17 unbekannte Reiseziele in Europa, die man gesehen haben sollte

Reiseblogger verraten ihre Geheimtipps

Unbekannte Reiseziele in Europa
Unbekannte Reiseziele in Europa: Auch abseits der Mainstream-Ziele gibt es in Europa so viel zu entdecken.

Europa hat so viel zu bieten: Es gibt zahlreiche sehenswerte und doch unbekannte Reiseziele in Europa, die vom Massentourismus (bislang) verschont geblieben sind. 17 Reiseblogger verraten hier ihre Geheimtipps.


Jeder Reisefan kennt es: Die eigene Bucketlist mit Reisezielen in Europa wird immer länger und will abgearbeitet werden. Doch was ist mit den Orten, die man nur zufällig besucht? Abseits von Paris, Mailand und London gibt es so viel Sehenswertes, was man vorher nicht auf dem Plan hatte, von dem man nie gehört hatte und das einem trotzdem in seinen Bann gezogen hat.

17 Reiseblogger erzählen hier von ihren „überraschenden“ Reisezielen in Europa, die sie wohl nie auf ihre Bucketlist gesetzt hätten, sie aber im Nachhinein nicht mehr missen wollen

Geheimtipps: Urlaubsländer in Europa

Bei der Wahl des Reiseziels in Europa muss es nicht immer Italien, Spanien oder Griechenland sein. Oft kann man in den unbekannteren Ländern wahre Reisetipps entdecken. Diese Länder unterhalb des Radars haben die Reiseblogger besonders überrascht.

Albanien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Albanien
Albanien gehört (völlig zu Unrecht) zu den unbekannten Reisezielen in Europa.

„Ihr fahrt nach Albanien? Dann nehmt aber ein Messer mit!“ So warnte mich ein Kollege vor den Gefahren in diesem Land. Albaner genießen in Deutschland nicht den allerbesten Ruf und Albanien stand als Reiseland lange nicht auf unserer Bucket-List. Unsere Neugier auf das Land wurde allerdings durch einen Beitrag  in einem Reisemagazin geweckt.  Das Land im Süden Europas glänze durch eine großartige Landschaft, freundliche Menschen und sei vom Massentourismus noch nicht eingenommen. Das ist genau nach unserem Geschmack und so überlegen wir uns, wie wir diese Attribute selbst überprüfen können. Wie kommt man den Menschen besonders nahe? Indem wir  eine Reise mit öffentlichen Bussen durchs Land machen.

Noch heute schwärmen wir von der Gastfreundschaft der Menschen. Wir wurden mehrere Male von der Straße weg ins Wohnzimmer zu Wein oder Kaffee eingeladen. Einmal bezahlte ein Albaner  mit dem wir im Bus in Kontakt kamen unsere Bustickets. Auf dem Weg von einer Burgbesichtigung zur Bushaltestelle hielt ein Auto neben uns und fuhr uns nicht nur zur Haltestelle, sondern zu unserer Unterkunft. Das sind nur einige der Erfahrungen die wir mit Albanern gemacht haben. Landschaftlich gibt es von Traumstränden bis zu Hochgebirgen oder unberührten Gebirgsschluchten einiges zu bestaunen. Man kann tagelang auf einsamen Pfaden wandern oder auf Seen durch fjordartige Landschaften schippern.

Und ja, außerhalb der Hauptstadt und einigen Orten mit Badestrand wirkt Albanien noch nicht sehr touristisch. Leider ist Albanien bedingt durch seine unrühmliche Vergangenheit ein sehr armes Land. Zudem hat es ein sichtbares Müllproblem. Dies schreckt uns allerdings nicht davon ab, dieses schöne Land in Zukunft noch einmal zu besuchen.

Tipp von Gina und Marcus

Gina und Marcus schreiben auf ihrem Blog 2 on the go unter dem Motto „Reisen, besser spät als nie“. Sie berichten über ihre Reisen in die Nähe und Ferne und geben Tipps wie man als Bestager die Welt erkunden kann. Außerdem dokumentieren sie den derzeitigen Umbau ihres Kastenwagens zum Wohnmobil.

Albanien Rundreise individuell: Unsere Route mit öffentlichen Bussen


Montenegro

Unbekannte Reiseziele in Europa: Montenegro
Die Bucht von Kotor bietet traumhaft schöne Fotomotive und ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten des Landes

Montenegro ist definitiv eines der Reiseziele, das unbedingt auf deiner Bucket List stehen sollte. Gehört hatten wir von dem kleinen Land auf der Balkanhalbinsel schon einiges, eine genaue Vorstellung, was uns erwarten würde, hatten wir aber nicht. Nach unserer Reise nach Montenegro waren wir regelrecht verzaubert. Dich erwarten tiefe Canyons, hohe Berggipfel, historische Orte und im Hinterland unendliche Weiten ohne ein Anzeichen von Zivilisation.

Das Top-Highlight in Montenegro ist für uns die imposante Tara-Schlucht im Nationalpark Durmitor. Die Tara-Schlucht ist etwa 80 Kilometer lang und bis zu 1300 Meter tief. Damit ist die Tara-Schlucht eine der mächtigsten Schluchten der Welt. Klar, dass du dir diese Attraktion nicht entgehen lassen solltest. Überhaupt bietet der Durmitor-Nationalpark eine Sehenswürdigkeit neben der nächsten. Immerhin gibt es hier 48 Gipfel, die höher als 2000 Meter sind.

