Carrick-a-Rede: Diese Hängebrücke ist nichts für Höhenangst

Sehenswürdigkeit in Nordirland

Carrick-a-Rede Brücke
Eine wacklige Angelegenheit: Die Carrik-A-Rede-Brücke hängt in einer Höhe von 30m über der schmalen Schlucht.

Wer unter Höhenangst leidet, ist auf der Carrick-a-Rede Brücke in Nordirland verkehrt. Malerisch, aber in schwankender Höhe, verbindet sie zwei spitze Felsen miteinander.


Carrick-a-Rede ist eine winzige Insel vor der Küste des County Antrim zwischen Ballycastle und Ballontoy an der nordirischen Küste. Doch jährlich kommen tausende von Besucher an diesen Zipfel Nordirlands. Der Grund ist eine alte Hängebrücke die das unbewohnte Eiland mit dem Festland verbindet.

Carrick-a-Rede ist der „Fels im Weg“

Der Name der Insel würde frei übersetzt „Fels im Weg“ bedeuten und das hat auch einen Grund: „Carrick-A-Rede“ liegt genau auf dem Weg der Lachse zu ihren Laichplätzen. Da die Fische gezwungen sind die Insel zu umschwimmen, werden sie zu leichten Opfern der Fischer.

Ursprünglich errichteten Fischer die Brücke, um von ihr herab mit Fangnetzen die schmackhaften Lachse zu fangen. Das Lachsvorkommen ist aus erwähntem Grund an dieser Stelle äußerst groß.

Die anderen Tiere, die unweit von Carrick-A-Rede ansässig sind, sind zugleich auch ein weiterer Feind der Lachse. Denn bei vielen Vogelarten ist der Platz am Felsen beliebt, um zu nisten. Daher sollte man sich auch auf dem einzigen Weg auf der Insel bewegen, um die Vögel nicht beim brüten zu stören.

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Von bis zu 300 Lachsen am Tag zum Ende der Fischerei

Lachs wurde an der Küste von Carrick-a-Rede bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert gefangen. Die erste Seilbrücke entstand allerdings erst 1755. Sie sollte den Fischern den Weg auf die vorgelagerte Insel erleichtern, von der aus die Netze ausgebracht wurden.

Die Fischerei war damals erstaunlich ergiebig. Noch bis in die 1960er-Jahre waren Fänge von bis zu 300 Lachsen an einem einzigen Tag möglich. Danach gingen die Bestände immer weiter zurück.

Heute wird hier überhaupt kein Lachs mehr gefangen. Der letzte Fisch wurde nach Angaben des National Trust im Jahr 2002 an Carrick-a-Rede gefangen. Die Brücke ist damit längst keine Arbeitsverbindung für Fischer mehr, sondern eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten an der Causeway Coast.

 

Brücke zu Carrick-A-Rede Insel in Nordirland
Die Brücke führt auf die gleichnamige umbewohnte Insel. Von dort kann man bei guter Sicht sogar die Küste Schottlands sehen.

Anfangs war die Brücke noch recht einfach beschaffen. Sie war nur mit einem Handlauf versehen und die Lücken zwischen den einzelnen Brettern groß. Es soll daher Besucher gegeben haben, die sich hin auf die Mini-Insel trauten, aber nicht wieder zurück. Ein paar mussten dann sogar mit dem Boot abgeholt werden.

Ein paar Jahre später renovierte man daher die Hängebrücke und sorgte damit für weniger Schwankungen bei Wind und erhöhte Sicherheit.

Ein Abstecher an Carrick-a-Rede lohnt sich: Den Besucher erwarte eine spannende und unterhaltsame Angelegenheit und nicht zuletzt auch ein beliebtes Fotomotiv mit dem Blick aufs Meer.

Die Hauptattraktion ist die Überquerung der Hängebrücke. Auf der Insel selbst erwartet dich keine weitere große Sehenswürdigkeit. Interessant ist aber das alte Fisherman’s Cottage, das an die Zeit des Lachsfangs erinnert. Vor allem lohnt sich der Weg wegen der Landschaft: Bei guter Sicht kannst du von Carrick-a-Rede weit über die Küste und sogar in Richtung der schottischen Inseln schauen.


Wissenswertes für deinen Besuch von Carrick-a-Rede

Vom Parkplatz führt zunächst ein etwa einen Kilometer langer Küstenweg zur Hängebrücke. Dabei geht es teilweise über unebenes Gelände, Steigungen und längere Treppen. Zusammen mit dem Rückweg solltest du deshalb deutlich mehr Zeit einplanen als nur für die eigentliche Überquerung. Die Brücke hängt fast 30 Meter über dem Atlantik und überspannt eine rund 20 Meter breite Schlucht. Bei starkem Wind kann sie aus Sicherheitsgründen kurzfristig geschlossen werden.

Was kostet Carrick-a-Rede?

Für die Überquerung der Hängebrücke benötigst du ein Ticket. Die Preise beginnen derzeit bei £16 für Erwachsene und £8 für Kinder zwischen 5 und 17 Jahren; Kinder unter fünf Jahren sind kostenlos. Ein Familienticket kostet ab £40. Stand: Oktober 2026.

Die Buchung sollte unbedingt vorab online erfolgen. Auch National-Trust-Mitglieder müssen für die Brücke ein Zeitfenster reservieren. Muss die Brücke wegen starken Windes schließen, erstattet der National Trust vorab online gebuchte Tickets.

Wie viel Zeit sollte ich einplanen?

Ich würde für Carrick-a-Rede ungefähr anderthalb bis zwei Stunden einplanen. Schon der Küstenweg ist Teil des Erlebnisses und bietet tolle Ausblicke – nur für ein schnelles Foto an der Brücke wäre der Ort eigentlich zu schade.

3 Kommentare

  1. Du scheinst nicht nur in Irland an genau den Ecken gewesen zu sein, an denen ich noch nicht war. Ergänzt sich super 😉 Außer Nordirland habe ich das ganze Land bereist und dein Beitrag zur Carrick-a-Rede-Brücke erinnert mich sehr an meinen Besuch am Mizen Head – den südwestlichsten Punkt der grünen Insel. AUch dort spannt sich eine Brücke über eine fantastische Schlucht und Klippen ragen wie bedrohliche Giganten aus dem Meer. Falls du noch mal nach Irland kommst, empfehle ich dir wärmsten Dublin und den wundervollen Westen im County Clare, wo die Menschen eher singen statt sprechen

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