Kasachstan: Die besten Sehenswürdigkeiten und Highlights

Kasachstan: Reisetipps und Sehenswürdigkeiten

Kasachstan ist das größte Binnenland der Welt und bietet eine überraschende Vielfalt an Landschaften und kulturellen Eindrücken. Von modernen Metropolen über weite Steppen bis hin zu spektakulären Schluchten, Bergseen und beinahe außerirdisch wirkenden Wüstenlandschaften reicht die Bandbreite dieses zentralasiatischen Landes.


In diesem Artikel stelle ich dir die besten Sehenswürdigkeiten in Kasachstan vor und gebe einen Überblick über die wichtigsten Highlights des Landes. Gerade die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen machen Kasachstan für mich so interessant: Rund um Almaty liegen schneebedeckte Berge, Seen und Canyons, Astana wirkt wie eine futuristische Stadt mitten in der Steppe und im Westen erinnern die Landschaften von Mangghystau teilweise eher an einen anderen Planeten.

Zu mehreren Orten findest du auf Worthseeing ausführliche Einzelartikel mit weiteren Sehenswürdigkeiten und meinen persönlichen Erfahrungen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Mein Tipp: Unterschätze die Entfernungen in Kasachstan nicht. Das Land ist riesig und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen teilweise tausende Kilometer voneinander entfernt. Für eine erste Reise würde ich mich deshalb lieber auf zwei oder drei Regionen konzentrieren, statt möglichst viel vom Land in kurzer Zeit abhaken zu wollen.

Almaty – Berge direkt vor der Haustür

Almaty in Kasachstan - Sehenswürdigkeiten
Willkommen Almaty! Die größte Stadt Kasachstans liegt malerisch am Rande der Berge und hat unzählige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Almaty ist die größte Stadt Kasachstans und gilt bis heute als kulturelles Zentrum des Landes. Die ehemalige Hauptstadt liegt direkt am Fuß des Tian-Shan-Gebirges und verbindet Großstadtleben mit einer Bergkulisse, die du so nur selten unmittelbar hinter einer Millionenstadt findest.

Besonders sehenswert sind der Panfilov-Park mit der farbenfrohen Christi-Himmelfahrt-Kathedrale, der Grüne Basar und die Aussicht vom Kök-Töbe. Für mich ist Almaty aber vor allem deshalb ein guter Startpunkt für eine Kasachstan-Reise, weil einige der spektakulärsten Naturziele des Landes in der Umgebung liegen.

👉 Mehr dazu findest du in meinem ausführlichen Guide zu den Sehenswürdigkeiten in Almaty.

Charyn Canyon – Kasachstans kleiner Grand Canyon

Charyn Canyon in Kasachstan
Der Charyn Canyon in Kasachstan wird häufig als „kleiner Bruder des Grand Canyons“ in den USA bezeichnet.

Der Charyn Canyon gehört zu den eindrucksvollsten Natursehenswürdigkeiten Kasachstans. Die tief eingeschnittene Schlucht mit ihren rötlichen Felsformationen wird häufig mit dem Grand Canyon in den USA verglichen. Natürlich ist Charyn deutlich kleiner – landschaftlich hat mich die Region trotzdem beeindruckt.

Der bekannteste Abschnitt ist das sogenannte Tal der Burgen. Wind und Erosion haben hier bizarre Felsformationen geschaffen, die tatsächlich an Türme und Festungen erinnern. Du kannst vom Rand in den Canyon hinabwandern und dem Weg bis zum Charyn-Fluss folgen. Gerade im Sommer solltest du ausreichend Wasser mitnehmen, denn zwischen den Felsen kann es sehr heiß werden.

👉 Mehr dazu findest du in meinem Artikel Charyn Canyon: Kasachstans kleiner Grand Canyon.

Kolsai- und Kaindy-See – Bergseen im Tian Shan

Die Kolsai-Seen gehören für mich zu den Landschaften, die viele vor einer Kasachstan-Reise überhaupt nicht erwarten. Tiefblaue Bergseen liegen zwischen bewaldeten Hängen des Tian-Shan-Gebirges und erinnern stellenweise eher an Kanada oder die Alpen als an die endlosen Steppen, die viele mit Kasachstan verbinden.

Noch ungewöhnlicher ist der nahe Kaindy-See. Nach einem Erdrutsch entstand hier ein Bergsee, aus dessen türkisfarbenem Wasser bis heute abgestorbene Baumstämme herausragen. Gerade diese versunkene Waldlandschaft macht Kaindy zu einem der außergewöhnlichsten Fotomotive im Südosten Kasachstans.