Wenn die schroffe Bergwelt Montenegros nichts für dich ist, solltest du einen Abstecher in die Bucht von Kotor machen, die an die Fjordwelt in Norwegen erinnert. Sehenswert sind aber etwa auch der mondäne Badeort Budva mit der schönen Altstadt, das in eine senkrecht gebaute Kloster Ostrog oder die Flusslandschaft des Crnojević. Du siehst also, Montenegro hat Reisenden einiges zu bieten. Für Montenegro als Reiseziel spricht übrigens das niedrige Preisniveau. Auch für Camper ist Montenegro ein attraktives Urlaubsziel. Abseits von größeren Ortschaften wird das Freistehen mit dem Wohnmobil unter Beachtung der Anstandsregeln (kein Müll, Lärm, Feuer etc.) in der Regel nämlich gedulded.

Tipp von Biggi und Flo

Biggi und Flo sind die Gründer von Phototravellers.de, mit einer halben Million LeserInnen im Monat Deutschlands größter Reiseblog für Abenteurer und Fotografen.

Montenegro Sehenswürdigkeiten


Rumänien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Rumänien
Rumänien: Unbekanntes Europa für Entdecker

Auf unserer Weltreise wollten wir eigentlich noch einige Zeit in Asien bleiben. Aus gesundheitlichen Gründen müssten wir leider ausreisen und überlegten uns Alternativen in Europa. Da wir nur mit Sommerklamotten unterwegs waren, sollte es Anfang September noch ein warmes Land sein, das per Direktflug aus Vietnam erreichbar ist: Wir flogen also von Ho-Chi-Minh nach Bukarest. Unser Start in Rumänien hätte nicht fantastischer sein können! Vom ersten Moment an verliebten wir uns in die Stadt. Einige Tage blieben wir hier und fuhren dann mit einem Mietwagen etwa drei Wochen durch das ganze Land.

Auf unserer Route durch Rumänien lagen unter anderem Transsilvanien und die Walachei. Hier besuchten wir bezaubernde Städtchen, mittelalterliche Burgen & Schlösser und eine beeindruckende Bergwelt, die Karpaten. Natürlich sind wir auch gewandert – mit Guide und auf eigene Faust.  Wir besuchten einen Zufluchtsort für Bären, fuhren mit einem Boot durch das Donaudelta und spazierten am Strand am Schwarzen Meer entlang. Ein bisschen entspricht Rumänien den bekannten Klischees. So sahen wir im ländlichen Raum viele Pferdefuhrwerke und Kutschen. Gerade dies hat das Land von seiner authentischen Seite gezeigt.

Wir haben uns in Rumänien verliebt und werden auf jeden Fall wieder kommen. Das unbekannte Reiseziel in Europa haben wir in den insgesamt vier Wochen Aufenthalt bei Weitem noch nicht ganz gesehen.

Tipp von Janine

Janine schreibt auf ihrem Reise- und Wanderblog Gepackt & Los! über Österreich, Europa und darüber hinaus.

Unsere Rumänien Rundreise mit Mietwagen (+Route für Selbstfahrer)


Armenien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Armenien
Armenien: Am Rande von Europa will dieses Reiseziel unbedingt entdeckt werden.

Georgien stand vor der Pandemie auf mancher Bucket List ganz weit oben. Tiflis wurde als das neue Berlin gehypt und die Berge Swanetiens, ein paar Jahre zuvor noch unbereisbar, waren plötzlich ein Lieblingsziel für Instagrammer. Ich ließ mich anstecken von der Euphorie und flog im Herbst vor der Pandemie nach Georgien.

Vom Nachbarland Armenien wusste ich wenig. Wer den Kalten Krieg noch erlebt hat, kennt „Radio-Eriwan-Witze“, in denen der Sender aus der Hauptstadt der Sowjetrepublik im Kaukasus (Jerewan oder Eriwan) sich über Missstände in der UDSSR lustig machte. Auch vom Genozid an den Armeniern hatte ich natürlich gehört, aber Armenien als Reiseland? Mein Reisepartner und ich waren unsicher, ob wir einen Abstecher über die Grenze einplanen sollten. Was hätten wir verpasst, wenn wir nicht ein paar Tage in Armenien eingeschoben hätten!

Lebenslust und Aufbruchsstimmung empfingen uns in der Hauptstadt Jerewan. Es machte Spaß, sich von der Energie mitreißen zu lassen. Was für ein Kontrast zu den archaischen Berglandschaften ringsum, in denen sich uralte, weltentrückte Klöster verstecken. Sie zeugen von der Frühzeit des Christentums, denn als erstes Land der Welt machte Armenien die Lehre Christi im Jahr 301 bereits zur Staatsreligion. Manches Mal fühlte ich mich zurückgebeamt ins Mittelalter. Und schon allein die Fahrt durchs Bergland war ein Erlebnis, denn unterwegs waren wir auf unserem Roadtrip durch Armenien mit einem 40 Jahre alten Lada.

Ein weiterer Höhepunkt: der Blick auf die schneebedeckte Kuppe des Ararat, wo Noah nach der Sintflut mit seiner Arche gestrandet sein soll. Ein grandioses Fotomotiv und gleichzeitig ein Schmerzensmoment für die Armenier: Schließlich liegt ihr Sehnsuchtsberg gar nicht in Armenien, sondern direkt hinter der Grenze zur Türkei. Wegen des nicht enden wollenden Konflikts mit den Nachbarn kann kein Armenier sie überqueren. Erst auf der Reise wurde mir klar, wie viele Promis von André Agassi bis Cher armenische Wurzeln haben.

Tipp von Elke

Elke schreibt auf ihrem Reiseblog Kekse & Koffer über Bayern und die Welt – für BestAger und alle, die gern langsam, mit allen Sinnen und einer großen Portion Neugier auf Kultur und Natur unterwegs sind.

