Das verträumte Seneca Falls im Herzen des US-Bundesstaats New York ist eigentlich eine Kleinstadt wie so viele in den USA. Jedoch soll sich hier Frank Capra seine Inspirationen für den Ort Bedford Falls aus einem der bekanntesten US-Weihnachtsfilme geholt haben: „Ist das Leben nicht schön?“
Im US-Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ aus dem Jahr 1946 beschließt George Bailey, der sich in einer schweren Lebenskrise befindet, sich das Leben zu nehmen. Doch ein Engel erscheint ihm und rettet ihn aus dem eiskalten Wasser nach dem Sprung von einer Brücke.
Der Engel Clarence zeigt George, wie die Welt ohne ihn aussehe und wie stark er den Menschen um sich herum, ohne es gemerkt zu haben, geholfen hat. Zur Belohnung kehrt George Bailey als glücklicher Mensch zu seiner Familie zurück und Engel Clarence hat sich die so lange gewünschten Flügel redlich verdient.
Warum könnte Seneca Falls das wahre Bedford Falls sein?
Der Film ist besonders in den USA seit vielen Jahren zum Kult geworden. Besonders verehren sie das Werk von Frank Capra in der Kleinstadt Seneca Falls im Bundesstaat New York. Laut der Filmemacher von „Ist das Leben nicht schön?“ diente dieser Ort als Vorlage für die berühmte Filmstadt „Bedford Falls“. Seither rühmt sich die Stadt damit das reale Bedford Falls zu sein.
Und in der Tat fühlt man sich bei einem Besuch in der nichtmal 10.000 Einwohner zählenden Ortschaft wie in die Straßen des Filmes zurückversetzt, durch die George Bailey freudenübermannt langläuft.
Die Straßen sind nach den Charakteren und Orten aus dem amerikanischen Weihnachtsfilm benannt worden. So findet man in Seneca Falls u.a. die „George Bailey Lane“, den „Bedford Falls Boulevard“ und die „Clarence Street“.
Auch eine Brücke gibt es in Seneca Falls und sie könnte so auch wirklich in dem Film, der im Original „It’s a wonderful life“ heißt, stehen.
An der Brücke ist eine gravierte Tafel angebracht:
Der Ort Seneca Falls könnte Inspiration für das Aussehen der Heimatstadt aus Frank Capras 1946 erschienenen Film-Klassiker „Ist das Leben nicht schön“ gewesen sein.
Es ist bewiesen, dass Mr. Capra in der Mitte der 1940er Jahre, während das Drehbuch für den Film entwickelt wurde, hier war.
Es existieren viele Gemeinsamkeiten zwischen Seneca Falls und dem fiktiven Bedford Falls. Darunter ist das Design der Bridge Street Brücke, die Verwendung mehrerer Orte und persönlichen Namen und die geographische Lage der Ortschaft.
Da passt es nur noch besser, dass genau hier am 12. April 1917 tatsächlich der Einwohner Antonio Varacalli sein Leben verlor, als er jemanden anderen aus dem kalten Wasser rettete. Ein Schild weist noch heute an der alten Brücke auf diese Tragödie hin.
„Ist das Leben nicht schön?“-Museum in Seneca Falls
Das Highlight des beschaulichen Ortes ist aber das Museum über „Ist das Leben nicht schön?“.
Hier findet sich viele besondere Fotos der Darsteller von 1946 gereiht an unzähligen Bedford Falls Devotionalien wieder. Das „It’s a wonderful life“-Museum wird ehrenamtlich geführt und bietet Besuchern die große Ausstellung für gerade mal 5$ Eintritt an.
Zu den besonderen Highlights gehören Handabdrücke von Karolyn Grimes, der Darstellerin von Zuzu Bailey, neben denen einiger weiterer Schauspieler aus dem Film. Manchmal besucht sie das Museum bei speziellen Anlässen persönlich.
Es gibt auch ein „Ist das Leben nicht schön“-Festival, das im Dezember stattfindet und immer viele Fans des Klassikers nach Seneca Falls lockt. Das jährlich stattfindende Festival dauert immer 3 Tage und schließt natürlich das gemeinsame Anschauen von „Ist das Leben nicht schön?“ stets mit ein.
Fanartikel gibt es im „Woman Made Shop“
Die eigentliche Hauptstraße, die man aufgrund der übersichtlichen Größe von Seneca Falls nicht übersehen kann, beheimatet einen ganz besonderen Laden. Im „Woman Made Shop“ findet man nicht nur jede Menge in der Region durch Frauenhand hergestellte Produkte. Hier gibt es auch alles mögliche an Souvenirs für Fans von „Ist das Leben nicht schön“. Besonders die kreativen T-Shirts sind so wahrscheinlich sogar im Internet nur schwierig zu bekommen.
Seneca Falls und die Frauenrechtsbewegung
Übrigens: Seneca Falls ist auch im Bereich Feminismus historisch bekannt. Ein zentraler Meilenstein der frühen Feminismusbewegung war die Frauenrechtsversammlung von 1848 in Seneca Falls im US-Bundesstaat New York. Dort fand die erste organisierte Frauenrechtskonvention der Welt statt. Initiiert wurde sie unter anderem von Elizabeth Cady Stanton und Lucretia Mott, zwei prägenden Figuren der amerikanischen Frauenbewegung.
Im Mittelpunkt der Versammlung stand die sogenannte „Declaration of Sentiments“, ein bewusst an die Unabhängigkeitserklärung der USA angelehntes Dokument. Darin wurde festgehalten, dass Männer und Frauen gleich geschaffen seien und dass Frauen dieselben Rechte zustünden – darunter das Recht auf Bildung, Eigentum und vor allem das Wahlrecht.
Im Women’s Rights National Historical Park gibt es weitere Ausstellungen und Skulpturengruppen, etwa die Bronzegruppe „The First Wave“, die an Teilnehmende der Seneca Falls Convention von 1848 erinnert, darunter Elizabeth Cady Stanton und Frederick Douglass. Ebenso ist der ersten Polizistin in Seneca Falls eine Statue unweit der Brücke gewidmet.


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