Kolsai und Kaindy lassen sich gut miteinander kombinieren. Wenn du nicht nur einen extrem langen Tagesausflug von Almaty machen möchtest, bietet sich eine Übernachtung in der Region rund um Saty an.

Astana – futuristische Hauptstadt in der Steppe

Astana in Kasachstan
Astana ist erst seit 1997 die Hauptstadt von Kasachstan. Sie löste damit Almaty ab und wurde innerhalb von kurzer Zeit die zweitgrößte Stadt des zentralasiatischen Landes.

Astana wirkt fast wie das Gegenstück zu Almaty. Die Hauptstadt wurde seit Ende der 1990er-Jahre massiv ausgebaut und präsentiert sich heute mit futuristischen Hochhäusern, breiten Boulevards und monumentalen Regierungsgebäuden mitten in der kasachischen Steppe.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören der Bajterek-Turm, der riesige Khan-Shatyr-Komplex und die Hazret-Sultan-Moschee. Gerade die teilweise ungewöhnliche Architektur macht Astana für mich sehenswert. Während Almaty deutlich gewachsener und grüner wirkt, zeigt Astana eine bewusst geplante und moderne Seite Kasachstans.

👉 Mehr dazu findest du in meinem ausführlichen Guide zu den Sehenswürdigkeiten in Astana.

Burabai Nationalpark – Seen und Wälder statt endloser Steppe

Blaue Bucht in Burabai
Der Nationalpark Burabai in Kasachstan wird zu recht auch die Perle Kasachstans genannt. Malerisch ist die Aussicht vom Berg Bolektau.

Nur wenige Stunden nördlich von Astana verändert sich die Landschaft überraschend stark. Im Burabai Nationalpark treffen Seen, Wälder und kleine Berge aufeinander – ein ziemlich deutlicher Kontrast zur offenen Steppe rund um die Hauptstadt.

Besonders bekannt ist die sogenannte Blaue Bucht mit dem markanten Zhumbaktas-Felsen. Einen schönen Überblick bekommst du vom Bolektau, dessen Aufstieg vergleichsweise einfach ist. Rund um die Seen kannst du außerdem wandern, baden oder Boote ausleihen. Die offizielle Tourismusseite empfiehlt für Burabai etwa ein bis zwei Tage.

👉 Mehr dazu findest du in meinem Artikel über den Burabai Nationalpark.

Turkestan – spirituelles Zentrum an der Seidenstraße

Turkestan gehört zu den historisch wichtigsten Städten Kasachstans. Über Jahrhunderte war die Region ein bedeutender Ort entlang der Seidenstraße und entwickelte sich zu einem religiösen Zentrum Zentralasiens.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das Mausoleum von Khoja Ahmed Yasawi. Der gewaltige Bau wurde Ende des 14. Jahrhunderts auf Anordnung Timurs begonnen und gehört seit 2003 zum UNESCO-Welterbe. Das Mausoleum zählt heute zu den größten und am besten erhaltenen Bauwerken aus der Timuridenzeit.

Wenn du nicht nur Natur und moderne Städte sehen möchtest, würde ich Turkestan bei einer längeren Kasachstan-Reise auf jeden Fall einplanen.

Altyn-Emel Nationalpark – singende Dünen und bunte Berge

Der Altyn-Emel Nationalpark zeigt eine weitere völlig andere Landschaft Kasachstans. Steppe, trockene Wüstenflächen und farbige Bergformationen wechseln sich innerhalb des riesigen Schutzgebiets ab.

Am bekanntesten ist die sogenannte Singende Düne. Unter bestimmten Bedingungen erzeugt der trockene Sand beim Abrutschen einen tiefen brummenden Ton. Ebenfalls sehenswert sind die farbigen Aktau-Berge und die historischen Bes-Shatyr-Grabhügel.

Ein zusätzlicher Grund, Altyn-Emel nicht nur als irgendeine Wüstenlandschaft abzutun: Teile des Nationalparks gehören seit 2023 zum transnationalen UNESCO-Welterbe „Cold Winter Deserts of Turan“.

Für den Nationalpark würde ich eher eine Übernachtung in der Region einplanen, statt ihn noch in einen ohnehin langen Tagesausflug von Almaty zu quetschen.

Mangghystau und Aqtau – Mondlandschaften am Kaspischen Meer

Region Mangystau in Kasachstan
Die Region Mangystau im Südwesten von Kasachstan gehört noch zu den unterschätzten Sehenswürdigkeiten des Landes. Dabei ist eine Tour in die Wüste eine bleibende Erinnerung.

