Samarkand: Vielleicht der magischste Ort an der Seidenstraße

Reiseziel in Usbekistan

Samarkand in Usbekistan
Die Registan ist die wichtigste Sehenswürdigkeit und häufig auch der Ausgangspunkt für die Erkundung der zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Samarkand.

Samarkand ist wahrscheinlich das wichtigste Reiseziel während einer Usbekistan-Rundreise. Hier kommt die Vergangenheit der einst so wichtigen Seidenstraße so richtig zur Geltung. An wohl keinem anderen Ort in Usbekistan sind die Sehenswürdigkeiten so zahlreich vertreten wie hier. Wer Samarkand besucht, reist nicht nur geografisch, sondern auch tief in die Geschichte Zentralasiens.


Wenn du anfängst eine Usbekistan-Reise zu planen, wirst du relativ schnell auf die Stadt Samarkand (auch Samarqand geschrieben) stoßen. Dies ist wohl das beliebteste Reiseziel im ganzen Land. Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich gibt es hier eine große Dichte von imposanten Moscheen, Mausoleen  und historische Überreste der einst so bedeutenen Seidenstraße. Der Ort ist daher nicht nur für Geschichtsfans sondern auch Fotografen ein wichtiges Reiseziel.

Samarkand wurde bereits 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Besondere internationale Aufmerksamkeit wurde der Stadt zuteil, als im Oktober 2025 die UNESCO Generalkonferenz hier abgehalten wurde. Das erste Mal seit 40. Jahren außerhalb Paris – eine ganz besondere Ehre.

In diesem Artikel erfährst du mehr über die Geschichte von Samarkand. Außerdem zeige ich dir die besten Sehenswürdigkeiten und gebe weitere Reisetipps, damit dein Besuch unvergesslich wird.

Die Geschichte von Samarkand: Aufstieg, Zerstörung und Wiedergeburt

Samarqand "Die Perle der Welt"
Samarqand „Die Perle der Welt“: Ziemlich viel Pathos, aber wer die Stadt besucht wird merken, dass sie etwas ganz Besonderes ist.

Die Geschichte von Samarkand ist eine Geschichte von Aufstieg, Zerstörung und erstaunlicher Beharrlichkeit. Schon in der Antike war Samarkand ein bedeutender Siedlungsplatz, lange bevor die Seidenstraße ihren Namen erhielt. Ihre Lage im fruchtbaren Serafschan-Tal machte die Stadt zu einem natürlichen Sammelpunkt für Händler, Reisende und Ideen.

Doch Samarkand war nie ein Ort, der einfach nur existierte. Sie wurde begehrt – und deshalb immer wieder erobert. Perser, Griechen, Araber und später die Mongolen hinterließen ihre Spuren. Besonders einschneidend war die mongolische Zerstörung im 13. Jahrhundert, bei der große Teile der Stadt dem Erdboden gleichgemacht wurden. Für viele andere Städte wäre das das Ende gewesen. Für Samarkand war es nur eine weitere Zäsur.

Amur Timur: Reformator von Samarkand

Der entscheidende Wendepunkt kam im 14. Jahrhundert mit Timur, im Westen als Tamerlan bekannt. Timur machte Samarkand zur Hauptstadt seines riesigen Reiches – und veränderte das Gesicht der Stadt grundlegend.

Timur war nicht nur Eroberer, sondern auch ein Mann mit einem ausgeprägten Sinn für Symbolik. Er wusste, dass Macht sichtbar sein muss. Also ließ er Baumeister, Künstler und Gelehrte aus allen eroberten Gebieten nach Samarkand bringen. Moscheen, Medresen und Mausoleen entstanden in einer Größe und Pracht, die beeindrucken sollte – Besucher ebenso wie Untertanen.

Der Registan, das Gur-e-Amir-Mausoleum und die monumentalen Bauwerke rund um Shah-i-Zinda sind direkte Zeugnisse dieser Zeit. Sie wurden nicht errichtet, um schön zu sein, sondern um Dauer zu haben. Samarkand sollte als Zentrum von Macht, Kultur und Wissen in Erinnerung bleiben – und genau das ist gelungen.

