Sankt-Andreas-Höhle: Ein heiliger Ort in Rumänien

Rumänien

Von einer kleinen Höhle aus soll der heilige Andreas die Christianisierung von Rumänien gestartet haben. Nur zufällig wurde dieses uralte Heiligtum 1940 wiederentdeckt. Heute nennt man sie die Sankt-Andreas-Höhle und nebenan ist ein Kloster entstanden.


In der Dobrudscha, eine Region im Südosten Rumäniens, steht eine prachtvolle Kirche. Sie wurde direkt neben einer unscheinbaren, aber besonderen Höhle gebaut. In dieser Höhle soll einst der Apostel Andreas zeitweise gelebt und die Lehre des Christentums in der Region verbreitet haben.

Heiliger Andreas: Schutzpatron Rumäniens

Andreas ist nach dem Neuen Testatement – ebenso wie sein Bruder Petrus – ein Apostel von Jesus gewesen. Der ehemalige Fischer schloß sich schon früh Jesus Christus und seinen Lehren an. Später ging er dann mit seinem Bruder Petrus aus Missionsreise u.a. durch Kleinasien, Griechenland und auch den Donauländern. Sie bekehrten viele Menschen und bauten Kirchen. Auch verschiedene Wunder und Heilungen werden ihm zugeschrieben.

St. Andreas Kirche in Ion Corvin
Über den Eingang der Kirche prangt ein Bild vom Heiligen Andreas.

Als er aber einst in Patras versuchte die Frau des Statthalters zu missionieren, wurde sein Schicksal besiegelt. Er wurde gekreuzigt und verhöhnt. Anschließend soll Maximilla, die Frau des Statthalters, ihn ehrenvoll bestattet haben.

Neben Russland, Schottland, Spanien und anderen Ländern, ist auch in Rumänien der Schutzpatron jener Andreas. Sein Tod führte auch zum Gedenktag am 30. November. Dieser Tag ist in Rumänen mittlerweile ein offizieller Feiertag.

Die Sankt-Andreas-Höhle: Begann hier das rumänische Christentum?

Anfang des 20. Jahrhundert entstand in Rumänien eine Legende: St. Andreas kam einst während eines harten Winters in die Dobrudscha. Nur mit letzter Mühe konnte er sich gegen wilde Tiere und den Sturm verteidigen und gelangte in eine kleine Höhle. In der Höhle klopfte er mit seinem Wanderstock auf den Boden und eine Wasserquelle entstand. Dieses Wasser nutze er fortan, um die Menschen in dieser rumänischen Region zu taufen.

Altar in der Sankt-Andreas-Höhle
Altar in der Sankt-Andreas-Höhle

Im Jahr 1940 fand der Anwalt Ion Dinu durch Zufall eine Höhle am Rande des Dorfes Ion Corvin in Rumänien. Er erzählte allen, dass hier St. Andreas vorübergehend gelebt haben muss. Wenn die Leute ihn nach einer Begründung für diese Behauptung fragten, behauptete er einfach, dass es ihm im Traum erschienen sei. Den gläubigen Rumänen reichte dies wohl als Erklärung aus. Daher richteten sie die halbverfallene Höhle bereits 1943 wieder her und bauten einen Altar hinein. Sie gaben ihr den Namen „Sankt-Andreas-Höhle“ (rumänisch: Mănăstirea Sfântul Andrei). Selbst einen kleinen Felsvorsprung deuteten sie als den Platz, wo Andreas einst geschlafen haben soll.

Zugang zur Sankt-Andreas-Höhle in Rumänien
Zugang zur St.-Andreas-Höhle in Rumänien

Historiker sind sich inzwischen einig: Missionierungen fanden nie aus kleinen Dörfern heraus statt. Dennoch ist dieser Ort nach wie vor heilig. Im Inneren der Höhle befinden sich biblische Wandgemälde und unweit des Eingangs kann man das Wasser jener Quelle trinken, die Andreas einst entdeckt haben soll. Im Volksmund hört man auch oft, dass die Sankt-Andreas-Höhle sowas wie „das Bethlehem von Rumänien“ sei.

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Sankt-Andreas-Kirche und Kloster

Schon kurz nach dem Einweihen der „heiligen“ Höhle, entwickelte sich ein Kloster daneben. Heute gehören zwei Kirchen dazu. Die kleinere wurde Anfang von 1992 bis 1994 gebaut, die größere folgte im Jahr 1998 und wurde 2002 fertiggestellt.

Für Besucher ist besonders die größere heute sehenswert. Die weiße Kirche mit vier Türmen ist nicht nur von außen aufwendig verziert. Über den Eingang zeigt sie ein großes Abbild von St. Andreas. Im Inneren sind fast die gesamten Wände und Decken bemalt worden.

Innenraum St.-Andreas-Kirche
Der Innenraum der St.-Andreas-Kirche ist prachtvoll verziert.

In der kleineren, weniger prachtvollen, Kirche, kann man aus der Quelle des St. Andreas trinken. Dem Wasser werden heilende Kräfte nachgesagt.

Auch das Außengelände des Kloster-Komplex ist sehenswert. Es gibt mehrere durch die hier lebenden Mönche sorgsam gepflegte Gärten und Opferstöcke, an denen man für die Lebenden und Verstorbenen Kerzen anzünden kann. Außerdem ist die unbebaute Natur ringsherum einfach herrlich und stärkt den Charakter dieses spirituellen Ortes.

St.-Andreas-Kirche
Der gesamt St. Andreas Klosterkomplex liegt in einer reizvollen Natur. Im Vordergrund sieht man die Glocke der ersten Kapelle hier.

Wie komme ich zur Sankt-Andreas-Höhle?

Es kommen meistens Pilger und Gläubige an diesen Ort. Aber auch für normale Touristen ist ein Besuch möglich, wenn man sich aber auch an die Regeln und Kleiderordnung beim Besuch einer christlichen Stätte halten sollte.

Die Sankt-Andreas-Höhle und Kirche ist am besten von Constanta aus erreichbar. Die Autofahrt dauert nur 45 Minuten.

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