Für mich gehört Mangghystau zu den ungewöhnlichsten Regionen Kasachstans. Im äußersten Westen des Landes treffen weiße Kalksteinfelsen, tiefe Schluchten, weite Wüstenflächen und bizarre Felsformationen aufeinander. Landschaften wie Bozzhyra sehen teilweise tatsächlich so aus, als wären sie für einen Science-Fiction-Film geschaffen worden.

Die Region lässt sich nicht mit einem normalen kurzen Tagesausflug erkunden. Viele Ziele liegen weit voneinander entfernt und führen über unbefestigte Pisten. Die offizielle Tourismusorganisation empfiehlt dafür ein geländegängiges Fahrzeug und ausreichend Wasser; sie hält sogar etwa eine Woche für sinnvoll, wenn man die wichtigsten Landschaften der Halbinsel wirklich sehen möchte.

👉 Meine eigenen Eindrücke findest du in meinem Artikel Mangghystau: Tagsüber auf dem Mond, nachts unter Sternen.

Unterirdische Moscheen in Kasachstan
In der Region Mangystau in Kasachstan gibt es mehrere Moscheen, die in Höhlen oder unterirdisch gebaut wurden.

Mangghystau besitzt aber nicht nur außergewöhnliche Natur. In der Wüstenlandschaft liegen auch mehrere in Fels und Höhlen gebaute islamische Heiligtümer.

👉 Mehr dazu findest du in Unterirdisch in Mangghystau: Kasachstans Höhlen-Moscheen.

Aqtau Kasachstan
Mit viel Aufwand will man Aqtau zum gefragten Urlaubsziel in Kasachstan machen. Das Geld kommt aus der Erdölförderung.

Ausgangspunkt für Reisen durch die Region ist meistens Aqtau am Kaspischen Meer. Die Stadt selbst ist stark von sowjetischer Stadtplanung, Hafen und Rohstoffindustrie geprägt, besitzt aber auch eine lange Küste und wird touristisch zunehmend ausgebaut.

👉 Hier findest du meinen Artikel über Aqtau am Kaspischen Meer.

Weitere sehenswerte Orte in Kasachstan

Kasachstan ist so groß, dass selbst eine längere Reise nur einen kleinen Teil des Landes abdecken kann. Weitere interessante Ziele sind:

  • Baikonur – der berühmte Weltraumbahnhof, dessen Besuch allerdings besondere Planung und Genehmigungen erfordert
  • Shymkent – eine der größten Städte im Süden und guter Ausgangspunkt für weitere Ziele entlang der Seidenstraße
  • Tamgaly mit tausenden prähistorischen Felszeichnungen und UNESCO-Welterbestatus
  • Katon-Karagai im Osten mit abgelegenen Berglandschaften des Altai
  • Aralsk und der Aralsee – ein eindrücklicher Ort für die Geschichte einer der größten Umweltkatastrophen Zentralasiens

Gerade diese Entfernungen zeigen aber auch, warum ich Kasachstan nicht wie ein kleines europäisches Reiseland planen würde. Weniger Regionen und dafür mehr Zeit vor Ort machen hier deutlich mehr Sinn.

Dies ist nur eine Auswahl der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kasachstan. Suchst du noch mehr über das Land? Im Reiseblog findest du alle meine Kasachstan-Artikel.

Reisetipps für Kasachstan

Wann ist die beste Reisezeit für Kasachstan?

Eine einzige perfekte Reisezeit für ganz Kasachstan gibt es kaum. Dafür ist das Land zu groß und klimatisch zu unterschiedlich. Für Städtereisen und die Naturziele rund um Almaty gefallen mir vor allem Mai und Juni sowie September.

Im Juli und August kann es in tieferen Lagen, im Charyn Canyon oder in Mangghystau sehr heiß werden. In den Bergen rund um Almaty herrschen dagegen oft angenehmere Temperaturen.

Der Winter ist vor allem in Astana extrem kalt. Gleichzeitig wird Kasachstan dann aber für Wintersport interessant, beispielsweise rund um Almaty. Welche Reisezeit am besten passt, hängt deshalb stark von deiner Route ab.

Wie lange solltest du für Kasachstan einplanen?

Für Almaty und die Naturziele im Südosten würde ich mindestens eine Woche einplanen. Mit 10 bis 14 Tagen kannst du zusätzlich Astana oder Turkestan einbauen, ohne dass die Reise nur noch aus Transfers besteht.