Roadtrip durch Armenien


Slowakei

Unbekannte Reiseziele in Europa: Slowakei
Slowakei: Einstiegsdroge für den Balkan

Die Slowakei war einfach übrig geblieben. Als wir 2014 zu unserer Langzeitreise durch Europa aufbrachen, war alles ein bisschen unkoordiniert. Eigentlich hatten wir ein Jahr durch die USA reisen wollen. Erst kurz vor der Abreise war klar, dass wir kein Visum bekommen. Europa war unser Plan B, und es war herrlich! Als wir elf Monate später wieder zu Hause waren, hatten wir 21 Länder bereist. Und die Slowakei dabei irgendwie vergessen.

Das war für uns Grund genug, sie 2016 als Hauptziel für unsere Sommerferien anzusetzen. Gut zwei Wochen lang haben wir das kleine Land östlich von Wien dann erkundet. Unser Roadtrip umfasste fünf Stationen (plus vier weitere Zwischenübernachtungen in Deutschland, Tschechien und Österreich). Eine ganze Woche verbrachten wir in der Hohen Tatra. Den Rest des Landes erkundeten wir bis ins östliche Košice. Hauptsächlich waren wir dabei als Couchsurfer unterwegs. Das ist immer hervorragend, um Land und Leute wirklich kennenzulernen!

So entdeckten wir ein überraschend wunderbares Land und bislang unbekanntes Reiseziel in Europa. Die Slowakei ist eine tolle Mischung. Sie zeigt ihre ganz eigene Kultur, die für uns echte Überraschungen und Entdeckungen bereithielt. Die Natur ist atemberaubend und teilweise ziemlich wild. Gleichzeitig fühlt sich die Slowakei „mitteleuropäisch“ genug an, dass wir uns als Familie niemals wirklich fremd vorkommen. Die Standards in Hotels und Restaurants unterscheiden sich kaum von zu Hause. Überall gibt es Cafés – mit hervorragender Sachertorte. Es ist so ein bisschen „Osteuropa light“ – ideal als Einstiegsdroge für den Balkan.

Tipp von Lena

Lena schreibt auf family4travel über Reisen in Deutschland und Europa mit ihren drei Kindern. Über ihren Familienurlaub in der Slowakei hat sie ausführlich gebloggt – und über die Europareise ein ganzes Buch geschrieben.

Familienurlaub in der Slowakei


Georgien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Georgien
Schon mal in Georgien gewesen?

Unsere Reise durch Georgien war für uns eine Überraschung auf der ganzen Linie. Von Bärenbegegnungen über pulsierendes Großstadtleben bis zum höchsten dauerhaft bewohnten Bergdorf Europas – das reinste Abenteuer in diesem unbekannten Europa-Reiseziel!

Bei der Auswahl unserer Reiseziele sind wir stets auf der Suche nach unbekannten Perlen am Rande der ausgetretenen Tourismuspfade. So wurden wir auch auf Georgien aufmerksam. Im Jahr 2018 gehörte Georgien zu den Ländern, die bis dato nur wenige Reisende auf dem Schirm hatten. Im Internet fanden sich nur wenige Reiseberichte und wir hatten gerade einmal eine Handvoll Reiseführer zur Auswahl. Nach kurzer Recherche fanden wir einen günstigen Direktflug von Memmingen nach Kutaissi und spätestens da stand fest: Dieses Land müssen wir uns angucken!

Freunden und Familie reagierten durchwegs skeptisch: „Georgien? Puh, noch nie davon gehört! Sicher, dass ihr da hin wollt? Was kann man in diesem Land überhaupt sehen und erleben?“ Nun, wie sich herausstellte eine ganze Menge! Unsere eineinhalbwöchige Rundreise durch dieses wunderbare Land bescherte uns so viele einzigartige Erinnerungen, dass wir noch heute, Jahre später, hellauf begeistert zurückblicken. Vom Kaukasus bis zum Schwarzen Meer erwartet Georgienreisende eine unvergleichliche Vielfalt! Für jeden Reisetyp ist etwas dabei. Freu dich auf jahrhundertealte Felsenwohnungen, authentische Bergdörfer am Rande der Welt, vitalisierende Schwefelbäder und die perfekte Mischung aus Kultur- sowie Naturspektakel.

Tipp von Julia und Felix

Auf dem Reiseblog Secluded Time berichten Julia und Felix über Reisen, die den Trubel nicht aus-, ihn aber gerne mal hinter sich lassen. Ihre Neugierde auf die Welt ist ihre tägliche Motivation.

Bulgarien

Reiseziele in Europa: Bulgarien
Bulgariens Schwarzmeerküste – auch abseits der Touristenpfade eine Reise wert!

Bei Bulgarien als Reiseziel denken die meisten Menschen wahrscheinlich sofort an Bulgariens bekannteste Urlaubsorte, den Goldstrand und den Sonnenstrand. Und damit auch sofort an Horden von Partyurlaubern, die sich wie die Ölsardinen an diesen beiden Stränden stapeln. Klingt gar nicht mal so gut, oder? Das dachte ich auch – und umso überraschter war ich, dass Bulgarien wesentlich mehr zu bieten hat. Entlang des ca. 300 km langen Küstenstreifens am Schwarzen Meer gibt es nämlich neben dem einen oder anderen Strand vor allem beeindruckende Landschaften, historische und denkmalgeschützte Städte aus längst vergangenen Zeiten, viel Ostblockcharme und eine hervorragende Küche zu entdecken (Ja, wirklich! Ich habe bisher nirgendwo sonst eine so große Auswahl an guten und günstigen Fisch- und Sea Food-Restaurants vorgefunden wie in Bulgarien. Die bulgarische Küche ist sehr viel weniger fleischlastig als man denkt).

