganz anders aus. Große touristische Attraktionen solltest du am Hafen selbst allerdings nicht erwarten. Ich würde ihn einfach bei einem Spaziergang in Richtung Altstadt mitnehmen.

Die Altstadt – hier hat uns Batumi am besten gefallen

Batumi Altstadt
Die Altstadt von Batumi hat uns deutlich besser gefallen.

Wenn ich mich für einen Teil von Batumi entscheiden müsste, wäre das ziemlich eindeutig die Altstadt. Hier stehen keine riesigen Hochhäuser nebeneinander, sondern überwiegend niedrigere Gebäude mit teils wirklich schönen Fassaden. Dazwischen liegen kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants, und insgesamt wirkt alles etwas gemütlicher. Gerade nach den modernen Vierteln fanden wir es angenehm, einfach durch die Straßen zu schlendern.

Die Altstadt ist nicht besonders groß und lässt sich deshalb gut zu Fuß erkunden. Wir sind ohne großen Plan durch die Straßen gelaufen und haben uns die verschiedenen Gebäude und Plätze angesehen. Besonders schön fand ich, dass man hier immer wieder unterschiedliche architektonische Einflüsse entdeckt. Manchmal fühlt man sich eher in einer südeuropäischen Stadt als in Georgien. Für uns hatte dieser Teil von Batumi jedenfalls deutlich mehr Charme als die riesigen Hotelkomplexe an der Küste.

Piazza Square – ein bisschen Italien in Georgien

Piazza Square
Auf dem Piazza Square fühlt man sich nach Italien versetzt.

Der Piazza Square liegt mitten in der Altstadt und ist einer der bekanntesten Plätze von Batumi. Mit seinen Arkaden, den verzierten Fassaden und den umliegenden Restaurants könnte er tatsächlich auch irgendwo in Italien liegen. Besonders auffällig ist das große Bodenmosaik in der Mitte des Platzes. Obwohl die Piazza historisch aussieht, entstand sie in ihrer heutigen Form erst im 21. Jahrhundert.

Ich fand den Platz vor allem als Zwischenstopp bei unserem Rundgang schön. Man kann sich die Architektur ansehen, einen Blick auf das Mosaik werfen oder sich in eines der Cafés setzen. Einen längeren Aufenthalt würde ich dafür nicht unbedingt einplanen, dafür gibt es in Batumi einfach zu viel anderes zu entdecken. Auslassen würde ich die Piazza aber auf keinen Fall, denn sie gehört für mich zu den schönsten Ecken der Altstadt.

Europe Square – Batumis repräsentatives Zentrum

Nicht weit von der Piazza entfernt liegt der Europe Square, ein weiterer sehenswerter Platz im Zentrum von Batumi. Rundherum stehen einige der schönsten historischen Fassaden der Stadt, die sich deutlich von den modernen Hochhäusern an der Küste unterscheiden. Im Mittelpunkt befindet sich die Medea-Statue mit dem Goldenen Vlies. Sie erinnert an die antike Sage von Jason und den Argonauten, die eng mit der Geschichte der Region Kolchis verbunden ist.

Auch hier hat uns Batumi wieder deutlich besser gefallen als zwischen den riesigen Neubauten. Die Gebäude rund um den Platz sind abwechslungsreich und es gibt einige schöne Fotomotive. Da der Europe Square und die Piazza nur wenige Gehminuten auseinanderliegen, kannst du beide problemlos auf einem Spaziergang besuchen. Zusammen mit den umliegenden Straßen gehören sie für mich zu den sehenswertesten Bereichen der Innenstadt.

Batumis Strand – schön gelegen, aber nicht unser Lieblingsstrand

Strand von Batumi
Auch wenn der Strand in Batumi steinig und klein ist, ist er für Schwimmfans ein beliebtes Ziel.

Obwohl Batumi direkt am Schwarzen Meer liegt und eine kilometerlange Küste besitzt, würde ich die Stadt nicht unbedingt für einen klassischen Strandurlaub auswählen. Der Strand besteht überwiegend aus Kieseln und größeren Steinen, was wir persönlich nicht besonders angenehm fanden. Dazu kommt, dass es stellenweise recht steil ins Wasser geht. Natürlich kann man hier trotzdem schwimmen und gerade im Sommer nutzen viele Urlauber die Strände. Mit Kind hätten wir uns für einen entspannten Badetag allerdings lieber einen anderen Ort ausgesucht.

