Volubilis: Marokkos faszinierende antike Stadt

Marokko

Volubilis in Marokko
Volubilis ist eine der bedeutendesten archäologische Stätten in Marokko und liegt in der Nähe der Stadt Meknès.

Die Ausgrabungsstätte Volubilis zählt zu den wichtigsten archäologischen Orten in Marokko. Hier findet man die besterhaltensten Monumente aus der römischen Antike. Seit 1997 zählt sie daher auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Die Feldherren des antiken Roms drangen während der Blütezeit auch bis ins nördliche Afrika vor und hinterließen ihre Spuren. Einige der eindrucksvollsten Überreste befinden sich im heutigen Norden Marokkos und tragen den Namen „Volubilis“.

Sehenswürdigkeiten in Volubilis

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Geschichte von Volubilis

Die ersten Spuren die auf eine Ansiedlung von Menschen an diesem Ort hindeuten, reichen bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. Wahrscheinlich wurde die Stadt unter dem damaligen Namen Oualili vom mauretanischen König Juba II. gegründet. Nachdem der römische Kaiser dessen Sohn ermorden ließ, annektierte Rom die Stadt im Jahr 40 n. Chr. und gab ihr den Namen Volubilis.

Blick über Volubilis
Blick über Volubilis

Für die südwestlichen Randbezirke des römischen Reiches wurde Volubilis in den darauffolgenden Jahren schnell zu einer wichtigen Provinzstadt und war das Verwaltungszentrum der Region Mauretania Tingitana. Den Wohlstand brachte den Einwohnern vor allem der Anbau von Getreide und Olivenöl ein. Ebenfalls verkaufte man hier verschiedene Wildtiere, z.B. Elefanten und Löwen. Diese wurden in erster Linie für Arenakämpfe in Rom eingesetzt.

Ihre Blütezeit hatte Volubilis in den Jahren 190 bis 220 n. Chr. Doch zur Mitte des 3. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Angriffen durch in der Region ansässige Berber, welche Volubilis schließlich auch einnehmen konnten. Die folgenden Jahrhunderte waren von Machtübernahmen und Zerstörungen geprägt. Den größten Schaden nahm Volubilis jedoch erst 1755 durch ein Erdbeben. Die Ausgrabungen begannen im Jahr 1915 durch französische Archäologen.

Weiter Blick über Volubilis
Von Volubilis aus hat man einen beeindruckenden Weitblick über die fruchtbare Rharb-Ebene in Marokko.

Die wichtigsten Gebäude in Volubilis

Trotz der bewegten Geschichte kannst du als Besucher das Leben in Volubilis anhand verschiedener erhaltener Gebäude gut rekonstruieren. Neben mehreren säulengesäumten Straßen, Resten einfacher Wohnhäuser und Brunnen, sind hierbei einige Gebäude besonders erwähnenswert.

Basilika in Volubilis
Die Basilika in Volubilis gehört zu den am besten erhaltenen Ausgrabungen dieser Sehenswürdigkeit.

Am eindrucksvollsten und wahrscheinlich am besten erhalten ist die Basilika. Dieser Tempel mit hohen Torbögen diente einst als Gerichtsgebäude. Noch heute lässt sich erkennen, wie groß dieses Gebäude gewesen sein muss. Wahrscheinlich gehörte es zu den wichtigsten in der ganzen Stadt.

Triumphbogen in Volubilis
Dank aufwendiger Rekonstruktionsarbeiten erstrahlt dieser Torbogen heute wieder in alter Pracht.

Desweiteren gibt es noch einen, teilweise rekonstruierten, Triumphbogen zu entdecken. Dieser wurde 217 zur Ehren des ermordeten Kaisers Caracalla erbaut. Ebenfalls gab es in Volubilis viele Thermalbäder. Leider ist davon heute nicht mehr so viel erhalten. Das gleiche gilt für das Forum: Hier wurde früher gehandelt und der Reichtum der Stadt und deren Einwohner vermehrt.