Am besten planst du eine Rundreise entlang der Schwarzmeerküste und erkundest dabei kleine Städte wie Nessebar und Sozopol (die dank ihrer Architektur beide regelrechte Freilichtmuseen sind), das Hafenstädtchen Balchik mit seinem zauberhaften botanischen Garten, die Küstenstadt Varna (Bulgariens drittgrößte Stadt), die beeindruckenden Steilklippen von Kap Kaliakra und das mehr als 1500 Jahre alte Aladja-Felsenkloster, in dem du sogar die Räume begehen kannst, die früher von den Mönchen bewohnt wurden. Wenn du noch mehr als die Schwarzmeerküste sehen möchtest, lohnt sich außerdem ein Besuch der beiden größten Städte Bulgariens im Landesinneren, Sofia und Plowdiw. Bulgarien ist abseits der Touristenhochburgen am Gold- und Sonnenstrand insgesamt noch sehr ursprünglich, kein bisschen überlaufen und vor allem ziemlich preiswert.

Tipp von Katrin

Katrin schreibt auf ihrem Blog BeforeWeDie über ihre Reiseerlebnisse, Abenteuer, Fotografie und was sonst noch zum Reisen dazugehört. Ihre große Liebe gilt allem, das mit Natur, Abenteuer und türkisblauem Wasser zu tun hat.

Highlights & Tipps für Bulgariens Schwarzmeerküste


Unbekannte Orte mitten in Europa

Rom, London oder Paris? Bestimmt immer eine Reise wert. Aber es gibt so viele weitere interessante Orte, von denen du vielleicht noch nie vorher gehört hast. Diese Tipps geben unsere Reiseblogger gerne an dich weiter.

Skopje in Nordmazedonien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Skopje
Unter den vielen Hauptstädten in Europa, ist Skopje noch ein Geheimtipp.

Skopje, die Hauptstadt von Nordmazedonien, ist sicherlich keine klassische Schönheit. Viel zu stark knallen hier die Kontraste von Barock, Basar und Brutalismus aufeinander. Wer aber ein bisschen hinter die Fassaden blickt, wird eine äußerst spannende Stadt erleben, die vielleicht nicht alle auf dem Schirm haben.

In der Endphase meiner Bachelorarbeit brauchte ich ein bisschen Motivation und habe kurzerhand einen Flug gebucht. Mein Auswahlkriterium? Europa und das günstigste, was in meinem Reisezeitraum möglich ist. So fiel die Wahl auf Skopje. Im Grunde wusste ich gar nichts über die Stadt und auch die Vorabrecherche erwies sich als schwer, da es wenig Reisende nach Skopje verschlägt.

Mit ein bisschen Suchen stieß ich auf Vasilka, die mit viel Herzblut und Wissen, Gäste durch Skopje begleitet. Ich wollte unbedingt nach Shutka, der größten Ansiedlung von Romnja und Sintize der Welt und gemeinsam mit ihr habe ich dort einen wunderbaren Nachmittag erlebt. Vasilka hat mich mitgenommen zu den unterschiedlichen Gesichtern von Shutka – der Armut genauso wie dem Reichtum. Wir haben Moscheen bestaunt, Grillspezialitäten und kühle Getränke genossen und sie hat mich mit all ihrem Wissen rund um die Geschichte und weitreichenden Folgen bis in die heutige Zeit beeindruckt.

Wenn man Skopje wohl eine Überschrift geben müsste, dann wäre es Stadt der Gegensätze. Dies wird nicht nur in Shutka deutlich, sondern in ganz Skopje. Hier prallen Jugoslawien, die Ottomanen und blinde Bauwut nach dem verheerenden Erdbeben von 1963, aufeinander. Vieles, was uns an Bauwerke aus dem Barock oder der Renaissance erinnern, wurden erst danach aufgebaut, um an die Historie europäischer Nationen wie Frankreich oder Italien anzuknüpfen.

Mich hat Skopje sehr überraschend und ich kann jedem nur ans Herz legen, der Stadt eine Chance zu geben und vielleicht auch einen Blick hinter die Fassaden zu werfen.

Tipp von Lynn

Auf Lieschenradieschen reist bloggt Lynn über ihre großen und kleinen Abenteuer auf unserem wunderbaren Planeten. Ihr Herz hat sie dabei an das südliche Afrika verloren aber fast genauso gerne ist sie in Europa unterwegs. Wenn sie gerade mal nicht reisen kann, liest und rezensiert sie Bücher, die im weitesten Sinne mit dem Reisen zu tun haben.

Lohnt sich eine Reise nach Skopje in Nordmazedonien?


Ston in Kroatien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Ston
Ein Geheimtipp mitten in Kroatien: Der Ort Ston und seine beeindruckende Mauer

Ein Reiseziel, das wir eigentlich lange Zeit nicht auf dem Schirm hatte, sind die Küstenorte Mali Ston und Ston in Kroatien. Die kleinen Ortschaften liegen an der dalmatinischen Küste, jedoch sind wir bis dato immer daran vorbeigefahren. Durch einen Tipp war bei der letzten Reise glücklicherweise endlich Stopp eingeplant. Und ganz ehrlich, wir waren überwältigt und möchten nun auch dir diesen Insidertipp nicht vorenthalten!

Wirklich eindrucksvoll ist die Mauer von Ston, welche man zum Teil bereits von der Küstenstraße aus sieht. Sie verbindet die zwei kleinen romantischen Orte Ston und Mali Ston miteinander. Erst bei einer Besichtigung wird einem klar, dass diese ehemalige Festungsmauer gigantisch ist. Bei einem Rundgang erkundet man die längste Wehrmauer außerhalb Chinas! Ein echtes Highlight, mit dem wir eigentlich so gar nicht gerechnet hätten.