Das bedeutet aber nicht, dass die Küste von Batumi nichts zu bieten hätte. Ganz im Gegenteil: Die lange Promenade, die vielen Sportmöglichkeiten und der Blick auf das Schwarze Meer haben uns richtig gut gefallen. Dazu kommt die Kulisse mit den Bergen im Hintergrund, die man gerade bei gutem Wetter schön erkennen kann. Für uns war der Strand deshalb weniger ein Ort zum Baden als vielmehr ein Teil des Stadtlebens, an dem wir uns gerne aufgehalten haben.

Essen in Batumi – erstaunlich international

Beim Essen haben wir in Batumi einen deutlichen Unterschied zu vielen anderen Orten in Georgien festgestellt. Natürlich gibt es auch hier die üblichen georgischen Spezialitäten wie Khachapuri, Khinkali oder verschiedene Fleischgerichte. Gleichzeitig ist das Angebot an internationaler Küche aber erstaunlich groß. Restaurants mit ganz unterschiedlichen Küchen findet man vor allem im Zentrum und in den touristischen Bereichen entlang der Küste. Das fanden wir durchaus angenehm, denn wenn man länger durch Georgien reist, möchte man zwischendurch vielleicht auch mal etwas anderes essen.

Auffällig war für uns außerdem, wie häufig man in Batumi Russisch hört. Wir sind vielen russischsprachigen Urlaubern begegnet und auch an den Restaurants, Geschäften und Wohnanlagen merkt man, dass die Stadt für Menschen aus Russland ein wichtiger Ferien- und Wohnort ist. Insgesamt wirkte Batumi auf uns dadurch deutlich internationaler als viele andere Städte, die wir während unserer Georgien-Reise besucht haben. Auch das ist ein Punkt, in dem sich die Küstenmetropole vom restlichen Land unterscheidet.

Ist Batumi teuer?

Casino Batumi
Im Casino von Batumi kann man mit Sicherheit viel Geld loswerden.

Im Vergleich zu anderen Städten in Georgien fanden wir Batumi schon ziemlich teuer. Das galt vor allem für Restaurants und Unterkünfte in den touristisch interessanten Lagen. Gerade in den modernen Hochhauskomplexen und direkt an der Strandpromenade muss man häufig etwas tiefer in die Tasche greifen. Wer vorher in kleineren georgischen Städten unterwegs war, dürfte den Unterschied durchaus bemerken.

Aus deutscher Sicht waren die Preise für uns trotzdem noch vollkommen in Ordnung. Man kann auch in Batumi vergleichsweise günstig essen gehen und gute Unterkünfte zu vernünftigen Preisen finden. Ein bisschen lohnt es sich allerdings, die Angebote zu vergleichen und nicht direkt das erstbeste Restaurant an der Promenade zu wählen. Batumi ist eben inzwischen eine ausgesprochene Touristenstadt und das merkt man auch beim Preisniveau.

Verkehr in Batumi – für kurze Strecken manchmal erstaunlich langsam

Ein Punkt, der uns in Batumi ziemlich genervt hat, war der Verkehr. Besonders auf der großen Hauptverkehrsstraße, die parallel zur Küste verläuft, standen wir immer wieder im Stau. Teilweise brauchten wir für Strecken, die auf der Karte wirklich kurz aussahen, überraschend lange. Das war gerade dann ärgerlich, wenn man eigentlich nur schnell von einem Teil der Stadt in den anderen wollte.

Innerhalb des Zentrums würde ich deshalb möglichst viel zu Fuß erledigen. Die Altstadt ist ohnehin kompakt und entlang der Küste kommt man mit dem Fahrrad oder E-Scooter häufig angenehmer voran als mit dem Auto. Wir haben die Scooter während unseres Aufenthalts jedenfalls sehr gerne genutzt. Ein Auto ist vor allem dann praktisch, wenn du Ausflüge außerhalb von Batumi unternehmen möchtest. Für die klassischen Sehenswürdigkeiten im Zentrum brauchst du es dagegen kaum.