Auf der archäologischen Stätte wachsen heute auch viele Pinienbäume. Zum einen geben diese den Ruinen einen ganz besondern Bilderbuchcharme, zum anderen wuchsen die tief-grünen Bäume auch schon zu antiken Zeiten hier.

Für besonders Geschichtsinteressierte befindet sich auch ein Museum auf dem Gelände. Im Inneren können weitere Ausgrabungsfunde, wie Sperre, Werkzeuge oder auch Schmuck angeschaut werden.

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Mosaike erzählen den Alltag von Volubilis

Den allerbesten Einblick in den Alltag der Menschen von Volubilis bieten aber die zahlreichen Mosaike auf dem Gelände der Ausgrabungsstätte. In vielen Szenen erhältst du so ein Grundwissen, wie die Leute damals gearbeitet, gekämpft oder ganz einfach ihre Zeit verbracht haben.

Mosaik "Jagd"
Dieses Mosaik zeigt eine Jagdszene im früheren Volubilis.

Die gut erhaltenen Fußbodenmosaike befinden sich in verschiedenen Häusern der Stadt, von denen heute allerdings nur noch die Grundmauern erkennbar sind. Die einzelnen Häuser wurden nach den gefundenen Mosaiken benannt und heißen beispielweise Haus des Dionysos oder Haus des Saturns.

Die Bilder zeigen wie damals Jagd betrieben wurde oder zeugen von schwerer körperlicher Arbeit. Viele zeigen auch auf, wie wohlhabend Volubilis in ihrer Blütezeit gewesen sein muss. Auch skurille Situationen sind zu erkennen. Eines der berühmtesten Mosaike bildet z.B. einen Reiter mit einem Krug ab, der verkehrt herum auf einem Esel reitet. Höchstwahrscheinlich zeugt dieses Abbild von einem aus den Rudern geratenen Saufgelage – auch etwas für dass die Römer bekannt waren.

Betrunkener Reiter auf Esel
Das skurillste Mosaik in Volubilis zeigt einen betrunkenen Reiter, der rückwärts auf einem Esel sitzt.

Tipps für deinen Besuch der Ausgrabungsstätte Volubilis

Konnte ich dich für die archäologische Stätte von Volubilis begeistern? Dann folgen hier noch ein paar Tipps für deinen Besuch.

Wie komme ich nach Volubilis?

Am besten lässt sich Volubilis mit einem Tagesausflug von Fès (1:20 Stunden), Meknès (40 Minuten) oder der marokkanischen Hauptstadt Rabat (2:15 Stunden) verbinden. In Fès befindet sich auch der nächstgelegene Flughafen.

Aus all diesen Orten werden geführte Touren angeboten. Einfacher – und flexibler – geht es natürlich mit dem eigenen Mietwagen.

Wieviel Zeit benötige ich für einen Besuch?

Auf der Ausgrabungsstätte von Volubilis gibt es einiges zu entdecken, trotzdem ist das abzulaufende Gelände auch überschaubar. Je nach historischen Interesse, kannst du hier gut 2-3 Stunden deiner Zeit verbringen.

Prachtallee in Volubilis
Diese Straße war einst wohl unglaublich prachtvoll.

Welche weiteren empfehlenswerten Reiseziele gibt es in der Umgebung?

Neben der großen Stadt Fès, lohnt sich auch ein Besuch in der Königsstadt Meknès. Unweit von Volubilis befindet sich außerdem Moulay Idris, welches man in gerade mal 10 Minuten erreicht und auch schon von hier aus sehen kann. Dieses wichtige religiöse Heiligtum solltest du nicht verpassen.

Außerdem beginnen hier die ersten Ausläufer des Atlasgebirges, welches nicht nur für Wanderer interessant ist. Der Ort Ifrane z.B. ist ein ganz anderes Ausflugsziel, welches eher an die Schweiz als an Marokko erinnert. Hier befindet sich auch der Nationalpark Ifrane, in dem man Berberaffen noch in freier Wildbahn beobachten kann.

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