Aber nicht nur die Stoner Mauer ist sehenswert und ein echtes Highlight! Berühmt ist Ston obendrein für seine Austernzucht. Diese Meeresfrüchte sind wahre Delikatessen, die unter Kennern zu den besten der Welt zählen. Vor allem in Mali Ston bekommt man fangfrische Austern an jeder Ecke, und auch Fischer verkaufen ihren Fang direkt aus den Booten!

Wunderschön ist obendrein der historische Stadtkern von Ston. Bei einem Spaziergang durchs Zentrum verliert man sich in einem Labyrinth aus Gässchen und bewundert dabei die urigen dalmatinischen Steinhäuser. In Mali Ston sollte man hingegen den Hafen besuchen, der an Romantik kaum zu überbieten und gleichzeitig eine hervorragende Lokation für ein Abendessen ist.

Tipp von Martina und Jürgen

Auf PlacesofJuma schreiben Martina & Jürgen über ihre schönsten Reisen rund um den Globus. Die beiden lieben Fotografie und sind daher stets auf der Suche nach den schönsten Plätzen und Orten.

Ston & Mali Ston in Kroatien


Tossa de Mar in Spanien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Tossa de Mar
Tossa de Mar: Eine unbekannte Stadt in Europa, die man entdecken sollte.
Für unseren ersten Hochzeitstag hatten wir eigentlich zunächst eine Griechenlandreise geplant. Da das Reisen im ersten Pandemiejahr jedoch mit jeder Menge Hindernissen verbunden war, entschieden wir uns letztendlich dafür, statt einer Reise nur einen Tagesausflug bei uns in der Region zu unternehmen (wir leben in Barcelona). Schnell hatten wir unser Tagesausflugsziel gefunden, das Strand und ein bisschen Sightseeing miteinander verbinden sollte: Tossa de Mar.

Wir erreichten die kleine Stadt, die neben der beliebten Touristenhochburg Lloret de Mar gelegen ist, nach rund 1 ½ Stunden mit dem Bus von Barcelona aus.

Bereits beim Erreichen des Stadtzentrums kann man über den Dächern der Stadt die ansehnliche Festung Tossas erblicken. Mit seinen beeindruckenden Mauern und seinen 20-Meter hohen Abwehrtürmen gilt sie als eine der wichtigsten Attraktionen der Region. Ich empfehle dir unbedingt hinaufzulaufen, um die großartige Aussicht über die Costa Brava zu genießen. Das Wasser erscheint türkis und erinnert ein bisschen an tropische Gewässer.

Aber auch der Rest der Innenstadt ist definitiv einen Besuch wert. Schlendere einfach ein wenig durch die engen Gassen der kleinen Stadt und lass den katalanischen Charme von Tossa de Mar auf dich wirken.

Nachdem du das historische Zentrum von Tossa de Mar begutachtet hast, solltest du unbedingt auch einen Strandausflug einplanen. Direkt an der Festung befinden sich auf beiden Seiten großartige Strände. Typisch für die Costa Brava ist das Wasser hier glasklar und erfrischend kalt.

Auch wenn es am Ende kein Griechenlandurlaub geworden ist, hat mich auch Tossa de Mar wirklich verzaubert und ist sogar zu einem meiner Lieblingsausflugsziele bei uns in Katalonien geworden. Ein unterschätztes Reiseziel in Europa!

Tipp von Vicki

Auf Vickiviaja.com findest du hilfreiche Reisetipps von Tourismusmanagerin Vicki und ihrem Mann Eduardo zu ihrer Heimat Barcelona, Spanien und Reisezielen in der ganzen Welt. Folge ihren praktischen Reiserouten und spare Geld für unbezahlbare Reiseerlebnisse.

Sehenswürdigkeiten der malerischen Altstadt von Tossa de Mar


Padua in Italien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Padua
Im Schatten von Venedig ist diese italienische Stadt ein echter Reisetipp.

Unser erster Roadtrip durch Italien führte uns durch den Norden des Landes. Auf unserer Reiseroute standen dabei verschiedene bekannte Städte in Italien, wie Venedig oder auch Verona. Doch unsere absolute Überraschung war unser mehrtägiger Aufenthalt und Besuch in Padua.

Padua liegt in der Region Venetien; zwischen Venedig und Verona. Tatsächlich erreicht ihr mit der Bahn innerhalb von einer Stunde Venedig. Somit bietet Padua auch eine ideale Ausgangslage für Ausflüge in die Region und zu vielen touristischen bekannten Highlights und Hotspots. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, auch Padua selber ist durchaus einen (längeren) Besuch wert. Denn in der Stadt gibt es viel zu entdecken und zu sehen.

Padua ist ein lebendiger Uni-Standort und Padua ist eine Stadt in Italien, wie aus dem Bilderbuch. Die Stadt bietet viele wundervolle alte Bauwerke und Sehenswürdigkeiten, zahlreiche Kirchen wie z.B. die beeindruckende Kathedrale von Padua, prunkvolle Palazzo, idyllische Laubengänge und wunderschöne Plätze. Der Prato della Valle zählt beispielsweise zu den prachtvollsten Plätzen, die ich persönlich jemals gesehen habe, größer sind übrigens nur der rote Platz in Moskau oder auch der Place de la Concorde in Paris. Der Botanische Garten in Padua gilt nicht nur als einer der ältesten Botanischen Gärten auf der ganze Welt, er zählt auch seit ein paar Jahren zum UNESCO-Welterbe.

Wer es genussvoll auf Reisen mag, der ist in Italien definitiv immer richtig. Für den Genussfaktor in Padua sorgt beispielsweise ein Besuch auf dem Wochenmarkt auf dem Prato della Valle oder auch ein Espresso mit Minzlikör im Cafe Pedrocchi sollte gekostet werden. Italienische Spezialitäten wie das Tramezzini oder auch der Spritz sollten ihren Ursprung übrigens in Padua haben.

