Reykjavik: Sightseeing in Islands kleiner Großstadt

Island

Reykjavik
Zu einer Island-Reise gehört ein Besuch in der Hauptstadt Reykjavik dazu. Islands größte Stadt präsentiert sich zeitgleich als Großstadt und dann auch doch wieder so dörflich.

Du machst Urlaub in Island und planst einen Aufenthalt inklusive Sightseeing in Reykjavik? Lies diese Tipps für einen spannenden Tag in der nördlichsten Hauptstadt Europas und verpasse keine Sehenswürdigkeit!

Der Island-Trip startet für die meisten in Reykjavik

Für die überwiegende Mehrheit der Touristen startet der Island-Urlaub am Flughafen Keflavík rund 50km vor den Toren Reykjaviks. Zwar verfügt die Insel über weitere internationale Flughäfen (z.B. im nördlichen Akureyri), doch die meisten Maschinen vom europäischen Festland und auch den USA, landen in der Haupstadt. In den vergangenen Jahren sind nur wenige Touristen reisen auf dem Wasserweg nach Island eingereist.

Reykjavik ist nicht nur die größte Stadt im ganzen Land, sondern zeitgleich auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des kleinen Inselstaats. Eine weitere Besonderheit: Keine andere Hauptstadt liegt nördlicher! Momentan leben hier 128.000 Menschen. Diese Zahl mag auf den ersten Blick gering klingen. Jedoch entspricht dies mehr als 1/3 der Gesamtbevölkerung Islands!

Straße in Reykjavik
In den Straßen von Reykjavik: Für echte Großstädter schaut Islands Hauptstadt wie eine Kleinstadt aus. Für Island-Verhältnisse ist sie mit über 100.000 Einwohnern aber riesig!

Während einer Island-Rundreise machen mehr als 90% der Gäste mindestens einen Stopp in der Hauptstadt Reykjavik. Auch wenn die meisten nur wenige Tage oder gar Stunden hier bleiben, ist ein Besuch empfehlenswert.

Wir veraten dir, was du beim Sightseeing in Reykjavik alles sehen kannst, was diese Stadt so besonders macht und womit du deinen Hunger nach einem ausgedehnten Stadtbummel stillen solltest!

Hallgrímskirkja: Das Wahrzeichen Reykjaviks

Hallgrímskirkja und Leif Eriksson Statue
Die Hallgrímskirkja und und Leif Eriksson Statue: Auch wenn er nicht der wohl berühmtesten Kirche Islands seinen Namen gab, gilt er auch noch heute als großer Volksheld.

Die Hallgrímskirkja – zu deutsch die Kirche Hallgrimurs – kann mit ihrem aufälligen Turm als das Wahrzeichen der Stadt bezeichnet werden. Mit einer Höhe von 74,5m ist sie das größte Kirchengebäude in ganz Island und das zweithöchste Gebäude im ganzen Land. Lediglich ein Bürogebäude in Kópavogur – der Smáratorg-Turm – ist wenige Meter höher.

Ungewöhnlich für eine Kirche ist ihr „jugendliches“ Alter. Mit dem Bau wurde erst 1945 begonnen, 1986 konnte sie schließlich eingeweiht werden. Für die lange Bauzeit gibt es aber einen triftigen Grund: 60 Prozent der Baukosten wurden durch Spenden augebracht. Die Kirche ist übrigens dem berühmten isländischen Kirchenlied-Dichter Hallgrímur Pétursson gewidmet.

Auf dem Platz vor der Kirche steht allerdings die Statue einer anderen isländischen Berühmtheit: Der Entdecker Leif Eriksson. Auch wenn Christoph Kolumbus als Entdecker Amerikas gilt, war es streng genommen jener Isländer der bereits um das Jahr 1000 von Grönland in die neue Welt aufbrach. Sein Erfolg ist allerdings historisch umstritten. Als wahrscheinlich gilt, dass er im heutigen Neufundland an Land ging. Nichts destro trotz ist er in Island bis heute ein großer Volksheld geblieben.

Die Hallgrímskirkja überblickt die ganze Stadt – zumindest wenn man den Kirchturm hochsteigt. Da sie zudem auf einem Hügel errichtet wurde, hat man von hier einen wunderbaren Blick über Reykjavik. Ein weitere positiver Nebeneffekt: Man kann die Kirche von so vielen Stellen in der Stadt sehen, dass man sie eigentlich nicht verfehlen kann. Ein weiterer Grund, warum sie zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Reykjavik zählt.

An der Promenade von Reykjavik

Solfar-Skulptur in Reykjavik
Die „Sonnenfahrt“-Skulptur gehört zu den am meisten fotografierten Kunstwerken in Reykjavik.

Richtig idylisch, ja fast schon ländlich, wird es an der Promenade von Reykjavik. Hier am Ufer des Atlantiks hat man einen herrlichen Blick auf die Berge des Þverfellshorn und kann die Seele baumeln lassen. Auch die angrezende mehrspurige Hauptverkehrsstraße kann die Stimmung nicht verderben. Übrigens ist starker Verkehr auch in Islands Hauptstadt relativ zu verstehen ;-).

Das beliebteste Fotomotiv ist hier wohl die Solfar Skulptur – auf deutsch „Sonnenfahrt“. Was auf den ersten Blick an ein Geweih erinnert, soll ein Wikingerschiff darstellen. Ihr Name kommt von ihrer Lage. Bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang scheint das Metall zu glühen. Ursprünglich soll der Wikinger Ingolfur Arnarson an dieser Stelle als erster dauerhafer Siedler seinen Hof gebaut haben.

