Burg Diósgyőr: Die renovierte Ruine

Burg Diósgyőr
König Louis I. prägte diese beliebte Sehenswürdigkeit im Osten Ungarns. Im Mittelalter hatte er seinen herrschaftlichen Sitz hier. Das Foto zeigt den Beginn der Bauarbeiten.

Von der Burg Diósgyőr ist nicht mehr viel übrig. Nur noch eine Ruine ist geblieben. Durch jahrelange Renovierungsarbeiten wurde der alte Glanz, den sie im Mittelalter besessen haben muß, zurückgeholt.

Unweit der viertgrößten Stadt Ungarns liegt das kleine Dorf Diósgyör. Es ist eingemeindet in Miskolc, der drittgrößten Stadt in Ungarn. Die mittelalterliche Burg Diósgyör ist heute die Hauptattraktion des Stadtteils, in dem etwa 60.000 Menschen leben.

Burg Diósgyör war Sitz von König Lajos

Die Burg wurde von König Lajos erstmalig als königlicher Sitz verwendet. Dieser war seit 1342 König von Ungarn und Kroatien und eroberte 1370 auch Polen. Im Anschluß wurde die Burg mehrmals zerstört, erneut repariert und für verschiedene Zwecke benutzt.

Die Burg ist ein beliebter Reisetipp hier im Osten von Ungarn. Die Touristen besuchen diesen Teil des Landes zwar noch nicht so zahlreich wie die Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Budapest oder das Wein- und Erholungsziel Plattensee, dennoch zieht es immer wieder Individuellreisende in diese Region.

Burg Diósgyőr 2012
Große Teile der Ruine Diósgyőr wurden detailgetreu wiederhergestellt. Diese Nachtaufnahme stammt aus dem Jahr 2012. Foto von
Ádám Szedlák. Lizenz: CC BY 2.0

Seit 2010 befand sich die Burg im Umbau, der im Jahre 2012 abgeschlossen wurde. Es wurden ehemalige Räume in der Ruine wieder errichtet – interaktive Möglichkeiten und Ausstellungsräume wurden geschaffen. Die Burgmauer und die charaktergebenden Türme der Burg wurden renoviert und neu aufgebaut.

Und das bedeutete wirklich viel Arbeit: Von den vier Ecktürmen war beispielsweise nur noch einer in einigermaßen akzeptablen Zustand erhalten geblieben. Man orientierte sich aber detailgetreu an den Baumaterialien aus dem Mittelalter und so wird es dem ein oder anderen Besucher vielleicht gar nicht auffallen, dass es sich häufig nur um eine Rekonstruktion handelt.

Das Bild auf dem 200-Forint-Schein

Die Burg hat in Ungarn eine große Bedeutung: Nicht umsonst war das Bild von Diósgyör einst auf dem 200 Forint-Schein abgebildet. 2009 wurde dieser Notenwert jedoch durch eine Münze ausgetauscht.

Vor der Großbaustelle thront eine Statue des Erstnutzers. Eines der wenigen Relikte, die explizit auf die bedeutene Herrschaft des Ungarn hinweist. Nach wie vor bewacht er seine Burg. Den langsamen Verfall konnte er aber natürlich post mortem auch nicht mehr aufgehalten.

Was würde der Adlige wohl zu der Renovierung sagen? Gelungen?

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