Möchtest du außerdem Mangghystau im Westen besuchen, würde ich eher mit zwei bis drei Wochen rechnen oder die Region sogar als eigene Reise planen. Die Entfernungen zwischen Almaty, Astana, Turkestan und Aqtau sind so groß, dass Inlandsflüge schnell sinnvoller werden als lange Fahrten oder Zugreisen.

Gerade Kasachstan ist für mich ein Land, bei dem man akzeptieren muss, dass man bei einer ersten Reise nicht alles sehen kann.

Wie reist man innerhalb Kasachstans?

Zwischen den großen Städten gibt es Zug- und Flugverbindungen. Für sehr große Distanzen würde ich Inlandsflüge ernsthaft in Betracht ziehen. Eine Strecke wie Almaty nach Aqtau quer über Land kostet sonst schnell einen erheblichen Teil der Reisezeit.

Rund um Almaty lassen sich viele Ziele mit organisiertem Fahrer, Mietwagen oder geführter Tour erreichen. Für abgelegene Regionen wie Mangghystau brauchst du dagegen geeignete Fahrzeuge und gute Ortskenntnis.

Für mich würde ich die Verkehrsmittel deshalb je nach Region kombinieren, statt die gesamte Reise unbedingt mit einem einzigen Mietwagen oder nur mit dem Zug durchführen zu wollen.

Ist Kasachstan ein teures Reiseland?

Kasachstan liegt preislich in vielen Bereichen unter dem Niveau Westeuropas. Restaurants, Nahverkehr und einfache Unterkünfte können vergleichsweise günstig sein.

Teurer wird die Reise vor allem dann, wenn du viele weit entfernte Regionen miteinander kombinierst. Inlandsflüge, private Fahrer oder mehrtägige Geländewagentouren durch Mangghystau können einen deutlich größeren Teil des Budgets ausmachen.

Gerade deshalb lohnt es sich auch finanziell, eine Route nicht unnötig über das gesamte Land zu verteilen.

Ist Kasachstan ein sicheres Reiseziel?

Die Sicherheitslage in Kasachstan gilt derzeit insgesamt als stabil. In Almaty und Astana kann es wie in anderen Großstädten vereinzelt zu Taschendiebstahl, Betrug oder Raub kommen. Mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Land im Allgemeinen gut individuell bereisen.

In sehr abgelegenen Regionen würde ich weniger wegen Kriminalität als wegen der Entfernungen und fehlenden Infrastruktur vorsichtig planen. Besonders in Wüstenregionen solltest du ausreichend Wasser, Treibstoff und eine verlässliche Route haben.

Brauche ich für Kasachstan ein Visum?

Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen derzeit kein Visum. Für längere Aufenthalte ist dagegen ein Visum notwendig.

Da sich Einreisebestimmungen ändern können, solltest du die aktuellen Vorgaben unmittelbar vor deiner Reise noch einmal offiziell prüfen.

Wie komme ich von Deutschland nach Kasachstan?

Die wichtigsten internationalen Flughäfen für eine Reise nach Kasachstan liegen in Almaty und Astana. Je nach Abflugort gibt es Direktverbindungen oder Flüge mit einem Zwischenstopp.

Für eine klassische erste Reise würde ich Almaty als besonders guten Einstieg sehen, weil du von dort sowohl die Stadt als auch Charyn Canyon, Kolsai, Kaindy und weitere Naturziele im Südosten erreichen kannst.

Wenn du mehrere weit auseinanderliegende Regionen besuchst, kann sich außerdem ein Gabelflug beziehungsweise die Kombination verschiedener Flughäfen lohnen.

Lohnt sich eine Reise nach Kasachstan?

Für mich liegt der besondere Reiz Kasachstans vor allem darin, dass das Land kaum einem einzigen Bild entspricht. Almaty liegt unmittelbar vor hohen Bergen, Astana wirkt wie eine futuristische Planstadt in der Steppe, Burabai überrascht mit grünen Wäldern und Seen und Mangghystau sieht stellenweise aus wie eine Landschaft von einem anderen Planeten.

Dazu kommen Orte wie der Charyn Canyon, die Kolsai-Seen und die historischen Spuren der Seidenstraße. Gerade diese enorme Vielfalt macht Kasachstan für mich zu einem der spannendsten Reiseziele Zentralasiens.

Der einzige Nachteil ist gleichzeitig Teil des Erlebnisses: Das Land ist riesig. Wer versucht, alles in eine einzige kurze Reise zu packen, verbringt wahrscheinlich mehr Zeit in Flugzeugen, Zügen und Autos als an den eigentlichen Sehenswürdigkeiten. Ich würde deshalb lieber weniger Regionen auswählen und irgendwann noch einmal wiederkommen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*