Samarkand und die Seidenstraße: Drehscheibe zwischen Abend- und Morgenland

Sowjetisches Wandbild in Samarkand
Auch die sowjetische Vergangenheit von Samarkand ist im Stadtbild immer wieder sichtbar.

Die eigentliche Bedeutung Samarkands lässt sich jedoch nur im Zusammenhang mit der Seidenstraße verstehen. Die Stadt lag an einem der wichtigsten Knotenpunkte dieses riesigen Handelsnetzes, das China, Indien, Persien, den Nahen Osten und Europa miteinander verband.

Hier wurden nicht nur Seide, Gewürze oder Edelmetalle gehandelt. Samarkand war ein Ort des Austauschs: Sprachen, Religionen, wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Innovationen zirkulierten durch die Stadt. Papierherstellung, Astronomie, Medizin – vieles verbreitete sich über Städte wie Samarkand entlang der Seidenstraße weiter nach Westen.

Diese Rolle als Vermittlerin machte Samarkand über Jahrhunderte unverzichtbar. Selbst als die Bedeutung der Seidenstraße mit neuen Seewegen langsam abnahm, blieb die Stadt bestehen. Sie wurde ruhiger, verlor an politischer Macht – bewahrte aber ihre kulturelle Substanz.


Die besten Sehenswürdigkeiten in Samarkand (+ Karte)

In Samarkand gibt es wirklich jede Menge Sehenswürdigkeiten und größenteils liegen sie sogar relativ nachbeeinander. Einige Schritte musst du trotzdem machen, wenn du sie zu Fuß erkunden willst. Hier habe ich eine Übersicht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Samarkand für dich zusammengefasst. Mit der interaktiven Karte kannst du perfekt deine Erkundung planen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Registan – das Herz von Samarkand

Reges Treiben auf dem Registan-Platz in Samarkand
Reges Treiben auf dem Registan-Platz in Samarkand

Der Registan ist ohne Übertreibung das Herz von Samarkand – und einer dieser Orte, bei denen man erst einmal stehen bleibt und schaut. Der große Platz wird von drei prachtvollen Medressen eingerahmt, deren blaue Kuppeln, goldenen Ornamente und filigranen Mosaike sofort beeindrucken. Hier schlug über Jahrhunderte das politische, religiöse und kulturelle Zentrum der Stadt. Händler, Gelehrte und Reisende aus aller Welt kamen genau an diesem Ort zusammen.

Der Registan entstand im frühen 15. Jahrhundert, als Samarkand Hauptstadt des Timuridenreiches war. Die erste Medresse wurde zwischen 1417 und 1420 von Ulug Beg erbaut, dem Enkel Timurs, der Bildung und Wissenschaft gezielt fördern wollte. Im 17. Jahrhundert ergänzten die Herrscher der usbekischen Scheibaniden-Dynastie den Platz um zwei weitere Medressen. Dadurch wurde der Registan zu dem architektonischen Ensemble, das bis heute als Symbol für Macht, Bildung und religiöses Leben Zentralasiens gilt.

Prunkvolle Mosaike
Im Inneren der drei Gebäude der Registan findet sich wundervolle Verzierung mit viel Blau und Gold.

Beim Rundgang durch die Medressen merkt man schnell, wie viel Geschichte in diesen Mauern steckt. Jede Fassade erzählt ihre eigene Geschichte, und je länger man schaut, desto mehr Details entdeckt man. Für mich ist der Registan kein Ort für Eile – man sollte sich Zeit nehmen, sich auf eine Stufe setzen und die Atmosphäre wirken lassen. Der Eintritt liegt aktuell (Stand Januar 2026) bei etwa 65.000 UZS und gilt für den gesamten Komplex.

Absolute Pflicht: Lichtshow an der Registan

Lichtshow Registan Samarkand
Die Lichtshow an der Registan lässt den berühmten Platz in faszinierenden Farben und Geschichten erstrahlen.

