„Akwaaba! Willkommen in Ghana!“ So begrüßt man Gäste in Ghana in West-Afrika. Auch wenn die Nationalsprache Englisch ist, sprechen und verstehen hier viele Ghanaer Twi, die amtliche Sprache des Volks der Ashanti. Wenn du dich für eine Reise nach Afrika interessierst, ist Ghana mit Sicherheit immer noch ein Geheimtipp. Dabei kannst du hier relativ unkompliziert das „echte“ Afrika entdecken, in eine spannende Kultur eintauchen und sogar eine echte Safari erleben.
In diesem Artikel stelle ich die besten Sehenswürdigkeiten in Ghana vor und gebe einen Überblick über die wichtigsten Highlights des Landes. Zu einzelnen Orten findest du ausführliche Artikel mit weiteren Informationen.
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Mehr InformationenMole Nationalpark – Safari in Westafrika
Der Mole Nationalpark ist das größte Schutzgebiet Ghanas und eines der eindrucksvollsten Naturerlebnisse des Landes. Anders als in Ostafrika stehen hier nicht riesige Safarigruppen im Vordergrund, sondern eine vergleichsweise ruhige, ursprüngliche Atmosphäre. Neben den offiziellen Hotel des Nationalparks gibt es auch wirklich nur wenige Lodges. Ganz anders als z.B. in Kenia oder Südafrika. Genau das macht den Park für mich besonders reizvoll.
Besonders beeindruckend ist die Möglichkeit, Elefanten teilweise zu Fuß mit einem Ranger zu beobachten – ein Erlebnis, das deutlich intensiver wirkt als klassische Jeepsafaris. Neben Elefanten leben hier Antilopen, Warzenschweine und verschiedene Affenarten. Die Landschaft ist geprägt von Savanne, vereinzelten Bäumen und weiten Ebenen, die besonders in den frühen Morgenstunden eine besondere Stimmung erzeugen.
Der Mole Nationalpark eignet sich ideal als nördlicher Höhepunkt einer Ghana-Rundreise. Wer mehrere Tage einplant, erlebt nicht nur Tierbeobachtungen, sondern auch die Weite und Ruhe dieser Region.
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Accra – pulsierende Hauptstadt
Accra ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Ghanas und vermittelt einen ersten intensiven Eindruck vom Land. Hier wirst du auch mit Sicherheit mit dem Flugzeug landen. Die Stadt ist lebendig, laut, bunt – und genau das macht ihren Reiz aus. Zwischen modernen Vierteln, Märkten und Strandabschnitten entsteht eine Mischung, die typisch für viele westafrikanische Metropolen ist.
Besonders spannend finde ich den Makola Market, auf dem sich das alltägliche Leben Ghanas in konzentrierter Form zeigt. Der Independence Square erinnert an die Unabhängigkeit des Landes, während das National Museum einen Überblick über Geschichte und Kultur gibt. Gleichzeitig laden Orte wie Labadi Beach oder kleinere Küstenabschnitte zu entspannteren Momenten ein.
Accra eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für eine Reise durch Ghana. Hier lassen sich erste Eindrücke sammeln, bevor es weiter an die Küste oder in den Norden geht.
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Cape Coast & Elmina – historische Festungen
Cape Coast und Elmina gehören zu den historisch bedeutendsten Orten Ghanas. Die mächtigen Küstenfestungen erinnern an die Zeit des transatlantischen Sklavenhandels und gehören heute zum UNESCO-Welterbe. Sogar Barack Obama hat diesen Ort bereits besucht.
Das Cape Coast Castle und das Elmina Castle liegen direkt am Meer und wirken von außen fast idyllisch. Erst bei einer Führung durch die Innenräume wird deutlich, welche historische Tragweite diese Orte haben. Die Kombination aus kolonialer Architektur, Atlantikküste und geschichtlicher Tiefe macht diese Region zu einem der wichtigsten Reiseziele in Ghana.
Gleichzeitig bietet die Küste rund um Cape Coast entspannte Strandabschnitte und kleinere Orte, die sich gut in eine mehrtägige Route einbauen lassen.
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Kakum Nationalpark – Hängebrücken im Regenwald
Der Kakum Nationalpark ist eines der bekanntesten Naturhighlights Ghanas und vor allem für seinen Canopy Walkway berühmt. Der Hängebrückenpfad führt hoch über die Baumkronen des Regenwaldes und bietet eine Perspektive, die man sonst nur selten erlebt.