Gonio – ruhigere Alternative zu Batumi

Wenn dir Batumi irgendwann zu laut, voll oder hektisch wird, kann ich dir einen Ausflug nach Gonio empfehlen. Der kleine Ferienort liegt südlich von Batumi in Richtung türkischer Grenze und ist je nach Ausgangspunkt etwa 12 bis 15 Kilometer entfernt. Zusammen mit dem benachbarten Kvariati bildet Gonio eine Ferienregion mit zahlreichen Unterkünften, Restaurants und einem langen Strand. Im Gegensatz zu Batumi stehen hier aber deutlich weniger riesige Hochhäuser direkt nebeneinander.

Uns hat Gonio vor allem wegen seiner ruhigeren Atmosphäre gefallen. Das Schwarze Meer liegt direkt vor der Tür und im Hintergrund erheben sich die grünen Berge, die diesen Teil Georgiens landschaftlich so interessant machen. Natürlich ist auch Gonio längst kein unentdecktes Fischerdorf mehr, sondern ein touristisch erschlossener Badeort. Trotzdem empfanden wir die Gegend als angenehme Abwechslung zum Großstadttrubel in Batumi. Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst, würde ich Gonio deshalb zumindest für einen halben Tag einplanen.

Gonio-Apsaros-Festung – Römer direkt am Schwarzen Meer

Festung von Gonio
Im Inneren der Festung von Gonio wurde in den letzten Jahren vieles restauriert und herausgeputzt.

Eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten rund um Batumi ist die Gonio-Apsaros-Festung, die sich direkt am Ortseingang von Gonio befindet. Die Anlage stammt in ihren Ursprüngen aus römischer Zeit und war damals ein wichtiger militärischer Stützpunkt an der östlichen Schwarzmeerküste. Später wurde die Festung auch von den Byzantinern und Osmanen genutzt. Schon die erhaltenen Mauern vermitteln einen guten Eindruck davon, welche Bedeutung dieser Standort früher gehabt haben muss.

Im Inneren der Festung kann man zwischen den alten Mauern und archäologischen Ausgrabungen herumlaufen. Zu sehen sind unter anderem Überreste römischer Bäder, Wasserleitungen und weiterer Gebäude. Man merkt schnell, dass sich hinter den Mauern früher weit mehr als nur ein einfacher militärischer Außenposten befand. Gerade weil man die Anlage mit einem Besuch am Strand verbinden kann, ist Gonio für mich eines der interessantesten Ausflugsziele in der Umgebung von Batumi.

St.-Andreas-Wasserfall – auf dem Weg zur türkischen Grenze

St. Andreas Wasserfall
Der Wasserfall ist nicht besonders groß, aber durch die auffallende Skulptur des heiligen Andreas ein tolles Fotomotiv.

Wenn du von Gonio aus noch ein Stück weiter in Richtung türkische Grenze fährst, kommst du kurz vor Sarpi am St.-Andreas-Wasserfall vorbei. Er liegt unmittelbar an der Küstenstraße und ist deshalb ohne größere Wanderung erreichbar. Direkt davor steht ein Denkmal für den Apostel Andreas, der nach georgisch-orthodoxer Überlieferung in dieser Region das Christentum verkündet haben soll. Wasserfall und Denkmal bilden zusammen ein ungewöhnliches kleines Ausflugsziel.

Einen riesigen Wasserfall oder ein großes Naturerlebnis solltest du hier allerdings nicht erwarten. Für einen kurzen Zwischenstopp lohnt sich der Besuch aber durchaus, besonders wenn du ohnehin schon in Gonio unterwegs bist. Wir würden den Wasserfall deshalb nicht als eigenständigen Tagesausflug einplanen, sondern einfach mit anderen Sehenswürdigkeiten entlang der Küste verbinden. Und spätestens hier wird einem noch einmal bewusst, wie weit im Süden Georgiens man sich inzwischen befindet. Bis zur türkischen Grenze sind es nur noch wenige Minuten.

Wie viel Zeit braucht man für Batumi?

Neustadt Batumi
Die Neustadt von Batumi kommt teilweise futuristisch daher.