Tagsüber ist der Registan beeindruckend, aber am Abend wird er magisch. Sobald es dunkel wird, beginnt die Lichtshow, und die Medressen verwandeln sich in eine riesige Leinwand. Farben, Muster und Musik erzählen die Geschichte Samarkands auf moderne Weise – emotional, eindrucksvoll und überraschend intensiv.

Selbst wenn man kein großes Interesse an Shows hat, sollte man sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Viele Besucher kommen tagsüber und kehren abends extra noch einmal zurück. Die Show findet meist gegen 20:00 oder 21:00 Uhr statt. Je nachdem von wo du sie sehen willst, kostet sie zusätzlich Eintritt, lässt sich aber auch kostenlos von außen gut beobachten. Die Besuchertreppen bieten einen guten Blick und sogar eine solide Sitzmöglichkeit nach einem langen Tag in Samarkand.

Gur-Emir-Mausoleum

Gur-Emir-Mausoleum in Samarkand
Das Gur-Emir-Mausoleum begeistert mit seiner prächtigen Kuppel als letzte Ruhestätte des großen Herrschers Timur.

Das Gur-Emir-Mausoleum ist der Ort, an dem einer der mächtigsten Herrscher Zentralasiens begraben liegt: Amir Timur. Schon von außen zieht die tiefblaue Kuppel alle Blicke auf sich, doch der wahre Eindruck kommt erst im Inneren. Dort herrscht eine ruhige, fast feierliche Stimmung, die sofort entschleunigt.

Das Gur-Emir-Mausoleum wurde ab 1403 ursprünglich für Timurs Enkel Muhammad Sultan errichtet. Nach Timurs Tod im Jahr 1405 wurde es zur zentralen Grabstätte der Timuriden-Dynastie ausgebaut. Neben Timur selbst wurden auch sein Sohn Shah Rukh und sein Enkel Ulug Beg hier beigesetzt. Der Bau markiert den Übergang von schlichten Grabstätten zu monumentalen Mausoleen im islamischen Raum.

Gräber im Gur-Emir-Mausoleum
Gräber im Gur-Emir-Mausoleum

Die kunstvollen Verzierungen, die harmonischen Proportionen und das gedämpfte Licht lassen erahnen, welche Bedeutung Timur für Samarkand hatte. Man steht hier nicht einfach in einem Mausoleum, sondern mitten in der Geschichte eines Reiches. Der Eintritt liegt je nach Tagespreis bei etwa 40.000 bis 75.000 UZS (Stand Januar 2026).

Taschkent-Allee

Taschkent-Allee in Samarkand
Die Taschkent-Allee zeigt das moderne und lebendige Gesicht Samarkands beim entspannten Flanieren.

Die Taschkent-Allee ist perfekt, um zwischen den großen Sehenswürdigkeiten einfach mal durchzuatmen. Die breite Straße verbindet mehrere wichtige Orte der Stadt und zeigt Samarkand von seiner modernen, lebendigen Seite. Hier spazieren Einheimische, Familien sitzen in Cafés, und das Leben läuft ganz entspannt neben den historischen Monumenten weiter. Besonders Touristen finden hier Restaurants mit den besten Gerichten aus Usbekistan und jede Menge Souvenirshops.

Brotverkäufer in Samarkand
Dieser Verkäufer beliefert die Restaurants an der Taschkent-Allee mit frischem und leckeren usbekischen Brot.

Gerade nach intensiven Besichtigungen ist ein Spaziergang über die Allee eine schöne Abwechslung. Für mich ist sie ein guter Ort, um das Gefühl zu bekommen, wie sich Samarkand heute anfühlt – nicht nur als Museum, sondern als lebendige Stadt. An heißen Tagen spenden die Bäume entlang der Allee auch den notwendigen Schatten.

Bibi-Khanum-Moschee

Bibi-Khanym-Moschee in Samarkand
Die Bibi-Khanym-Moschee beeindruckt mit monumentaler Größe und einer bewegten Geschichte aus der Zeit der Timuriden.

Die Bibi-Khanum-Moschee war einst eine der größten Moscheen der islamischen Welt – gebaut als Machtsymbol und Liebesbeweis zugleich. Auch wenn Teile der Anlage im Laufe der Jahrhunderte beschädigt wurden, ist ihre Größe noch heute überwältigend. Allein das Hauptportal vermittelt eine Ahnung davon, wie monumental dieses Bauwerk einmal war.