Tipp von Tanja

Tanja schreibt auf www.spaness.de über „entspannte“ Reisen, Ausflüge sowie kleine und große Abenteuer – mal mit und mal ohne Familie.

Sarajevo in Bosnien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Sarajevo
Sarajevo: Bosniens Hauptstadt gehört bislang noch zu den unbekannten Reisezielen in Europa.

Es gibt Städte, die sich klammheimlich in unser Herz schleichen. Sarajevo, die Hauptstadt Bosnien und Herzegowinas, ist für mich ein solches Überraschungsziel. Eigentlich war ich «nur» beruflich dort gelandet und dann hat mich die Stadt mit ihren gastfreundlichen Menschen, ihrem Flair und ihrer Authentizität von der ersten Sekunde an in den Bann gezogen.

Dabei ist es gar nicht leicht Sarajevo zu beschreiben. Da ist die Rede vom Jerusalem Europas, einem Ort, an dem Muslime, orthodoxe Christen, Katholiken und Juden miteinander leben. Orient und Okzident sind in diesem Schmelztiegel der Kulturen vereint. Vor meinem Besuch war mir Sarajevo aus drei Gründen bekannt, nämlich der Ermordung des österreichischen Thronfolgers, den olympischen Winterspielen 1984 und der Belagerung im Bosnienkrieg.

Ich halte Sarajevo für eine unterschätzte Stadt. Allein die Lage – eingebettet in eine Berg- und Hügellandschaft ist zauberhaft. In der Baščaršija, der osmanisch geprägten Altstadt, fühlt man sich wie in einem türkischen Basar. Nur ein paar Meter weiter wähnt man sich in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Vielleicht mag ich Sarajevo auch so gerne, weil man sich zum Kaffeetrinken Zeit nimmt. Jenseits von Starbucks und Coffee to go, stellt Kaffee eine Lebensart dar. Mit der bosnischen Pita gibt es zugleich noch eines meiner Lieblingsgerichte.

Sarajevo sprüht vor Energie und gleichzeitig liegt ein Hauch von Melancholie über der Stadt. Die traurige Geschichte des Krieges und die Belagerung wirken bis heute nach. Mehr als 25 Jahre nach Kriegsende sind die Einschusslöcher der Granaten noch sichtbar und viele Friedhöfe prägen das Stadtbild. Entsprechend empfehle ich, Sarajevo nicht nur auf eigene Faust zu erkunden. Auf organisierten Touren kommt man mit Menschen in Kontakt, die selbst im Krieg gekämpft und Angehörige verloren haben. Sie erzählen von Dingen, die nicht in den Geschichtsbüchern stehen – ganz ohne Groll.

Tipp von Carola

Travellingcarola, der Reiseblog für Teilzeitnomaden, berichtet seit 2016 über kleine, große, kurze und längere Reisen zu nahen und fernen Zielen, die sich alle neben einem Fulltime-Job verwirklichen lassen. Ganz nach dem Motto „Life is short and world is wide“ zieht es mich ständig hinaus in die Welt, um etwas zu erleben, aktiv zu sein und Essen sowie außergewöhnliche Unterkünfte zu genießen.

Sarajevo: 8 Reisetipps


Split in Kroatien

Unbekannte Reiseziele in Europa: Split
Geheimtipp Split – Die unbekannte Schöne

Wir hatten Split nicht wirklich auf unserer Liste an Reisezielen und sind dort nur gelandet, weil wir nach der Teilnahme an einem Ultra Trail Lauf in Dalmatien (DUT) noch ein paar Tage Zeit bis zu unserem Rückflug hatten. Heute sind wir froh, dass wir in Split gestoppt haben, die Stadt hat uns direkt verzaubert.

Split ist eine der größten Küstenstädte in Kroatien und zugleich eine der sehenswertesten Städte in Dalmatien. Split hat neben historischen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt, welche  UNESCO-Weltkulturerbe ist, auch einiges in der Umgebung zu bieten. Und das Beste: Die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt sind super zu Fuß innerhalb eines Tages zu erreichen.

Ob entlang der Uferpromenade Riva oder durch die verwinkelten Gassen, Split ist wie gemacht zum Treiben lassen. Du kannst durch das Bronzene Tor entlang der Palmengesäumten Promenade flanieren und an den im Hafen schaukelnden Booten bestaunen. Und natürlich solltest du nicht den Diokletianpalast – alter römischer Palast mitten in Split und die Kathedrale von Split verpassen.

Der Platz Prokurativa, oder auch Platz der Republik, mitten in der Stadt, wurde der Piazza San Marco in Venedig nachempfunden und versprüht eine ordentliche Portion venezianisches Flair in Dalmatien.

Die Uferpromenade Riva ist die Flaniermeile der Stadt. Hier findest du auch viele Restaurants die zum Verweilen mit Blick auf den Hafen und das Meer einladen. Wer einen Blick auf die gesamte Stadt haben will, kann auf die die sanften Hügel von Zrmanja hinaufsteigen. Von dort hast du einen hervorragenden Ausblicke auf die Stadt und das Meer!

Für die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt reicht theoretisch ein Tag, aber da gibt es ja noch den Marjan Waldpark mit traumhaften Stränden, Küstenorte wie Trogir oder Omis und zahlreiche vorgelagerte Inseln, die du ab Split entdecken kannst.

Wir empfehlen dir, zwei bis drei Nächte für Split einzuplanen. So bleibt neben dem Besuch der klassischen Sehenswürdigkeiten auch noch etwas Luft für gemütliches Flanieren und vielleicht sogar einen Ausflug zum Strand. Für die Sehenswürdigkeiten in Split und der Umgebung solltest du mindestens 4 Tage einplanen.