Konzerthaus Harpa
Das Konzerthaus Harpa gehört nicht nur zum Pflichtprogramm beim Sightseeing in Reykjavik – sie steht auch symbolisch für ein modernes und erneuertes Island.

Apropos sehenswerte Fotomotive: Nur wenige Minuten Fußmarsch entfernt, steht die Harpa.  Das Konzerthaus beherbergt sowohl das isländische Sinfonieorchester als auch die Oper. Seine architektonische Erscheinung macht sie aber vielmehr zur neuen Attraktion und Sehenswürdigkeit in Reykjavik. Eingeweiht wurde sie erst 2011 und soll in Zukunft das neue Wahrzeichen der Stadt werden.

Am Anfang war die Kritik an dem futuristischen Gebäude groß. Nicht zuletzt, weil die Stadt einen Kredit inmitten der Finanzkrise aufnehmen mußte, der erst in 35 Jahren abbezahlt sein wird. Insgesamt verschlung der Bau nach einer Idee des Architekten Ólafur Elìasson stolze 160 Millionen Euro! Mittlerweile ist die Harpa aber als neuer Teil der Stadt anerkannt und steht für ein wirtschaftlich erholtes und stabiles Island.

Am Hafen: Von Fischern bis internationaler Küche

Hafen Reykjavik
Zwei Fischer schauen über das Meer am Hafen von Reykjavik.

Die weite Welt und Männer, die noch richtig arbeiten: All das wird am Hafen von Reykjavik vereint! Hier fahren die riesigen Kreuzfahrtschiffe ebenso ein, wie die kleinen Fischkutter zum Sonnenaufgang. Doch auch als Tourist sollte man dieses Viertel, welches unmittelbar hinter der Harpa beginnt, nicht vernachlässigen.

Selbst wenn einem Schiffe und Boote anschauen selbst nicht so liegen mag, wirst du spätestens am historischen Teil des Hafens deine Freude haben. Hier haben sich viele Bars, Restaurants und Läden angesiedelt. Neben Souvenirs und Fastfood, bekommt man hier auch den frischesten Fisch der ganzen Stadt serviert. Doch auch internationaler Küche steht man offen gegenüber.

Historischer Hafen
Der historische Hafen von Reykjavik ist ein Ort zum Verweilen und Schlemmen.

Besonders am Abend ist es eine wahre Freude sich auf die kleinen Terassen der Läden niederzulassen, dem ruhigen Treiben im Hafen zuzuschauen und die Spezialitäten der isländischen Küche – übersichtlich aber vorhanden – zu probieren.

Hot Dogs und Zimtschnecken auf der Laugavegur

Wer genug von der frischen Brise am Wasser hat, gelangt mit wenig Anstrengung zur Haupteinkaufsstraße von Reykjavik: Laugevegur. Übersichtlich und doch funktional – so präsentiert sich das kommerzielle Zentrum der Stadt. Internationale Marken, Fastfood-Brands oder auch das Hard-Rock-Cafe – all das ist hier zu finden!

Imbissbude in Reykjavik
Schnell satt für wenig Geld: In Reykjavik liegen besonders Hot Dogs im Trend.

Wer aber essen will, was die Einheimischen essen, der sollte eine der schlicht aussehenden Imbissbuden auf den kleinen Plätzen aufsuchen. Der Isländer liebt Hot Dogs – hier in Reykjavik scheint es zumindest der absolute Trend zu sein! Fast überall bekommt man selbst für in Island erschwingliche Preise den bekannten Snack in verschiedenen Variationen: Mit Bacon, mit Mayo, mit Gurken oder auch Sauerkraut. Alles ist möglich, aber nichts muß!

Snúður
Die isländischen Zimtschnecken – Snúður – gelten als Spezialität aus Island – fast schone eine Sehenswürdigkeit!

Eine weitere Spezialtät der Stadt sind Zimtschnecken – auf isländisch Snúður genannt. Diese sind dir vielleicht schon aus Schweden (oder einem großen schwedischen Möbelhaus) bekannt. Aber in Reykjavik schwört jeder auf seine Lieblingsbäckerei. Die Zutaten scheinen auf den ersten Blick zwar identisch zu sein, jedoch gibt es diesen Hauch von Liebe, die die isländischen Bäcker in die perfekte Zimtschnecke legen wollen – und das schmeckt man schlußendlich auch!

Die Suche nach der perfekten Snúður ist also nur für jeden individuell zu klären und setzt viel Probieren voraus. Guten Appetit! 🙂

So gestärkt schafft man dann auch noch die paar Schritte zur Nationalgalerie Islands (Listasafn). Wer kein Kunstfan ist, kann das majestätische Gebäude von außen bewundern oder am großen künstlich angelegten See die Enten und Schwäne füttern gehen. Auch etwas Ruhe tut nach einem Tag voller Sehenswürdigkeiten in Reykjavik gut!

Reykjavik macht Spaß!

Auch wenn der Hauptgrund für eine Islandreise die Natur und weite Landschaften sind, sollte man sich das Sightseeing in Reykjavik nicht entgehen lassen. Die Wege sind kurz und fast alles ist fußläufig erreichbar.

Die größte – und vielleicht auch einzige „richtige“ – Stadt Islands präsentiert sich teils verschlafen, teils cosmopolitisch. Mal mit traditionellen Skandinavien-Häusern, mal modernen Architekturgewinnern. Viel Abwechslung, die du an einem schönen Tag – oder auch nur wenigen Stunden – in dieser kleinen Großstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten erleben kann!

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Lonely Planet Reiseführer Island (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
  • 456 Seiten - 05.08.2019 (Veröffentlichungsdatum) - LONELY PLANET DEUTSCHLAND (Herausgeber)

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