Schon der Aufstieg auf die Plattformen sorgt für ein leichtes Kribbeln, während sich von oben ein weiter Blick über das dichte Grün des Waldes eröffnet. Der Park ist gut erschlossen und eignet sich ideal als Tagesausflug von Cape Coast aus.
Neben dem Canopy Walkway bietet der Nationalpark auch Wanderwege durch den Regenwald. Der Besuch lässt sich gut mit der Küstenregion kombinieren und zeigt eine ganz andere, tropische Seite Ghanas.
Boabeng-Fiema Monkey Sanctuary – Heilige Affen im Dorf
Das Boabeng-Fiema Monkey Sanctuary zählt zu den außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten in Ghana. Das Schutzgebiet liegt im Zentrum des Landes nahe Nkoranza und ist bekannt für seine frei lebenden Mona- und Colobus-Affen, die hier als heilig gelten. Anders als vielerorts haben sich hier die Bewohner darauf verständigt, die Affen weder zu töten oder gar zu essen.
Die Tiere bewegen sich völlig frei zwischen Wald und Dorf und sind an Menschen gewöhnt, ohne jedoch domestiziert zu sein. Besucher können die Affen aus nächster Nähe beobachten, während lokale Guides spannende Einblicke in die kulturelle Bedeutung des Schutzgebiets geben. Die Affen werden von der Dorfgemeinschaft traditionell geschützt, und verletzte Tiere werden sogar nach festgelegten Ritualen beerdigt.
Ein Besuch im Boabeng-Fiema Monkey Sanctuary verbindet Naturerlebnis mit kulturellem Hintergrundwissen. Anders als in großen Nationalparks steht hier nicht die Safari im Vordergrund, sondern das respektvolle Beobachten der Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Das Schutzgebiet eignet sich besonders als Zwischenstopp auf dem Weg zwischen Kumasi und dem Mole Nationalpark.
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Weitere sehenswerte Orte in Ghana
Neben den bekanntesten Highlights gibt es zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten in Ghana:
- Kumasi – Zentrum der Ashanti-Kultur und Heimat des größten Markts in Westafrika
- Lake Volta – einer der größten Stauseen der Welt
- Larabanga – kleines Dorf mit der ältesten Moschee in Westafrika
- Kintampo Wasserfälle – Eindrucksvoll und erfrischend
- Tamale – Ausgangspunkt für den Norden
Reisetipps für Ghana
Für wen lohnt sich eine Reise nach Ghana?
Eine Reise nach Ghana lohnt sich besonders für die, die Westafrika authentisch und vergleichsweise unkompliziert erleben möchten. Das Land bietet eine gute Mischung aus Kultur, Geschichte und Natur – ohne bereits stark vom Massentourismus geprägt zu sein.
Ghana eignet sich ideal für kulturinteressierte Reisende, die sich mit der Geschichte des Landes und der Region auseinandersetzen möchten. Die historischen Festungen an der Küste, traditionelle Ashanti-Kultur in Kumasi oder das Alltagsleben in Accra ermöglichen intensive Einblicke in Gesellschaft und Vergangenheit.
Auch Natur- und Outdoor-Fans kommen auf ihre Kosten. Nationalparks wie Mole oder Kakum, Wasserfälle im Volta-Gebiet und tropische Küstenlandschaften bieten abwechslungsreiche Landschaften. Wer gerne individuell reist, flexibel plant und offen für neue Eindrücke ist, wird in Ghana viele bereichernde Erfahrungen machen.
Weniger geeignet ist Ghana für Reisende, die eine klassische Pauschalreise oder stark ausgebaute touristische Infrastruktur erwarten. Das Land belohnt vor allem Neugier, Offenheit und eine gewisse Reiseerfahrung. Es ist mit Sicherheit eines der „leichtesten“ Länder in Westafrika, aber ebenso auch kein absolutes Einsteigerland.
Beste Reisezeit
Ghana hat ein tropisches Klima mit Trocken- und Regenzeiten und kann grundsätzlich das ganze Jahr über bereist werden.
- Dezember bis März: Dies ist die beste Reisezeit. Angenehme Temperaturen, wenig Regen und zahlreiche kulturelle Feste machen diese Monate ideal für Rundreisen, Safari und Strandurlaub. Besonders im Norden herrschen dann gute Bedingungen für Nationalparks.