Die Bibi-Khanum-Moschee wurde zwischen 1399 und 1405 im Auftrag von Amir Timur erbaut, nach seinem erfolgreichen Indienfeldzug. Sie sollte die Freitagsmoschee der Stadt werden und Timurs Macht demonstrieren. Wegen des enormen Zeitdrucks und der Größe kam es früh zu baulichen Schäden. Bereits im 16. Jahrhundert war die Moschee teilweise einsturzgefährdet und verlor ihre religiöse Funktion.

Beim Rundgang über das weitläufige Gelände spürt man den Ehrgeiz und die Vision hinter diesem Bau. Die Mischung aus restaurierten Bereichen und sichtbaren Spuren der Zeit macht den Besuch besonders spannend. Der Eintritt liegt aktuell bei rund 75.000 UZS (Stand Januar 2026).

Siab-Basar

Siab-Basar in Samarkand
Der Siab-Basar bietet ein farbenfrohes Erlebnis voller Gewürze, Düfte und traditioneller Spezialitäten.

Der Siab-Basar ist das genaue Gegenteil der monumentalen Bauwerke – und gerade deshalb so wichtig. Hier pulsiert das echte Leben. Zwischen Gewürzständen, frischem Obst, Brot aus dem Tandir-Ofen und lauten Gesprächen taucht man tief in den Alltag Samarkands ein.

Der Basar entwickelte sich bereits im frühen Mittelalter als zentraler Handelsplatz entlang der Seidenstraße. Seine Lage nahe der Hauptmoschee war typisch für islamische Städte, da Handel und religiöses Leben eng miteinander verbunden waren. Über Jahrhunderte blieb der Markt ein wichtiger Umschlagplatz für regionale und internationale Waren und hat seine Funktion bis heute teilweise behalten, wobei man inzwischen natürlich auch speziell auf Touristen setzt und das Angebot dementsprechend angepasst hat.

Ich empfehle, einfach ohne Ziel über den Markt zu schlendern, zu probieren und zu beobachten. Der Basar ist nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern ein Erlebnis für alle Sinne. Der Eintritt ist frei, und genau das macht ihn so zugänglich und authentisch.

Chidr-Moschee

Chidr-Moschee in Samarkand
Die Chidr-Moschee zählt zu den ältesten Heiligtümern Samarkands und bietet einen wunderbaren Blick über die Stadt.

Die Chidr-Moschee gehört zu den ältesten religiösen Orten der Stadt und liegt etwas ruhiger abseits der großen Touristenströme. Sie wirkt auf den ersten Blick schlicht, doch gerade diese Zurückhaltung verleiht ihr eine besondere Atmosphäre.

Das Bauwerk geht vermutlich auf frühe islamische Bauten zurück, auch wenn die heutige Struktur aus späteren Jahrhunderten stammt. Sie wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, unter anderem nach Erdbeben und politischen Umbrüchen. Historisch diente sie vor allem der lokalen Bevölkerung und Reisenden und war nie als repräsentativer Staatsbau gedacht.

Aussicht vom Balkon der Chidr-Moschee
Aussicht vom Balkon der Chidr-Moschee auf die
Bibi-Khanum-Moschee und den Registan

Von hier aus hat man zudem einen schönen Blick auf die Umgebung, und der Ort lädt zum Innehalten ein. Wer Samarkand nicht nur sehen, sondern auch fühlen möchte, sollte hier einen kurzen Stopp einlegen. Der Besuch ist in der Regel kostenlos.

Shah-i-Zinda

Shah-i-Zinda in Samarkand
Shah-i-Zinda verzaubert mit einer eindrucksvollen Reihe kunstvoll verzierter Mausoleen entlang einer heiligen Allee.

Shah-i-Zinda ist für viele Besucher der hübscheste Ort in Samarkand. Die schmale, ansteigende Straße ist gesäumt von Mausoleen mit leuchtend blauen und türkisfarbenen Kacheln. Jedes Grabmal ist anders, jedes erzählt eine eigene Geschichte – und zusammen wirken sie fast wie ein offenes Kunstwerk.