Im Juli und August ist Split sehr überlaufen, im Frühling oder Herbst hingegen ist es in Split vergleichsweise leer und immer noch angenehm warm.

Tipp von Helga und Heini

helgaandheiniontour.com ist der Reiseblog für weltoffene Städtereisende und Laufbegeisterte. Judith beschäftigt sich als Freelancerin mit den Themen Laufen und Reisen, ist Redakteurin und ASICS FrontRunnerin mit zahlreichen internationalen Erfolgen. Oliver ist professioneller Fotograf, Content Creator und Social Media Experte. Gemeinsam berichten sie auf Ihrem Blog von Ihren Reisen.

Die 9 schönsten Urlaubsziele Europas


Amiens in Frankreich

2019, als die Welt noch in Ordnung war, sind wir zu einem Musikfestival in den Norden Frankreichs gefahren. Da wir meine Mutter, die als Babysitter fungierte, für ihre Mühe entschädigen wollten, sind wir auf dem Rückweg kurzerhand in das uns völlig unbekannte Amiens gefahren. Wir hätten nicht gedacht, dass uns diese kleine Stadt so begeistern würde.

Amiens liegt etwa 130 Kilometer nördlich von Paris. Bekannt ist es vor allem für seine gotische Kathedrale, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Frankreich besitzt zwar unzählige gotische Kathedralen, aber die Kathedrale Notre-Dame d‘Amiens ist unter diesen trotzdem einmalig. Denn es handelt sich um die größte Kirche Frankreichs. Sie hat die beeindruckende Länge von 145 Metern. Außerdem besitzt sie das mit 42 Metern höchste Kirchenschiff der Welt. Die beiden Türme der Fassade sind 65 und 66 Meter hoch.

Aber die Kathedrale Notre-Dame d’Amiens weist neben ihrer Größe noch andere beeindruckende Details auf. So ist ihre 1533 fertiggestellte Turmspitze die älteste Frankreichs. In der Schatzkammer der Kathedrale liegt eine Reliquie, bei der es sich um die Überreste des Hauptes von Johannes dem Täufer handeln soll. Übrigens gehört zu einem Besuch der Kathedrale auch unbedingt die Besteigung des Nordturmes, von dem aus man eine wundervolle Sicht auf die Stadt hat.

Es gibt aber noch weitere Sehenswürdigkeiten in Amiens zu entdecken. In der Stadt befindet sich das Wohnhaus des Schriftstellers Jules Verne. Außerdem sollte man unbedingt das Stadtviertel Saint-Leu besuchen, das an der Somme liegt und von mehreren Kanälen durchzogen wird. In vielen Restaurants kann man direkt am Wasser essen.

Tipp von Felicitas

Auf Berlinerin in Frankreich findest du Informationen für Touristen und potentielle Einwanderer. Felicitas, das Gesicht hinter Berlinerin in Frankreich, hat neun Jahre in einem Vorort von Paris gelebt. Mittlerweile wohnt sie in Südfrankreich in Nizza und Breil-sur-Roya. Sie berichtet von ihrem Leben in Frankreich abseits der Klischees.

Sehenswürdigkeiten in Amiens


Menorca

Menorca
Foto: Jenny Menzel, Weltwunderer

Es ist durchaus verständlich, warum man Menorca oft übersieht. Die kleine Baleareninsel liegt im Schatten ihrer wesentlich größeren Schwester Mallorca im Westen, die deutlich mehr Besucher anzieht. Und so waren wir sicher schon achtmal auf Mallorca, hatten jedoch nie einen Gedanken an das nur wenige Kilometer entfernte Menorca verschwendet – bis zu diesem Urlaub im Herbst, als wir es doch einmal versuchten, weil wir überraschend eine bezahlbare Flugverbindung gefunden hatten (das ist, anders als bei Mallorca, nämlich gar nicht so einfach).

Menorca ist so klein und dann hat es auch noch den Beinamen „Buggy-Insel“ – was außer Familienhotels sollte es dort schon geben? Wie sich herausstellte, eine ganze Menge. Ein Strand schöner als der andere und so herrlich leer, wie man es auf Mallorca wohl zuletzt vor 40 Jahren erleben durfte. Niedliche kleine Städtchen mit engen Altstadtgässchen und hübschen Häfen, prähistorische Siedlungen, unberührte karge Landschaften und dichte Wäldchen; das Ganze in praktischer Minidistanz, sodass kein Ort auf der Insel weiter als eine halbe Stunde entfernt ist…

Fassen wir es so zusammen: Wer Mallorca mag, der findet auf Menorca sozusagen alle Vorzüge der großen Schwesterinsel im Kompaktformat – mit deutlich weniger Touristen. Dabei ist Menorca keine Mini-Kopie, es bietet mit seinen Schluchten, den orangeroten Sandsteinklippen und den sturmzerzausten Heidestrauch-Landschaften ganz andere Eindrücke. Als ausgesprochene Mallorca-Fans hat uns Menorca im Handumdrehen verzaubert und ist für uns ein Reisetipp in Europa. Nun haben wir ein echtes Problem: Wir können uns nicht entscheiden, welche Insel wir lieber mögen …

Tipp von Jenny

Jenny und ihre Familie sind die Weltwunderer. Von ihrer Heimatbasis Dresden aus bereisen die fünf schon seit fast 18 Jahren die Welt mit Kindern. Immer individuell, gern abenteuerlich und stets auf der Suche nach neuen Lieblingsorten. Auf Menorca haben sie definitiv einen gefunden.

Menorca mit Kindern


Jurmala in Lettland

Jurmala in Lettland
Die Sandstrände in Jurmala in Lettland sind noch ein unbekanntes Reiseziel in Europa.