- April bis Juni: In vielen Regionen beginnt die Regenzeit. Die Natur zeigt sich jetzt in sattem Grün, allerdings können Straßen in ländlichen Gebieten schwer passierbar werden. Für Stadtbesichtigungen und Kulturreisen aber weiterhin gut machbar.
- Juli bis Oktober: Die Regenzeit hält an, vor allem im Süden. Dafür sind Preise niedriger und das Land ruhiger – ideal, wenn du authentische Begegnungen und üppige Natur bevorzugst.
- November: Ein Übergangsmonat mit meist gutem Wetter. Ideal, um Strände, Märkte und Kulturstätten zu besuchen, bevor die Hauptsaison startet.
Empfohlene Reisedauer
Für eine Rundreise durch Ghana empfehle ich mindestens 10 bis 14 Tage. So lassen sich Accra, die Küstenregion, der Kakum Nationalpark und der Mole Nationalpark gut miteinander kombinieren. Ghana ist flächenmäßig ein eher kleineres Land, aber viele Straßen sind noch nicht ausgebaut. So geht es oft über sogenannte „Dustroads“ (Staubstrecken), wo man sehr langsam nur voran kommt. Fahrten können sich so oft in die Länge ziehen.
Wenn du ohne geführte Tour oder eigenen Mietwagen unterwegs bist, solltest du auch die zusätzlichen Zeiten mit Überlandtaxis bedenken. Diese Trotros (Sammeltaxis) fahren bestimmte Strecken, auf denen du unterwegs beliebig aussteigen kannst. Sie sind das beliebteste öffentliche Fortbewegungsmittel in Ghana. Los geht es aber erst, wenn das Fahrzeug ganz voll ist – und ganz voll bedeutet meistens 1-2 Leute mehr als Sitzplätze. Das ist nicht unbedingt komfortabel, aber recht günstig und total „local“.
Ist Ghana ein teures Reiseland?
Ghana ist im regionalen Vergleich moderat bepreist. Unterkünfte und Transport sind meist erschwinglich, importierte Produkte und gehobene Restaurants können jedoch teurer sein. Insgesamt lässt sich das Land mit einem mittleren Budget gut bereisen.
Ist Ghana ein sicheres Reiseziel?
Ghana gilt im westafrikanischen Vergleich als eines der politisch stabilsten und sichersten Länder der Region. Viele Reisende berichten von freundlichen Begegnungen und einer offenen, hilfsbereiten Bevölkerung – etwas was ich selber nur bestätigen kann. Dennoch sollten grundlegende Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden, wie in vielen anderen Ländern auch.
Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl oder Handyraub kann vor allem in größeren Städten wie Accra vorkommen, insbesondere auf Märkten oder in belebten Gegenden. Es empfiehlt sich, Wertgegenstände nicht offen zu zeigen, nachts vorsichtig zu sein und nur offizielle Taxis oder Fahrdienste zu nutzen. In ländlichen Regionen ist die Sicherheitslage in der Regel ruhiger.
Neben der allgemeinen Sicherheit spielen auch gesundheitliche Aspekte eine wichtige Rolle. Für die Einreise nach Ghana ist eine Gelbfieber-Impfung verpflichtend. Zusätzlich werden je nach Reiseroute und Aufenthaltsdauer Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus oder Tollwut empfohlen. Da Ghana in einem Malariagebiet liegt, ist ein konsequenter Mückenschutz sowie gegebenenfalls eine medikamentöse Prophylaxe ratsam.
Mit guter Vorbereitung, Beachtung der aktuellen Reisehinweise und angemessenen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich Ghana jedoch sicher und verantwortungsvoll bereisen.
Anreise nach Ghana
Von Deutschland aus gibt es wenige Direktflüge nach Accra. Meistens starten sie von Frankfurt aus. Sie sind die mit einer Flugzeit von etwa 6 bis 7 Stunden die schnellste Möglichkeit nach Ghana zu kommen. Häufigere Wahl – und auch preiswerter – sind Flüge mit Umstieg in Paris oder Istanbul. So bist du aber auch ca. 12 Stunden unterwegs.
Für die Einreise benötigen deutsche Staatsbürger in der Regel ein Visum. Dieses muss vorab bei der Ghanaischen Botschaft beantragt werden. Es kostet ca. 110€ und ist 3 Monate gültig, wobei du maximal 60 Tage als Tourist im Land bleiben kannst.




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