Festung Ajloun: Die Festung über Nordjordanien

Sehenswürdigkeit in Jordanien

Festung Adschlun (Aijoun) in Jordanien
Festung Adschlun (Aijoun) in Jordanien: Lange Zeit versteckt, nun aber ein wichtiger Reisetipp.

Die Festung Ajloun (oder auch Adschlun) in Nord-Jordanien ist ein überagendes Relikt muslimischer Militärbauten. Mit Geld und körperlichen Einsatz konnte man viel ihres ursprünglichen Erscheinungsbildes wiederherstellen.


Im Norden-Jordanien liegt eine der sehenswertesten Festungen in der Region. Ihren Namen bekam sie wegen des Ortes in unmittelbarer Nachbarschaft: Ajloun oder auf deutsch Adschlun genannt. Weniger geläufig ist ihr jordanischer Namen: Qala’at ar-Rabad.

Die Festung Ajloun war ein wichtiger Militärposten

Aussicht Jordantal von Burg Adschlun
Wow: Was für eine Aussicht! Von der Festung Ajloun kann man weit blicken.

Heute zählt die Festung Ajloun zu einer der seltenen noch existierenden Beispiele für muslimische Burgen. Erbaut wurde sie bereits 1184 von Izz al-Din Usama, einem engen Bekannten des berühmten Saladins. Aufgrund der strategischen Lage auf einem Hügel mitten im Jordantal, kann die Festung schon von weitem gesehen werden. Auch ihr ursprünglicher Zweck wird damit direkt deutlich. Als Militärposten wurden hier die drei Hauptrouten ins Jordantal bewacht – das Wadi Kufranjah, das Wadi Rajeb und das Wadi al-Yabes.

Darüber hinaus schützte sie auch viele Jahrhunderte die wichtige Handelsroute zwischen den Nachbarländern Syrien und Jordanien. Noch wichtiger wurde sie, als die Kreuzfahrer in die arabische Welt einfielen. Mit einer ganzen Reihe von weiteren Festungen, von denen die meisten heute nicht mehr existieren, schuf Saladin so ein einzigartiges Nachrichtennetz. Von Festung zu Festung wurde wichtige Meldungen schnell und sicher weiterverbreitet, so dass man sich gegen den anrückenden Feind schon vorbereiten konnte, ehe er vor den Toren stand. Diese Nachrichten wurden per Feuer oder Taubenpost weitergeleitet.

Im Jahr 1260 wurde die Burg Ajloun kurzzeitig von den Mongolen erobert und teilweise zerstört. Ihr dunkelste Stunde hatte sich aber erst im Jahr 1837. Ein schweres Erdbeben zerstörte die Festung fast vollständig. Erst ab 1927 fanden aufwendige Restaurierungsarbeiten an dem historischen Gebäude statt, die bislang immer noch nicht vollständig abgeschlossen wurden.

Burg Ajloun: Sehenswertes Reiseziel in Nord-Jordanien

Innenansicht Adschlun
Das passende Licht hilft nicht nur vor Stolperfallen, sondern setzt die Gänge der Festung Ajloun erst richtig in Szene.

Wer sich die sehenswerte Festung Ajloun heute ansehen will, muss in den nördlichsten Teil Jordaniens reisen. Jeweils 1 Stunde von Amman und von Irbid entfernt, liegt sich in etwa auf halben Weg zwischen der Hauptstadt und zweitgrößten Stadt des Landes. Die Burg thront auf fast 1000m Höhe. Ein beachtlicher Wert, besonders wenn man bedenkt, dass Jordanien zu einem überwiegenden Großteil nur aus Wüste besteht.

Von den ursprünglich 5 Türmen ist heute der nachträglich gebaute am besten erhalten geblieben.  Von hier oben hat man eine herrliche Aussicht über das (trockene) Jordantal, die angrenzenden Hügel und Dörfer.

Doch auch im Inneren ist Ajloun durchaus sehenswert. Viele der Gänge und Torbogen wurden aufwendig für den Tourismus restauriert. Passende Beleuchtung und Dekorationen (wie Belagerungsleitern die an der Mauer lehnen) lassen eine Zeitreise wahr werden. Um den militärischen Nutzen des Gebäudes darüber hinaus zu verdeutlichen, bewachen zehn jordanische Soldaten die Festung an jedem Tag. Rein symbolisch sind sie an allen vier Toreingängen von Ajloun stationiert.

Mit der Seilbahn über die Berge von Ajloun

Seit 2023 hat Ajloun eine weitere ungewöhnliche Sehenswürdigkeit. Direkt bei der Festung startet eine moderne Seilbahn, die über die grünen Hügel der Region in Richtung Eshtafina führt.

Die komplette Hin- und Rückfahrt ist rund fünf Kilometer lang und dauert ungefähr 20 Minuten. Gerade weil der Norden Jordaniens deutlich grüner und bergiger ist als viele andere Teile des Landes, bekommst du aus der Gondel noch einmal einen ganz anderen Eindruck von der Landschaft.

Die Seilbahn hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer der beliebtesten neueren Attraktionen Jordaniens entwickelt. Öffnungszeiten und Preise können sich saisonal ändern, deshalb würde ich sie vor dem Besuch direkt beim Betreiber prüfen.

Nicht verpassen: Eine Region voller Highlights

Ajloun zeigt eine ganz andere Seite Jordaniens als Petra oder das Wadi Rum. Der Norden ist deutlich grüner und bergiger und lässt sich besonders gut mit einem Besuch der römischen Ruinen von Jerash verbinden.

Für die Burg solltest du ungefähr ein bis zwei Stunden einplanen. Von den Mauern und Türmen hast du einen weiten Blick über die umliegenden Hügel und Täler. Wenn du zusätzlich mit der Seilbahn fahren möchtest, würde ich entsprechend mehr Zeit einrechnen.

Was kostet der Eintritt in Ajloun Castle?

Der Eintritt in die Festung kostet für ausländische Besucher 3 JOD und beinhaltet auch das kleine Museum. Mit dem Jordan Pass kannst du Ajloun Castle ohne zusätzlichen Eintritt besuchen.

Öffnungszeiten und Betriebszeiten der Seilbahn können sich saisonal ändern. Gerade für die Seilbahn würde ich deshalb vor der Anfahrt noch einmal die aktuellen Angaben des Betreibers prüfen.

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