Die Nekropole Shah-i-Zinda entwickelte sich ab dem 11. Jahrhundert rund um das Grab von Qusam ibn Abbas, einem Cousin des Propheten Mohammed. Während der Timuridenzeit im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Anlage gezielt erweitert, um Familienmitglieder und enge Vertraute der Herrscher hier zu bestatten. Dadurch entstand ein einzigartiges Ensemble religiöser und dynastischer Architektur.

Shah-i-Zinda in Samarkand
Das Shah-i-Zinda-Ensemble ist für viele Besucher der vielleicht fotogenste Ort in ganz Samarkand.

Beim langsamen Hinaufgehen entsteht eine fast meditative Stimmung. Man spricht automatisch leiser und nimmt jedes Detail bewusster wahr. Der Eintritt liegt bei etwa 50.000 UZS (Stand Januar 2026) und ist jeden einzelnen Schritt wert.

Afrasiyab Museum

Das Afrasiyab-Museum führt dich noch weiter zurück – in die Zeit vor dem heutigen Samarkand. Es erzählt die Geschichte der antiken Stadt Afrasiyab, die einst hier stand und später zerstört wurde. Besonders beeindruckend sind die gut erhaltenen Wandmalereien, die Szenen aus dem damaligen Leben zeigen. Solltest du Pech mit dem Wetter haben, ist es die perfekte Sehenswürdigkeit um ein paar Stunden außerhalb des Regens zu verbringen.

Das Museum widmet sich der antiken Stadt Afrasiyab, die bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde und bis zur mongolischen Zerstörung 1220 bestand. Afrasiyab war Hauptstadt der Sogder und ein bedeutendes Handelszentrum der frühen Seidenstraße. Das Museum wurde errichtet, um die archäologischen Funde dieser verlorenen Stadt dauerhaft zu sichern und zugänglich zu machen.

Der Besuch ergänzt die großen Bauwerke perfekt, weil er zeigt, dass Samarkand schon lange vor Timur ein bedeutendes Zentrum war. Der Eintritt ist vergleichsweise günstig und liegt meist bei etwa 30.000–40.000 UZS (Stand Januar 2026).

Ulug Begs Observatorium

Ulug Begs Observatorium in Samarkand
Ulug Begs Observatorium steht für die bedeutende astronomische Forschung des berühmten Gelehrten im 15. Jahrhundert.

Ulug Beg war nicht nur Herrscher, sondern auch leidenschaftlicher Wissenschaftler. Sein Observatorium war im 15. Jahrhundert eines der bedeutendsten der Welt. Heute sind nur noch Teile erhalten, doch allein der riesige steinerne Sextant zeigt, mit welcher Präzision hier gearbeitet wurde.

Das Observatorium wurde um 1420 von Ulug Beg erbaut und war eines der fortschrittlichsten seiner Zeit. Ziel war die Erstellung eines präzisen Sternenkatalogs, der später als einer der genauesten des Mittelalters galt. Nach Ulug Begs Ermordung im Jahr 1449 wurde das Observatorium zerstört, da wissenschaftliche Forschung politisch nicht mehr unterstützt wurde.

Innenraum des Ulug Beg Observatorium
Innenraum des Ulug Beg Observatorium

Ein kleines Museum erklärt die astronomischen Entdeckungen, die hier gemacht wurden. Für mich ist dieser Ort besonders spannend, weil er zeigt, wie fortschrittlich Samarkand einst war – weit über Architektur hinaus. Der Eintritt liegt bei etwa 40.000 UZS (Stand Januar 2026).

Chodscha-Doniyor-Mausoleum

Das Chodscha-Doniyor-Mausoleum ist ein ruhiger, fast versteckter Ort mit großer symbolischer Bedeutung. Von all den Sehenswürdigkeiten in Samarkand liegt es beinahe etwas außerhalb auf einem kleinen Hügel. Es wird mit dem Propheten Daniel in Verbindung gebracht und ist sowohl für Muslime als auch für Juden und Christen ein wichtiger Wallfahrtsort. Der hier ausgestellte Sarg ist überraschend lang.