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Batumi würde ich mindestens einen vollen Tag einplanen. Die Altstadt, der Hafen, Ali & Nino und die bekannten Gebäude am nördlichen Boulevard liegen relativ nah beieinander und lassen sich gut zu Fuß erkunden. Wenn du nur wenig Zeit hast, kannst du dir damit bereits einen guten Eindruck von der Stadt verschaffen. Allerdings würdest du dann einige der Orte verpassen, die uns persönlich besonders gut gefallen haben.

Mit zwei Tagen wird der Besuch schon deutlich entspannter. Dann bleibt auch Zeit, den langen Boulevard bis zum Skatepark und zum Plane Spotting Point zu erkunden, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Möchtest du zusätzlich nach Gonio fahren und dir die Festung sowie den St.-Andreas-Wasserfall ansehen, würde ich insgesamt zwei bis drei Tage für Batumi und Umgebung empfehlen. Mehr Zeit kann man natürlich ebenfalls problemlos verbringen, vor allem wenn man zwischendurch auch am Meer entspannen möchte.

Batumi mit Kind

Schach in Batumi
Entlang der Promenade finden sich immer wieder Parks mit Spielplätzen oder hier einem Schachfeld.

Auch mit Kind fanden wir Batumi insgesamt unkompliziert. Besonders der lange Boulevard ist dafür gut geeignet, weil es dort viel Platz, Spielmöglichkeiten und zahlreiche interessante Dinge zu entdecken gibt. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten sorgen der Skatepark, das Riesenrad und die Flugzeuge am südlichen Ende der Promenade für Abwechslung. Gerade deshalb fanden wir den Stadtbesuch auch als Familie unterhaltsam und nicht nur für Erwachsene interessant.

Etwas weniger begeistert waren wir dagegen vom Strand. Wegen der vielen Steine und des teilweise steilen Einstiegs ins Wasser würde ich hier gerade mit kleineren Kindern etwas vorsichtiger sein. Wer hauptsächlich zum Baden nach Georgien kommt, sollte sich deshalb auch die Strände in Gonio und Kvariati ansehen. Für einen abwechslungsreichen Stadtbesuch mit Kind hat Batumi aber auf jeden Fall einiges zu bieten.

Lohnt sich Batumi?

Für mich hat sich der Besuch von Batumi auf jeden Fall gelohnt, auch wenn ich die Stadt nicht uneingeschränkt schön fand. Die Mischung aus Hochhäusern, Casinos, Strandpromenade und historischer Altstadt ist schon ziemlich ungewöhnlich. Manchmal wirkt alles etwas übertrieben und gerade die modernen Viertel haben uns nicht besonders begeistert. Die Altstadt hat uns dagegen richtig gut gefallen und auch der kilometerlange Boulevard gehört für mich zu den schönsten Bereichen der Stadt.

Besonders in Erinnerung geblieben sind uns allerdings gar nicht unbedingt die großen Sehenswürdigkeiten. Vielmehr waren es die kleinen Erlebnisse zwischendurch: mit dem E-Scooter die lange Promenade entlangfahren, eine Weile den Skatern am Meer zuschauen oder gemeinsam mit anderen Urlaubern auf ein ankommendes Flugzeug warten. Das sind Dinge, an die wir uns wahrscheinlich noch länger erinnern werden als an irgendeinen besonders auffälligen Wolkenkratzer.

Und natürlich werden wir auch den mehrstündigen Stromausfall so schnell nicht vergessen. Es war schon ein merkwürdiger Anblick, als plötzlich fast die gesamte beleuchtete Skyline verschwand und nur noch einzelne Werbetafeln zwischen den dunklen Hochhäusern zu sehen waren. Ausgerechnet das moderne Batumi, das sich so gerne mit seinen spektakulären Gebäuden präsentiert, sah auf einmal ganz anders aus. Vielleicht passt dieses Erlebnis sogar ziemlich gut zu unserem Gesamteindruck von der Stadt.

Ich würde Batumi bei einer Reise durch Georgien jedenfalls nicht auslassen. Es ist sicher nicht die schönste Stadt des Landes und manche Ecken haben uns überhaupt nicht gefallen. Gleichzeitig gibt es hier aber so viel Ungewöhnliches zu entdecken, dass wir unseren Aufenthalt nicht missen möchten. Gerade die Gegensätze machen Batumi interessant – auch wenn man dafür mit dem einen oder anderen ziemlich hässlichen Hochhaus leben muss.

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