30 km feiner Sandstrand, durchschnittlich 100 m breit, mit Spa-Resorts, Essen aus Georgien, Sonne bis 22:00 am Abend und kleinen Strandcafés mit einem Flat White: Das haben wir in Jurmala, 30 Minuten außerhalb der lettischen Hauptstadt Riga nicht erwartet.

Jurmala war der exklusivste Badeort in der Sowjetunion. Heute hat sich der Strand von seiner Vergangenheit gelöst. Er ist aber noch immer eine Exklave in Lettland, die ganz anders ist, als der Rest. Die alten Holzhäuser erinnern an die Belle Époque, trotz allem, was in Lettland passiert ist.

Im Sommer scheint die Sonne bis 22:00 Uhr am Abend. Der Strand liegt weit im Norden, denke daran. Dadurch schwimmen die Einheimischen im letzten Licht der Abendsonne noch lange in die Nacht hinein. Weil das Wasser so flach und ruhig ist, erwärmt es sich trotzdem auf eine angenehme Temperatur von rund 24° im Hochsommer.  Nach 150 m im Wasser, bin ich noch nicht einmal ganz im Meer eingetaucht, mit meinen 180 cm.

Jurmalas Restaurants haben Essen aus Georgien und Armenien am Speiseplan. Lüla Kebab mit Granatapfelkernen sind das eine Gericht, das alle einmal in Jurmala probieren sollten. Das Essen ist in der Zeit der Sowjetunion nach Lettland gekommen. Damals war die kaukasische Küche einer der exklusivsten Küchen.

Schlussendlich haben wir drei volle Tage in einem Spa-Hotel in Jurmala verbracht, während einer Reise durch Estland und Lettland im Juli.

Willst du Jurmala besuchen, kannst du ein paar Tage am Meer gut mit den Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Riga verbinden. Mit dem Zug fährst du nur 30 Minuten aus dem Zentrum von Riga Strand, die Alternative ist ein Bolt Taxi um weniger als 10 €.

Tipp von Daria und Thomas

Daria und Thomas schreiben Konpasu.de. Im Reiseblog geht es darum, wie du mit wenig Zeit möglichst einfach viel von der Welt siehst.

Sehenswürdigkeiten in Riga


El Torcal in Andalusien

El Torcal
Traumhaft schön und ein unbekanntes Reiseziel mitten in Europa: El Torcal in Andalusien

Nur durch Zufall haben wir das Naturschutzgebiet El Torcal in Andalusien nördlich von Malaga entdeckt. Inzwischen waren wir schon mehrfach da und fahren sicher wieder hin.

Bei unserer Tour mit dem Camper durch Südspanien vor einigen Jahren war ein Ziel auf unserer Reiseroute Antequera. Denn in der schönen andalusischen Stadt gibt es sehr gut erhaltene riesige Megalithgräber. Für die Übernachtung hatten wir uns den Campingplatz außerhalb der Stadt ausgewählt, aber der hat uns gar nicht gefallen. Wir hatten uns bei der Anfahrt mehrfach verfahren und es war schon spät. Eine meiner Wohnmobil-Apps zeigte einen Platz in der Nähe an. Und so sind wir über sehr kleine Straßen auf gut Glück ins Ungewisse gefahren. Dabei waren wir froh, dass es im Herbst in Südspanien noch so lange hell ist.

Es ging auf über 1.000 Meter, beinahe wären wir wieder umgedreht. Auf einmal befanden wir uns in einer spektakulären Landschaft. Wind und Wasser haben aus Kalkstein außergewöhnliche Felsgebilde geschaffen. Doch das war noch nicht alles. Bei den Vorbereitungen zum Abendessen raschelt es im Busch neben unserem Camper. Ein junger Steinbock knabberte in aller Seelenruhe an den Zweigen. In den folgenden Stunden haben wir noch mehr Tiere entdeckt. Vor dem Schlafengehen machten wir einen Spaziergang zum Aussichtspunkt und werden mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil sprang dann eine Herde Steinböcke direkt vor uns über den Weg, echte Gänsehautmomente. Bei einer Wanderung am nächsten Morgen folgten wir dem steinigen und unebenen Rundweg durch den Park und die ungewöhnliche Landschaft. Dabei entdeckten wir immer neue Wunder der Natur. Ohne die Verzögerungen und die Pleite beim Campingplatz, wären wir wahrscheinlich gar nicht hierhergefahren und hätten diese Momente verpasst. Bei mehreren Besuchen auf dem El Torcal in den Folgejahren haben wir wieder Steinböcke und beeindruckende neue Steinformationen, die Spuren von riesigen Ammoniten und noch spektakulärere Ausblicke entdeckt. Viele Reisende besuchen Malaga, aber finden nicht den Weg zum „El Torcal“.

Für mich ist dieses Ziel ein echter Höhepunkt in der Region. Zumal man mit dem Auto ganz nach oben fahren kann und die Wanderung durch die Felsen nicht zu lang und schwierig ist. Inzwischen ist leider der Parkplatz für Wohnmobile von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang geschlossen. Wenn Du das Naturschutzgebiet besuchen möchtest, komme am besten am frühen Morgen oder am Nachmittag, denn der Parkplatz ist klein und das Gebiet bei Spaniern beliebt. Wir fahren bei unserem Besuch in der Region sicher wieder hin, auch wenn wir (leider) einen neuen Übernachtungsplatz suchen müssen.

Tipp von Katja

Katja ist leidenschaftliche Camperin im Wohnmobil, Buchautorin und Journalistin. Auf ihrem Wohnmobil-Reiseblog hin-fahren.de gibt sie Tipps zu Reisezielen und Touren – zwischen Südspanien und Nordkap – und rund um Camping und Wohnmobil, dabei ist sie sehr gerne in Spanien unterwegs.

Mit dem Wohnmobil durch Spanien

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