Das Mausoleum wurde unter Amir Timur errichtet, der den Ort mit dem Propheten Daniel in Verbindung brachte, um göttlichen Schutz für Samarkand zu erlangen. Historisch ungewöhnlich ist die religiöse Bedeutung für mehrere Glaubensrichtungen. Der Ort wurde bewusst als überkonfessionelle Pilgerstätte gestaltet und spielte eine symbolische Rolle für Toleranz und spirituelle Vielfalt.

Die Atmosphäre ist still und respektvoll, fernab vom Trubel der Innenstadt. Gerade deshalb bleibt dieser Ort vielen lange in Erinnerung. Der Besuch ist meist kostenlos oder kostet nur eine kleine Gebühr (Stand Januar 2026).


Weitere Reisetipps für Samarkand

Ich denke du verstehst jetzt, warum man Samarkand und deren Sehenswürdigkeit auf einer Usbekistan-Reise auf keinen Fall auslassen sollte, oder? Nachfolgend habe ich noch ein paar Tipps für deinen Besuch zusammengefasst.

Hochzeit in Samarkand
Sehen und gesehen werden: Es gibt wohl nur wenige Tage im Jahr, an denen sich kein Brautpaar in der Kulisse der Registan ablichten lässt.

Anreise nach Samarkand

Mit Umstieg in Istanbul kann Samarkand auch indirekt von Deutschland aus angeflogen werden. Je nach Startpunkt und machbaren Umstiegszeiten solltest du mit mindestens 9 Stunden Gesamtreisezeit rechnen. Alternative, weil häufiger und teilweise auch direkt angeflogen, ist der internationale Flughafen in der Hauptstadt Taschkent. Von hier aus sind es allerdings mindestens 5 Stunden Autofahrt bis Samarkand.

Eine gute Alternative ist der Zug. Besonders der Schnellzug schafft diese Strecke in deutlich kürzerer Zeit (ca. 3 Stunden). Tickets sind schnell vergriffen und sollten über die offizielle Seite gebucht werden.

Unterkünfte in Samarkand

In Samarkand findest du zahlreiche Unterkünfte mit verschiedenen Preis- und Ausstattungsniveau. Neben hochwertigen Hotels sind auch Homestays oder einfache Gästezimmer vorhanden. In der Hauptsaison (Herbst und Frühjahr) bietet sich eine Vorabreservierung an.

Samarkand auf eigene Faust entdecken

Es macht sicherlich Sinn eine geführte Tour durch Samarkand zu buchen. Wer aber nicht das volle Programm an Informationen des Guides benötigt, kommt man gut alleine zu recht und wird zufrieden sein. Alle hier aufgeführten Sehenswürdigkeiten können theoretisch nacheinander abgelaufen werden, wobei dir auch irgendwann die Füße schmerzen können. Hier und da mit den sehr preiswerten Taxis, die du per Yandex bestellen kannst, abzukürzen, ist mit Sicherheit die angenehmste Lösung.

Wie lange sollte ich in Samarkand bleiben?

Für mich hat ein ganzer Tag in Samarkand gereicht, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Das war allerdings ein richtiger Sighseeing-Powertag. Wenn du aber den Aufenthalt etwas entschlacken willst, würde ich besser direkt 3 Nächte in dieser Stadt einplanen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Von Samarkand bieten sich auch Tagesausflüge an. Die Geburtsstadt von Amur Timur, Sharisabz, ist mit dem Auto in etwa 2 Stunden zu erreichen. Dort findest du viele weitere historische Überreste, besonders die Burg von Timur. Die meisten Touranbieter haben auch diese geführte Tour im Angebot.

Manche reisen von hier auch für 1-2 Tage zu den 7 Seen in Tadjikistan. Bestimmt sehenswert, aber du wirst viel Zeit im Auto verbringen. Ansonsten geht es für viele Reisende von hier weiter nach Buchara, zurück nach Taschkent oder auch in die Region rund um Jizzax.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*